Für die Tiefengeothermie bohrt Daldrup bis zu 6.000 Meter in die Tiefe. Das Unternehmen bietet aber auch oberflächennahe Bohrungen für Wärmepumpen an. / Symbolfoto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Daldrup & Söhne steigert Marge, hebt Prognose an

Der Bohrtechnik- und Geothermiespezialist Daldrup & Söhne hat seinen Auftragsbestand im ersten Halbjahr 2025 erheblich gesteigert und kann eine bessere Gewinnmarge vorweisen. Für das Gesamtjahr wird das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Ascheberg optimistischer.

Die Gesamtleistung, also der Umsatz plus erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen, lag in den ersten sechs Monaten bei 21,7 Millionen Euro nach 29 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb mit 2,7 Millionen Euro gegenüber den 3 Millionen Euro im Vorjahr zurück.

Deutlich mehr Aufträge

Grund für die Rückgänge war, dass der Konzern 2024 in den ersten sechs Monaten mehr Aufträge realisiert hatte. Dafür arbeitet Daldrup in diesem Jahr bislang profitabler: Die EBIT-Marge stieg im Jahresvergleich von 10,2 auf 12,6 Prozent. Zum Nettoergebnis machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

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Der Auftragsbestand ist in diesem Jahr erheblich gestiegen. Ende August betrug er laut Daldrup 140 Millionen Euro gegenüber 31 Millionen Euro zum selben Zeitpunkt 2024. Auch das sogenannte "relevante Marktvolumen" sieht Daldrup mit 325 Millionen Euro höher als im Vorjahr mit 302 Millionen Euro. Der relevante Markt umfasst potenzielle Aufträge etwa für die Erschließung von Erdwärme, aber auch beispielsweise Bohrungen im Straßen-, Tunnel- und Brückenbau. In den letzten Monaten hatte Daldrup immer wieder große Aufträge gemeldet.

Aufgrund des gut verlaufenden Bohrgeschäfts sowie einer strikten Kostendisziplin bei Projekten und allgemeinen Kosten hob Daldrup das untere Ende seiner Jahresprognose für die EBIT-Marge an. Der Konzern erwartet die Marge nun bei 10 bis 12 Prozent statt wie bisher bei 9 bis 12 Prozent. Die Prognose für die Gesamtleistung bleibt zunächst unverändert bei rund 52 Millionen Euro. Damit würde das Unternehmen leicht hinter den 54,6 Millionen Euro aus dem Vorjahr zurückbleiben.

Die Daldrup-Aktie reagierte positiv auf die vorläufigen Zahlen. Im Xetra-Handel notiert die Aktie aktuell 1,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 13,60 Euro (Stand: 28.8.2025, 9:03 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 4,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 78,5 Prozent.

Rückenwind und Unsicherheiten

Daldrup erhält aktuell politischen Rückenwind. Die Bundesregierung will Geothermie verstärkt staatlich fördern, zudem setzt Daldrup auf Aufträge für den aus dem deutschen Sondervermögen bezahlten Infrastrukturausbau. Auch die Aktie hat von der Hoffnung auf einen Auftragsboom profitiert, in den letzten fünf Jahren hat sich der Kurs mehr als versechsfacht.

Allerdings schwankte der Kurs auch immer wieder und erlebte zwischenzeitlich empfindliche Rücksetzer. Und wie groß das Potenzial gerade für neue große Geothermie-Projekte in Deutschland wirklich ist, lässt sich schwer einschätzen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 20 für 2025 nicht niedrig. ECOreporter sieht in der Daldrup-Aktie ein Investment für Anlegerinnen und Anleger mit erhöhter Risikotoleranz und langem Atem.

Daldrup & Söhne AG:  ISIN DE0007830572 / WKN 783057

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