Beatmungsgerät von Drägerwerk. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Medizintechnikkonzern Drägerwerk bleibt in der Verlustzone

Der Lübecker Medizintechnikkonzern Drägerwerk hat zwar seit Ausbruch der Corona-Krise zahlreiche Großaufträge erhalten. Dennoch meldet das Unternehmen einen Verlust für das erste Quartal. Die Aktie rutscht im heutigen Handel ins Minus.

Drägerwerk setzte im ersten Quartal 2020 währungsbereinigt 640 Millionen Euro um – ein Zuwachs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettoverlust lag allerdings im Berichtszeitraum bei 6,7 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2019 betrug der Fehlbetrag 10,1 Millionen Euro. Den Auftragseingang konnte das Unternehmen mit 1,4 Milliarden Euro im Jahresvergleich allerdings mehr als verdoppeln. Anfang April hatte Drägerwerk bereits die Zahlen zum Umsatz und Auftragseingang im ersten Quartal veröffentlicht (mehr erfahren Sie hier).

"Die Corona-Pandemie hat bei uns zu einem außerordentlich hohen Anstieg der Aufträge bei Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken geführt. Aber auch Verbrauchsmaterialien, Patientenmonitoring und Anästhesiegeräte werden verstärkt nachgefragt", sagt Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender von Drägerwerk. "Es zahlt sich aus, dass wir in eine neue Fabrik in Lübeck investiert und mit den Betriebsparteien und Gewerkschaften flexible Arbeitszeit- und -organisationsmodelle vereinbart haben. So können wir die Produktionsmenge vervierfachen.“

Drägerwerk hatte allerdings nach eigenen Angaben im abgelaufenen Quartal aufgrund des hohen Umsatzvolumens mit höheren Vertriebs- und Logistikkosten zu kämpfen. Auch die Frachtraten seien gestiegen. Wie ECOreporter vermutet hatte, schmälern die hohen Bestellungen die Margen des Unternehmens.

Die Drägerwerk-Aktie startete in den heutigen Handel an der Börse Stuttgart mit einem Minus von 4 Prozent und notiert bei 77,90 Euro (30.4.2020, 11:55 Uhr). Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 48 Prozent im Plus.

Drägerwerk ist ein solides Unternehmen. Ob es nachhaltig aus der Corona-Pandemie Kapital schlagen kann, ist derzeit schwer abzuschätzen. Alles deutet darauf hin, dass der erwartete Gewinnanstieg bei Drägerwerk im aktuellen Kurs der Aktie eingepreist ist. Investierte Anleger sollten ihre Anteile halten. Neueinsteiger sollten die Aktie beobachten. 

Drägerwerk AG & Co. KGaA Vz.: ISIN DE0005550636 / WKN 555063

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