Die Commerzbank will den Ausbau von Windkraft und anderen Erneuerbaren Energien stärker fördern. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Commerzbank fordert bessere Bedingungen für Ausbau der Windenergie

Die Commerzbank hat im Rahmen der Windenergie-Fachmesse WindEnergy Hamburg die Notwendigkeit einer weltweit beschleunigten Energiewende betont. Es gebe "die große politische Herausforderung, die Energiewende und den Ausbau von Onshore- und Offshore-Windenergie als eine der wesentlichen Technologien voranzutreiben, um sich unter anderem aus der Abhängigkeit von russischem Gas zu befreien" und das Klima zu schützen.

Die Commerzbank ist mit ihrem Competence Center Energy (Hauptsitz Hamburg) nach eigenen Angaben einer der führenden Finanzierer von Erneuerbaren Energien. Aktuell hat die Bank demnach Kredite in Höhe von rund 5,9 Milliarden Euro für Projekt- und rund 1,4 Milliarden Euro für Unternehmensfinanzierungen zugesagt.

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Während die Vorteile Erneuerbarer Energie offensichtlich seien, stehe der gesamte Sektor, insbesondere die Windenergiebranche, aktuell vor "noch nie da gewesenen Herausforderungen", so das Geldinstitut in seiner Mitteilung. Die Commerzbank verwies dabei etwa auf sinkende Margen aufgrund stark gestiegener Produktions- und Transportkosten bei Windradbauern.

Windparkprojektierern wiederum würde angesichts steigender Installationskosten, stetig steigender Zinsen und neu entfachter Diskussionen zu Vergütungsregelungen die Planungssicherheit fehlen. Zudem müssten die Unternehmen trotz aller Bemühungen durch die Politik nach wie vor mit dem Fehlen von für die Windkraft ausgezeichneten Flächen kämpfen sowie lange Genehmigungsverfahren in Kauf nehmen.

Erneuerbare-Energien-Portfolio soll auf 10 Milliarden Euro wachsen 

„Die Windbranche erlebt gerade unglaublich bewegte Zeiten. Unser Geschäft unterliegt ohnehin einem stetigen Wandel, aber die Vielzahl der Herausforderungen und Möglichkeiten, mit denen unsere Kunden derzeit parallel konfrontiert sind, ist schon bemerkenswert“, so Tim Koenemann, Leiter des Bereichs Erneuerbare Energien der Commerzbank.

Im Rahmen der aktuellen Nachhaltigkeits-Strategie der Bank soll das Portfolio aus dem Erneuerbare-Energien-Bereich bis Ende 2025 von etwa 7,3 auf 10 Milliarden Euro wachsen. Um dieses Wachstum realisieren zu können, will die Commerzbank ihre strategische Ausrichtung mit dem Ausbau der Internationalisierung und der Bereitschaft, größere Kreditvolumen pro Transaktion auf das eigene Buch zu nehmen, weiter fortsetzen. Auch die Finanzierung und Refinanzierung großer Portfolios werden durch das Institut begleitet.

Für das weitere Wachstum wird das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien in Singapur ein eigenes Team zur Unterstützung seiner Kunden in der Asien-Pazifik-Region aufbauen. Aktuell besteht im Ausland bereits eine Einheit in New York. Das Geschäft auf den amerikanischen Kontinenten macht demnach mittlerweile rund 15 Prozent des Projektfinanzierungsportfolios aus.

Ein grünes Geldinstitut ist die Commerzbank allerdings nicht. Die Bank finanziert weiterhin etwa auch die Kohleindustrie und plant, dies auch noch bis 2030 zu tun. Weiterhin nimmt das Unternehmen auch Neukunden aus der Kohleindustrie an, wenn deren Umsätze aus der Erzeugung mit Kohlestrom unter der großzügigen Schwelle von 20 Prozent liegen.

Etwas strenger ist das Institut bei Öl und Gas: Hier geht die Commerzbank seit dem 1. Januar 2022 keine neuen Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen ein, die Ausbaupläne bei Öl und Gas verfolgen. Auch die Finanzierung von neuen Ölkraftwerken sowie Finanzierungen für Öl- und Gasförderprojekte sind grundsätzlich ausgeschlossen.

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