Operationssaal in Fresenius-Klinik. / Foto: Unternehmen

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ECOreporter-Favoriten-Aktie: Fresenius bringt 2020 Ferndiagnose an den Start

Deutschlands größter Krankenhausbetreiber Fresenius will einen Telemedizin-Dienst starten. Der Konzern verspricht sich davon mehr Patienten und auch eine Steigerung der Effizienz. Kann die Aktie profitieren?

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Fresenius will einen Online-Beratungsdienst für Patienten einführen, teilte Fresenius-Chef Francesco De Meo der Presseagentur dpa mit. Der Gesundheitskonzern hat mit dem kanadischen Start-up Dialogue eine entsprechende digitale Plattform entwickelt. Bis Anfang 2020 soll der Service freigeschaltet sein.

Diagnose per Videochat

Patienten sollen künftig über die Plattform per Video Kontakt mit einem Arzthelfer aufnehmen können. Dieser werde zunächst die gesundheitlichen Beschwerden abfragen. Anschließend erhalten die Patienten eine Empfehlung – etwa eine Video-Sprechstunde, den Gang in die Notfallambulanz oder den Besuch eines Facharztes. "Es funktioniert wie ein digitales Wartezimmer, aus dem wir den weiteren medizinischen Weg weisen", sagte De Meo der dpa.

Fresenius erhofft sich von dem Dienst eine Erhöhung der Effizienz, eine höhere Servicequalität und gezieltere Patientenströme. Auch die eigenen Einrichtungen sollen besser ausgelastet werden. Krankenhausbetreiber wie Rhön-Klinikum und Asklepios haben ebenfalls Telemedizin-Dienste angekündigt.

Gute Zahlen im ersten Quartal

Für das erste Quartal 2019 hatte Fresenius solide Zahlen vorgestellt. ECOreporter berichtete hier. Im letzten Jahr ist die Fresenius-Aktie stark unter die Räder gekommen. Grund war eine zweimal nach unten korrigierte Gewinnprognose.

Zuletzt zeigten sich auch Analysten wieder optimistischer. Die US-Bank JP Morgan hat beispielsweise eine Kaufempfehlung für die Fresenius-Aktie ausgesprochen und geht von einem Kursziel von 56,70 Euro auf Sicht von zwölf Monaten aus. Der deutsche Gesundheitskonzern könnte den Kursabschlag zu den Konkurrenten im Gesundheitssektor wieder aufholen, schreibt Analyst David Adlington in einer Studie.

Telemedizin kann Effizienz steigern – bei geringen Kosten

Die Telemedizinsparte eröffnet für den Konzern weitere Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung - bei gleichzeitig geringen Kosten. Die Entwicklung einer eigenen Plattform dürfte auch die Abhängigkeit von Fremdfirmen reduzieren.

Die Fresenius-Aktie notiert an der Börse Stuttgart derzeit bei 47,48 Euro (8.7., 11:49 Uhr). Auf Jahressicht ist die Aktie 31 Prozent im Minus. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2019 von 14,13 ist die Aktie günstig bewertet.

Ein Risiko ist allerdings der Ausgang der US-Wahlen im kommenden Jahr. Sollten die Demokraten wieder an die Macht kommen, könnte es zu grundlegenden Reformen im US-Gesundheitssektor kommen. Auch Fresenius könnte darunter leiden, da das Unternehmen 70 Prozent der Umsätze in den USA erzielt.

Fresenius SE ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Fresenius SE: ISIN DE0005785604 / WKN 578560

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