Unternehmen der Medizintechnikbranche erfreuten Anleger zuletzt mit ansteigenden Kursen. / Bild: Lassedesignen, Fotolia

03.08.18 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

ECOreporter-Favoriten-Aktien Medizintechnik: Geht der Aufwärtstrend weiter?

Seit dem Start der Reihe ECOreporter-Favoriten-Aktien Dividendenkönige und Mittelklasse-Aktien sind Unternehmen aus der Medizintechnikbranche mit dabei. Bei den Dividendenkönigen die beiden US-Konzerne Thermo Fisher Scientific und Stryker sowie das deutsche Unternehmen Fresenius. Bei den Mittelklasse-Aktien der dänische Konzern Coloplast.

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Die Aktien der beiden großen US-Medizintechnikunternehmen sind im Kurs gestiegen, Coloplast-Anteile verbesserten sich noch deutlicher. Anders dagegen der Aktienpreis des deutschen Konkurrenten Fresenius. Hier erzielten Anleger in den vergangenen sechs Monaten nur einen kleines Kursplus.

“Growth“ vor “Value“

Growth-Unternehmen - also Unternehmen die besonders auf langfristiges Unternehmenswachstum setzen - stehen seit einiger Zeit in der Gunst der Anleger. In Aktien dieser Kategorie floss zuletzt viel Kapital. Das zeigen die deutlich angestiegenen Kurse. Anders dagegen werthaltige Unternehmen, auch “Value“-Unternehmen genannt. Hier zogen Anleger Kapital ab.

Alle unsere Aktien-Favoriten aus dem Bereich Medizintechnik sind Growth-Unternehmen. Sie verfolgen langfristiges Unternehmenswachstum und -gewinn.

Hohe Gewinne mit Coloplast und Thermo Fisher

Die Coloplast-Aktie legte in den vergangenen sechs Monaten gut 40 Prozent im Kurs zu, Anteilsscheine von Thermo Fisher Scientific stiegen um etwa 15 Prozent. Auch die Aktie des US-Konzerns Stryker verbesserte sich im Kurs - um rund 10 Prozent. Aktionäre von Fresenius mussten sich hingegen mit nur einem geringen Kursanstieg zufrieden geben. Im betrachteten Zeitraum stiegen die Papiere nur um knapp 2 Prozent. Dazu kommt jedoch eine attraktive Dividendenrendite von aktuell 1,2 Prozent (3. August 2018).

Neben Fresenius schütten auch die anderen Unternehmen eine Dividende aus. Typisch für Growth-Unternehmen: Eine eher geringe Ausschüttung der Gewinne. Der erzielte Gewinn wird eher zurück in das Unternehmen investiert, beispielsweise in die Forschung und Entwicklung oder die Übernahmen kleiner, jedoch innovativer Firmen und Konkurrenten.

Dividendenrendite bis zu 2,5 Prozent

Die geringste Dividendenredite der betrachteten Unternehmen gibt es bei Thermo Fisher Scientific mit aktuell 0,4 Prozent (Stryker: Dividendenrendite 1,1 Prozent, Coloplast: 2,5 Prozent). Dafür steigert der US-Konzern Jahr für Jahr die Dividende.

Mittelklasse-Aktie Coloplast vor Allzeithoch

Den größten Kursschub machte die Aktie von Coloplast, ein Medizintechnikkonzern aus Humlebaek (Dänemark). Das Unternehmen ist führend in der Herstellung von Produkten für Stomaversorgung, Stuhl- und Harninkontinenz sowie Wundversorgung. Hinzu kommen hochwertige  Hautpflegeprodukte. Die Coloplast-Aktie legte seit Anfang Februar um etwa 40 Prozent zu (in Euro). Hinzuzurechnen ist die jährlich ausgeschüttete Dividende - die Dividendenrendite belief sich für 2017 auf 2,9 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte Coloplast die Dividende jedes Jahr.

Coloplast ist, anders als Stryker, Thermo Fisher Scientific und Fresenius, sehr stark im Ausland aktiv. Der Umsatzanteil im Jahr 2017 außerhalb des Heimatmarktes Dänemark lag bei fast 98 Prozent. Donald Trumps Ankündigung nach seiner Präsidentschaftswahl im Oktober 2016 die heimische Industrie mittels einschlägiger Programme zu stärken, hat die Coloplast-Aktie nicht belastet. Im Gegenteil: Aktionäre kauften Coloplast-Anteile zu, da das Unternehmen weniger vom schwer zu prognostizierenden US-Gesundheitsmarkt abhängig ist.

