Enapter hat bei der Auslieferung seiner Elektrolyseure einen neuen Höchststand erreicht. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Enapter stellt Produktionsrekord auf, Bestellung aus den Niederlanden

Das Berliner Wasserstoffunternehmen Enapter erzielte im vierten Quartal 2022 einen Produktionsrekord bei Wasserstoffelektrolyseuren (Geräten zur Wasserstoffherstellung). Der von Enapter als AEM-Multicore bezeichnete Elektrolyseur kann dem Unternehmen zufolge täglich rund 450 Kilogramm grünen Wasserstoff produzieren.

In den letzten drei Monaten  hat Enapter eigenen Angaben zufolge mehr als 1.200 Elektrolyseure der neuesten Gerätegeneration EL 4.0 mit einer Gesamtleistung von fast 3 Megawatt (MW) an Kunden weltweit ausgeliefert. Das Interesse an Wasserstoffanwendungen wachse über mehrere Industrien hinweg, wie Enapter in einer Mitteilung erklärte.

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Unter anderem hat Enapter mehrere Firmen beliefert, die Wasserstoff-Betankungssysteme herstellen, etwa Fuel Cell Systems aus Großbritannien. In Indien wurden verschiedene Anwendungen im Industriebereich realisiert. Ein großer Teil der AEM-Elektrolyseure werde außerdem für Energiespeicherlösungen genutzt.

Nach vorläufigen Zahlen erzielte Enapter 2022 einen Jahresumsatz von rund 14,7 Millionen Euro, der innerhalb der Erwartungen liegt und einem Wachstum von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2023 erwartet Enapter eine Verdopplung des Umsatzes auf rund 30 Millionen Euro. Mit dieser Prognose hatte das Unternehmen Ende vergangenen Jahres am Finanzmarkt enttäuscht.

Investment als Wette

Enapter meldete am heutigen Freitag zudem einen weiteren Auftrag. Für eine Wasserstofftankstelle in den Niederlanden soll der Konzern einen Elektrolyseur der Megawattklasse an ein namentlich nicht genanntes niederländisches Energieunternehmen liefern. Enapter wird nach eigener Aussage über seinen Vertriebs- und Integrationspartner Adsensys für den gesamten Integrationsprozess des Elektrolyseurs verantwortlich sein.

Die Enapter-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 2,2 Prozent im Plus zum Vortag und notiert bei einem Preis von 14,25 Euro (Stand: 13.1.2023, 10:03 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 5,6 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 39,6 Prozent im Minus.

Enapter baut aktuell im nordrhein-westfälischen Saerbeck nahe Münster einen "Campus" genannten Produktionsstandort auf. Das Unternehmen will dort anfangs vor allem Elektrolyseure der Megawattklasse bauen, der Produktionsstart ist für dieses Jahr vorgesehen. Erste Umsätze des Standortes Saerbeck werden für 2024 erwartet.

Wie klein Enapter aber aktuell noch ist, zeigt sich auch daran, dass das Unternehmen Mitteilungen über die Bestellung einzelner Elektrolyseure verfasst. Die Enapter-Aktie ist eine Wette darauf, dass die Anlagen des Unternehmens günstigen Wasserstoff erzeugen können und der Aufbau der Massenfertigung in Saerbeck gelingt. Mittelfristig werden die Aussichten dieser Wette am Erfolg oder Misserfolg des Campus-Projekts hängen. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern von Wett-Investments ab.

Wasserstoff ist ein spannendes, aber bislang noch sehr riskantes Geldanlagethema. Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Enapter AG: 

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