Drägerwerk stellt unter anderem Beatmungsgeräte her. Nach den Corona-Impfkampagnen ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. / Foto: Drägerwerk

  Nachhaltige Aktien

Drägerwerk kippt Jahresziele, Aktie bleibt schwach

Der Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern Drägerwerk muss nach einem schwachen dritten Quartal 2022 seine Jahresprognose kassieren.

Drägerwerk setzte in den Monaten Juli bis September nach vorläufigen Zahlen 725 Millionen Euro um. Das sind ungefähr 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Management erklärt den Rückgang vor allem mit unterbrochenen Lieferketten, insbesondere Vorprodukte fehlten zuletzt.

Zudem stiegen die Beschaffungskosten für elektronische Bauteile stark an, weshalb Drägerwerk in dem Quartal einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 37 Millionen Euro verbuchte. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch ein positives EBIT von knapp 48 Millionen Euro erzielt.

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Weil wichtige Vorprodukte weiterhin nur eingeschränkt lieferbar sind, geht Drägerwerk davon aus, seine Jahresziele für 2022 nicht zu erreichen. Bislang hatte das Unternehmen mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang zum coronabedingt starken Vorjahr von 9 Prozent und einer positiven EBIT-Marge von 1 Prozent gerechnet. Heißt: Drägerwerk wird wahrscheinlich auch im Gesamtjahr 2022 rote Zahlen schreiben. In der ersten Jahreshälfte hatte der Konzern bereits bei deutlich rückläufigen Umsätzen ein negatives EBIT von knapp 112 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Drägerwerk-Aktie hat sich nach Höchstständen von knapp über 100 Euro in den ersten Wochen der Corona-Pandemie schwach entwickelt, und eine Trendwende ist derzeit nicht in Sicht. Im Monatsvergleich hat sie 15 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht liegt sie 43 Prozent im Minus. Auch vor der Corona-Krise befand sie sich bereits lange in einer Abwärtsbewegung, das Allzeithoch lag 2015 bei 122 Euro. Aktuell kostet die Aktie im Xetra-Handel 40,30 Euro (Stand 18.10.2022, 13:58 Uhr).

Die Hauptprobleme von Drägerwerk sind die teils geringen Margen und die Schwankungen im Auftragsbestand. Für ECOreporter bleibt die Aktie auch weiterhin ein riskantes Investment mit unklaren Aussichten.

Drägerwerk AG & Co. KGaA Vz.: 

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