Erneuerbare-Energien-Anleihen haben eine hohe nachhaltige Wirkung - aber nicht jedes Papier ist eine aussichtsreiche Geldanlage. / Foto: Pixabay

  Anleihen / AIF

Die Kurse sinken – wie riskant sind Anleihen derzeit?

Die Börsenkurse von Anleihen haben in den letzten vier Wochen im Schnitt um 3 Prozent nachgegeben – für Anleihen ist das viel. In Anlegerforen kursieren Warnungen vor Anleiheinvestments. Was ist davon zu halten?

Die Anleihekurse entwickeln sich schon länger schlecht. Der weltweite Referenzindex Bloomberg Global-Aggregate hat seit dem diesjährigen Jahreshoch Anfang Februar fast 7 Prozent eingebüßt, seit Jahresbeginn 2021 sogar knapp 23 Prozent.

Auslöser für die jüngsten Kursverluste sind vor allem die angespannte politische Lage und die sehr hohe Staatsverschuldung in den USA sowie die weiterhin strikte Leitzinspolitik der US-Notenbank Fed.

Was heißt das für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger?

Sinkende Anleihekurse müssen für Investoren allerdings nicht unbedingt nachteilig sein. Denn Verluste macht nur, wer Anleihen vor dem Ende ihrer Laufzeit zu niedrigen Kursen verkauft. Wer die Papiere bis zu ihrer Fälligkeit hält, gibt sie zu ihrem Ausgabekurs von 100 Prozent zurück –auch wenn der Kurs an der Börse beispielsweise auf 90 Prozent gesunken ist.

Diese Rückzahlungsgarantie unterscheidet Anleihen von Aktien. Anlegerinnen und Anleger können sie nutzen, um Verluste zu vermeiden – und um Extrarenditen zu erzielen. Denn wenn eine Anleihe zum Kurs von 90 Prozent gekauft und für 100 Prozent zurückgegeben wird, machen Investoren ein Plus. Dazu kommen noch die fixen jährlichen Zinsen der Anleihen.

Derzeit bietet es sich also eher an, in Anleihen einzusteigen, als sie abzustoßen. Allerdings gilt dies nur für Papiere, bei denen davon auszugehen ist, dass ihre Emittenten nicht pleite gehen, bevor sie die Anleihen zurückzahlen müssen. Denn auch bei Anleihen gibt es ein Ausfallrisiko. Bei Staatsanleihen und Anleihen großer, gesunder Konzerne ist die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen aber gering.

Anleihen von nachhaltigen Großkonzernen, die auch für private Anlegerinnen und Anleger handelbar sind, finden Sie hier.

Deutlich riskanter, meist aber auch höher verzinst sind Anleihen kleiner und mittelgroßer Unternehmen. Hier gilt es genau hinzuschauen: Wie laufen die Geschäfte der Firmen? Stehen die Chancen gut, dass sie ihre Anleihen nach Ende der Laufzeit zurücknehmen können? Börsenkurse von unter 90 Prozent deuten häufig darauf hin, dass es finanzielle Probleme gibt.

ECOreporter rät: Setzen Sie lieber auf Anleihen erfolgreicher Unternehmen, die solide Renditen bringen, als auf Risikopapiere, bei denen unklar ist, ob sie tatsächlich die hohen Renditen erzielen werden, die sich aus ihrem aktuell niedrigen Kurs ergeben.

ECOreporter stellt hier 48 nachhaltige kleine Anleihen vor und gibt Ihnen weitere Tipps, worauf Sie bei Anleihe-Investments achten sollten.

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