Die langfristige Wertentwicklung der Favoriten-Aktien kann sich mit bis zu 40 Prozent Kurszuwachs durchaus sehen lassen. / Bild: Pixabay

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ECOreporter-Favoriten-Aktien auf Kurs: Entwicklung kann sich sehen lassen

Wie haben die nachhaltigen Dividendenkönige in den letzten sechs und zwölf Monaten abgeschnitten, wo gab es Ausreißer - nach oben und nach unten? Wir haben für Sie die Entwicklung der dividendenstarken ECOreporter-Favoriten-Aktien analysiert.

Wertentwicklung sechs Monate: Nordamerikanische Unternehmen vorne, Konsumgüterhersteller schwach

Seit Mitte Februar 2018 konnten besonders Unternehmen aus Nordamerika im Preis zulegen. Allen voran der kanadische Eisenbahn-Konzern Canadian National Railway, dessen Kurs innerhalb eines halben Jahres um mehr als 22 Prozent im Kurs stieg (Kurszuwachs in einem Jahr: fast 15 Prozent).

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Zum Vergleich: Der kanadische Aktienindex TSX 60 legte im selben Zeitraum um knapp 7 Prozent zu. Der Aktienkurs von Canadian National Railway stand im Februar noch bei 96,35 CAD-Dollar (umgerechnet knapp 64,40 Euro). Gestern Nacht lag er nach Börsenschluss an der Toronto Stock Exchange bei 116,21 CAD-Dollar (mehr als 77,60 Euro).

SAP und Thermo Fisher stark

Stark entwickelten sich auch Aktien von SAP, weltweit führender Anbieter von Unternehmens-Software, und des US-amerikanischen Unternehmens Thermo Fisher Scientific, Weltmarktführer für Laborausstattungen und –dienstleistungen. Die Aktie des in Walldorf bei Stuttgart ansässigen SAP-Konzerns stieg um fast 21 Prozent innerhalb von sechs Monaten (Entwicklung in einem Jahr: 13 Prozent). Aktuell (17. August, 9:30 Uhr) notiert die SAP-Aktie bei etwa 101,80 Euro.

Auch der Laborausstatter Thermo Fisher Scientific liegt in der Wertentwicklung vorne: Nach einem halben Jahr beträgt der Kurszuwachs mehr als 9 Prozent (ein Jahr: 33 Prozent Kurszuwachs). Der Thermo Fisher-Schlusskurs gestern Abend nach US-Börsenschluss (16. August, 22:00 Uhr) betrug knapp 231 US-Dollar (umgerechnet etwa 203 Euro).

US-Steuerreform bringt Wachstumsschub

Die drei Aktien profitierten von der von US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf angeregten und seit 1. Januar dieses Jahres geltenden Steuerreform. Alle drei Unternehmen sind vor allem im US-Markt aktiv.

Auch Kursrückgänge bei Favoriten-Aktien

Weit weniger gut entwickelten sich die Kurse des großen und bekannten US-Konsumgüterherstellers Colgate-Palmolive (Colgate-Mundhygiene, Palmolive-Körperpflege), des Industriegase-Spezialisten Linde und des französischen Immobilienkonzerns Unibail-​Rodamco-​Westfield (ehemals Unibail-Rodamco).  

Colgate-Palmolive kämpft seit einiger Zeit mit sinkenden Umsätzen in den für Colgate wichtigen Schwellenländern. Hier erzielte der US-Konzern 2017 einen Umsatzanteil von mehr als 49 Prozent (Umsatzanteil USA: 28 Prozent). Colgate-Palmolive verlor in den vergangenen sechs Monaten bisher mehr als 7 Prozent im Kurs (Wertentwicklung in einem Jahr: minus 7 Prozent). Der Aktienpreis betrug gestern nach Börsenschluss an der New York Stock Exchange 66,72 US-Dollar, umgerechnet etwa 58,60 Euro.

Auch der Industriegase-Konzern Linde rutschte in Folge immer wieder aufkommender Schwierigkeiten bei der geplanten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair auf Sicht von sechs Monaten im Kurs ab. Linde verlor fast 1 Prozent, innerhalb eines Jahres legte die Aktie in der Wertentwicklung aber zu: um 5 Prozent (Aktienkurs heute: 174,55 Euro, 10:30 Uhr).

Unibail-Rodamco-Westfield kämpft weiterhin mit der Integration des übernommenen australischen Immobilienkonzerns Westfield. Die Übernahme von Westfield wurde im Dezember 2017 abgeschlossen. Aktien von Unibail-Rodamco-Westfield verloren in sechs Monaten 1 Prozent im Kurs (Kursverlust ein Jahr: minus 2 Prozent).

Wertentwicklung ein Jahr: Fast 40 Prozent Zuwachs mit Technologie-Aktien

Innerhalb des letzten Jahres stiegen viele der Dividendenkönige deutlich im Kurs an – teilweise sogar im hohen zweistelligen Prozentbereich. Allen voran die beiden US-Technologieunternehmen Cisco Systems (Netzwerkausrüster) und der Chip-Hersteller Intel. Thermo Fisher Scientific, auch schon unter den Top-Performern auf Sicht von sechs Monaten, belegt im Ranking den dritten Platz.

