Enapter will gemeinsam mit der FH Münster einen revolutionären Elektrolyseur der Megawatt-Klasse entwickeln. / Foto: Enapter

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Enapter erhält Millionenförderung für Wasserstoffproduktion

Der Heidelberger Wasserstoffexperte Enapter erhält für die Entwicklung seiner Elektrolyseure der Megawatt-Klasse eine Förderung vom Bundesforschungsministerium. Insgesamt fließen 5,6 Millionen Euro, ein Teil davon geht an die Fachhochschule Münster, die an der Entwicklung beteiligt ist.

Enapter will mit dem Projekt das Potenzial der Wasserstoffherstellung durch Elektrolyseure weiter ausschöpfen. Der Clou an der Enapter-Technik: Statt einen großen Elektrolyseur zu bauen, sollen 440 Module (AEM-Stacks) in Reihe geschaltet und zu einem Gesamtsystem kombiniert werden.

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Der sogenannte "AEM Multicore" soll bis zu 450 Kilogramm grünen Wasserstoff pro Tag herstellen können und im Vergleich zu anderen Elektrolyseuren der Megawatt-Klasse deutlich günstiger sein. Das System soll nach den derzeitigen Plänen bereits kommendes Jahr auf den Markt kommen.

Die Entwicklungsarbeit übernimmt weitgehend Enapter, während die FH Münster die Produkte mit Labortests unterstützt. Dieser modulare Ansatz verkürze die Entwicklungszeit, erklärt das Unternehmen.

Ehrgeizige Pläne

Enapter bereitet derzeit im nordrhein-westfälischen Saerbeck nahe Münster auch den Bau des "Enapter Campus" vor, der im Herbst beginnen soll. Dafür erhielt das Start-up erst vor wenigen Wochen eine Förderzusage des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 9,36 Millionen Euro. Neben einer Massenproduktion für Elektrolyseure ist am Standort auch ein Forschungszentrum vorgesehen.

Die Enapter-Aktie kostet an der Börse Stuttgart aktuell 26,60 Euro und ist damit 0,4 Prozent im Minus zum Vortag (Stand: 8.7.2021, 9:15 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,4 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 5.010 Prozent an Wert gewonnen. 

Den ehrgeizigen Plänen zum Trotz ist Enapter weiter ein relativ kleines Unternehmen, der Bau des "Campus" hat zudem noch nicht begonnen. Auch die Anlagen für die Massenproduktion sind noch in der Entwicklung. Anlegerinnen und Anleger sollten beim Thema Wasserstoff zudem vorsichtig sein – seriösen Schätzungen zufolge wird grüner Wasserstoff nicht vor 2030 konkurrenzfähig sein. Anlegerinnen und Anleger, die das Risiko eingehen wollen, sollten also einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren mitbringen und sich auf deutliche Kursschwankungen gefasst machen.

Mehr zur Wasserstoff-Begeisterung an den Börsen und eine Übersicht zu im Markt aktiven Unternehmen lesen sie in unserem Dossier Von Bloom bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Enapter AG: ISIN: DE000A255G02 / WKN: A255G0

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