Maister stellt Grillkohle aus Maisabfällen her. Auf Conda hat das Unternehmen Anlegerkapital eingeworben. / Foto: Unternehmen

08.02.19 Crowd-Investment , Crowd-Porträt

Crowdportale im Vergleich: Conda

Die Crowd-Plattform Conda aus Wien ist vor allem auf Start-up-Unternehmen ausgerichtet. Seit der Gründung 2013 hat Conda nach eigenen Angaben mehr als 25 Millionen Euro Anlegerkapital an Crowd-Projekte vermittelt. Mehr als 30.000 Nutzer haben sich auf der Plattform registriert. Auch deutsche Anleger können auf dem Portal investieren.

Die deutsche Tochterplattform von Conda (www.conda.de) ist aus zwei Vorgängerplattformen hervorgegangen, Mashupfinance und bankless24. Conda ist Teil der im österreichischen Linz ansässigen Startup300-Gruppe. Das Firmenkonglomerat berät junge Unternehmen, bietet Netzwerke und vermittelt Risikokapital.

Welche Art von Projekten?

Conda ist nicht auf sozial-ökologisch ausgerichtete Unternehmen oder Projekte spezialisiert, hat aber nach eigenen Angaben für zahlreiche Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell Kapital eingeworben. Etwa für das Berliner Unternehmen Maister, das Grillkohle aus Maisabfällen statt aus Tropenholz herstellt. Oder für die österreichische Mösl GmbH, das ist der größte Produzent von Bio-Smoothies in Österreich. Ebenso für ein Altreifenrecycling-Unternehmen und zahlreiche Erneuerbare-Energien-Projekte.

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In der Hauptsache finanziert Conda Start-up-Unternehmen, aber auch Immobilienprojekte und kleine und mittelständische Unternehmen. "Damit ein Start-up bei uns Kapital einwerben kann, muss es mit den Produkten bereits am Markt sein oder zumindest kurz davor. Außerdem bevorzugen wir Start-ups, die auch weiterexistieren können, wenn eine Anschlussfinanzierung nicht klappt", erklärt Dirk Littig, Geschäftsführer des Deutschland-Geschäfts der österreichischen Plattform.

Bei kleineren und mittleren Unternehmen sei ein bereits über längere Zeiträume profitables Geschäft wichtig. "Die Rendite ist zum Teil erfolgsabhängig. Die Anleger sollen ihre Zinsen erhalten", so Littig.

Wie prüft Conda?

Neben dem Business-Plan und den wichtigsten Kennzahlen spielt für Conda das Gründungs-Team eine wichtige Rolle. Die beste Bestätigung eines guten Businessplans sei aber der Markt. "Zahlende Kunden sind der beste Beweis für ein Geschäftsmodell", sagt Littig.

Das Portal prüft die Vorhaben vorwiegend selbst; für technische oder rechtliche Aspekte setzt es auch externe Experten ein. 

Geld eingesammelt – und nun?

Die von Conda bzw. den Crowd-Anlegern finanzierten Unternehmen müssen jedes Quartal Rechenschaft gegenüber den Investoren ablegen. Conda sagt, man wirke darauf hin, dass die Unternehmen der Berichtspflicht nachkämen.

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Solaranlage der GW Energie: Das österreichische Unternehmen hat Kapital auf Conda eingeworben. / Foto: Unternehmen

Das Portal unterstützt die Unternehmen auch bei der Kalkulation der Zinsen und der Ausschüttung an die Darlehensgeber.

Leistungsbilanz

Conda hat bisher Anlegerkapital an 105 Unternehmen vermittelt. 17 davon, also fast jedes sechste Unternehmen, ist insolvent oder in einem Insolvenzverfahren. Insgesamt sind Darlehen mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Millionen Euro ausgefallen oder ausfallgefährdet. Conda bewerte die Projekte konservativ. Andere Plattformen würden weniger Projekte als ausfallgefährdet ansehen.

Gebühren

Für Anleger fallen keine Gebühren an. Die Mindestinvestitionssumme beträgt 100 Euro. Darlehensnehmer müssen Gebühren an Conda abführen. Sie variieren je nach den Leistungen, die das Unternehmen von der Plattform beansprucht.

Fazit:

Geschäftsführer Littig betont: "Es ist möglich, bereits mit Kleinbeträgen ab 100 Euro unternehmerisch zu investieren. Das Wort "unternehmerisch" bedeutet hier, dass es nicht nur um Geld geht, sondern auch darum, gemeinsam innovative Projekte und Unternehmen zu ermöglichen. "

Conda weist darauf hin, dass ein Totalverlust des angelegten Geldes immer möglich sei. Klumpenrisiken sollte man vermeiden, rät der Deutschland-Chef von Conda. Das sei beim Crowdinvesting einfach, da man schon 1.000 Euro auf zehn Unternehmen verteilen könne. Littig rät: "Immer nur in Geschäftsmodelle investieren, die man versteht und für plausibel hält."

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