Siemens-Zentrale in München. / Foto: Unternehmen

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ECOreporter-Favoriten-Aktie Siemens: Klimaaktivistin stellt Siemens-Chef an den Pranger

Siemens will bis 2030 klimaneutral wirtschaften. Dennoch beteiligt sich der Münchener Technologiekonzern am Bau einer der größten Kohleminen der Welt. Die deutsche Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat deshalb Siemens-Chef Joe Kaeser auf Twitter an den Pranger gestellt.

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Luisa Neubauer, die sicherlich bekannteste deutsche Klimaschutzaktivistin, wandte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter direkt an Siemens-Chef Joe Kaeser und forderte ihn auf, das Engagement von Siemens an dem umstrittenen Kohleprojekt aufzugeben. "60 Jahre soll dort Kohle gefördert werden, in gigantischen Ausmaßen. Es ist Wahnsinn. Und Wahnsinn ist auch, dass Siemens eine Projektbeteiligung plant. Really Joe Kaeser?", schrieb Neubauer auf Twitter.  

Der indische Großkonzerns Adani will in Australien eine der größten Kohleminen der Welt bauen. In ihr sollen jährlich 60 Millionen Tonnen Kohle abgebaut werden. Über eine Eisenbahnstrecke soll die Kohle von der Miene zu einem Hafen transportiert werden, von dem aus sie dann weiter verschifft wird.

Siemens erhielt den Auftrag, die Signaltechnik für die Bahn-Strecke zu liefern. Umweltschützer kämpfen seit Jahren gegen die Inbetriebnahme des Bergwerks. In Australien formierte sich die Bewegung StopAdani, die versucht, Unternehmen an den Pranger zu stellen, die sich indirekt an dem Minenprojekt beteiligen. Die StopAdani-Bewegung will auf der Siemens-Hauptversammlung am 5. Februar das Thema ansprechen. In den sozialen Medien und vor der Siemens-Unternehmenszentrale in München kam es bereits zu Protesten wegen des Verkaufs der Signalanlage an das indische Unternehmen.

"Ich werde mir die Sache sorgfältig ansehen und mich bald zurückmelden", schrieb Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser vor knapp einer Woche nach den Protesten auf Twitter. Ob er die Lieferung der Anlage an Adani zurückrufen werde, ließ er aber offen.

Der finanzielle Schaden sollte sich für Siemens bei einem Rückruf in Grenzen halten. Knapp 20 Millionen Euro soll der Auftrag dem Münchener Konzern in die Kasse spülen. Zum Vergleich: Siemens hat im vergangenen Jahr Aufträge über insgesamt 98 Milliarden Euro erhalten.

Siemens hatte Anfang November gute Geschäftszahlen veröffentlicht (ECOreporter berichtete hier). Die Aktie steht derzeit im Handel an der Börse Stuttgart bei 117,20 Euro (30.12., 10:30 Uhr). Auf Sicht von zwölf Monaten liegt sie 19 Prozent im Plus. Die Siemens-Aktie ist für ECOreporter ein solides Langfristinvestment.

Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Hier gelangen Sie zum ausführlichen Unternehmensporträt.

Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610

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