Der im Verhältnis zum Euro schwache US-Dollar und der hohe Umsatzanteil im US-Inland haben Auswirkungen auf die Geschäfte der Technologieriesen Cisco Systems, Intel und Thermo Fisher Scientific. Produkte und Dienstleistungen werden günstiger, Konsumenten greifen zu.

Cisco Systems legte innerhalb eines Jahres um 39 Prozent auf US-Dollar-Basis zu. Die Cisco-Aktie lag gestern Abend (17. August, 22:00 Uhr) nach US-Börsenschluss an der Technologie-Börse Nasdaq bei 45,15 US-Dollar (umgerechnet etwa 39,70 Euro).

Aktien von Intel verbesserten sich von Mitte August 2017 bis heute um etwa 35 Prozent. Schlusskurs gestern Abend: 47,17 US-Dollar (41,50 Euro).

Der Kurs von Thermo Fisher Scientific stieg im Laufe eines Jahres um fast 33 Prozent an (Kurszuwachs sechs Monate: fast 10 Prozent).

“Growth“ vor “Value“

Growth-Unternehmen, also Firmen, die besonders auf langfristiges Unternehmenswachstum setzen, stehen seit einiger Zeit in der Gunst der Anleger. In Aktien dieser Kategorie floss zuletzt viel Kapital. Das zeigen die deutlich angestiegenen Kurse. Anders dagegen werthaltige Unternehmen, auch “Value“-Unternehmen genannt. Hier zogen Anleger Kapital ab.

Alle unsere Favoriten-Aktien aus dem Bereich Technologie sind Growth-Unternehmen. Sie verfolgen langfristiges Unternehmenswachstum und -gewinnentwicklung.

Konsumgüterhersteller in einem Jahr ohne Kursplus

Der Konsumgüterriese Procter & Gamble bildet mit einem Kursminus von 9 Prozent innerhalb eines Jahres das Schlusslicht der Dividendenkönige-Kursliste (Schlusskurs gestern Abend - 17. August, 22:00 Uhr - 83,70 US-Dollar, umgerechnet 73,50 Euro). Es folgt die Aktie von Colgate-Palmolive, die auch schon in den vergangenen sechs Monaten keinen Kurszuwachs erzielen konnte.

Die Konzerne kämpfen seit einiger Zeit mit der wachsenden Konkurrenz durch Billig-Anbieter, die bei den Kunden namhafter Discounter zunehmend Anklang finden. Konsumgüter-Unternehmen aus den USA konnten von der Steuerreform bisher nicht profitieren, und Aktionäre hielten sich mit Aktienkäufen zurück.

Auch ein deutsches Unternehmen ist bei den kursschwachen Aktien mit dabei: der Spezialist für Gesundheit und Medizin Fresenius. Innerhalb eines Jahres verlor der Aktienkurs 7 Prozent (Aktienpreis aktuell: fast 65 Euro). Fresenius meldete zuletzt weniger Umsatz, dafür aber mehr Gewinn. Der starke Euro drückt seit einiger Zeit auf die Umsätze des Gesundheits- und Medizintechnikkonzerns. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Homburg erzielt einen Großteil seiner Umsätze in den USA (2017 : fast 45 Prozent Umsatzanteil).     

Unternehmen breit aufgestellt

Die nachhaltigen ECOreporter-Dividendenkönige Procter & Gamble und Colgate-Palmolive sind breit aufgestellt und können so schwache Marktphasen gut kompensieren. Beide Unternehmen verfolgen eine globale Strategie. Aktien dieser Branche bleiben nach wie vor interessant: Es sind Giganten mit immer noch hohen Margen, einem breiten Markenportfolio und enormer Dominanz am Konsumgütermarkt und in den aufstrebenden Schwellenländern.

Auch der Fresenius-Konzern ist breit im Markt rund um Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen aufgestellt. Fresenius hat zahlreiche Tochtergesellschaften und Mehrheitsanteile an anderen, im Gesundheitsmarkt gut positionierten Unternehmen. Fresenius deckt so einen breiten Markt ab.

Nur Gewinner, keine Verlierer

Die anderen ECOreporter-Favoriten aus der Reihe nachhaltige Dividendenkönige haben von Anfang Dezember 2017 bis heute zwischen 10 und 1 Prozent Kurszuwachs erzielt. Verlierer gab es im betrachteten Zeitraum nicht.

Innerhalb eines Jahres (August 2017 bis heute) liegt die Wertentwicklung der anderen Dividendenkönige zwischen plus 14 und minus 9 Prozent.

Die Dividendenkönige sind Teil der Reihe ECOreporter-Favoriten-Aktien. Zu den ausführlichen Unternehmensportraits gelangen Sie hier.

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