Anders sieht es bei Thermo Fisher Scientific, Stryker und Fresenius aus. Der Umsatzanteil im US-Markt ist bei diesen drei Medizintechnik-Unternehmen erheblich höher: Bei Thermo Fisher Scientific lag er 2017 bei 49 Prozent. Stryker kam im selben Jahr auf 73 und Fresenius auf 45 Prozent. Der Rest wurde in Europa und den Schwellenländern, allen voran China, erwirtschaftet.

Schwacher Dollar beflügelt US-Geschäft

Der im Verhältnis zum Euro schwache US-Dollar und der hohe Umsatzanteil im US-Markt wirken sich auf die Geschäfte der drei Medizintechnikriesen aus. Produkte und Dienstleistungen werden für die US-Konsumenten günstiger, und der Umsatz sollte eigentlich steigen. Dennoch ist das US-Geschäft hart umkämpft. Große US-amerikanische Medizintechnikanbieter wie beispielsweise Becton Dickinson und Medtronic ringen mit ihren Produkten um die Gunst der Kunden.

Unternehmen breit aufgestellt

Die nachhaltigen ECOreporter-Dividendenkönige Thermo Fisher Scientific, Stryker und Fresenius sind breit aufgestellt und können so schwache Marktphasen gut überstehen. Vor allem der Fresenius-Konzern, der eine breite Palette an Medizin- und Gesundheitsprodukten sowie -Gesundheitsdienstleistungen anbietet. Alle drei Unternehmen sind rund um den Globus aktiv. Ebenso die Mittelklasse-Aktie Coloplast, die fast ihren gesamten Umsatz außerhalb des Heimatmarktes Dänemark erzielt.

Growth-Werte langfristig attraktiv

Wachstumsstarke Unternehmen sind bereits stark im Kurs gestiegen, und nicht mehr günstig zu haben. Lediglich die Fresenius-Aktie legte in den vergangenen sechs Monaten um nur knapp 2 Prozent zu, aufgrund der Probleme im wichtigen US-Markt hatte.

Anfang Februar 2018 kostete eine Fresenius-Aktie knapp 66,70 Euro. Aktuell (3.8., 12:00 Uhr) kostet eine Aktie 68,90 Euro. Ein Kurssprung von fast 2 Prozent innerhalb von sechs Monaten.

Einstieg wagen

Anleger, die bisher noch keine Anteilsscheine von Fresenius im Depot liegen haben, können unter langfristigen Gesichtspunkten eine kleine Position aufbauen.

Aktionäre von Thermo Fisher Scientific und Stryker sollten Gewinnmitnahmen ihrer bisher erzielten Kursgewinne in Erwägung ziehen und einen Teil ihrer Aktien verkaufen (Kurs Thermo Fisher Scientific gestern nach Börsenschluss an der New York Stock Exchange: 233,20 US-Dollar, etwa 201 Euro; Aktienkurs Stryker 166,45 US-Dollar, fast 144 Euro).

Da der Kurs von Coloplast kurz vor einem Allzeithoch (in Euro) liegt, sollten Neu-Einsteiger mit einem Einstieg noch warten. Kaufkurse bieten sich beispielsweise zwischen 84 und 86 Euro an. (Gut zu wissen: In den vergangenen fünf Jahren hat die Coloplast-Aktie um mehr als 210 Prozent in Euro zugelegt – ohne die Einbeziehung von Dividenden).

Thermo Fisher Scientific, Stryker und Fresenius sind weiterhin Aktien-Favoriten aus der Reihe Dividendenkönige.

Coloplast bleibt eine Favoriten-Aktie aus der Reihe Mittelklasse-Aktien.

Dividendenkönige

Thermo Fisher Scientific Inc.: ISIN US8835561023 / WKN 857209

Stryker Corp. AG: ISIN US8636671013 / WKN 864952

Fresenius SE: ISIN DE0005785604 / WKN 578560

Mittelklasse-Aktien

Coloplast A/S: ISIN DK0060448595 / WKN A1KAGC

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