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Erlebnis Akademie: Weiter rote Zahlen, aber es geht aufwärts
Der Baumwipfelpfad-Betreiber Erlebnis Akademie AG hat 2025 einen Nettoverlust verbucht, konnte seine Profitabilität allerdings verbessern. 2026 soll sich die positive Entwicklung fortsetzen.
Die Erlebnis Akademie erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 24,8 Millionen Euro. Das sind 1,2 Prozent weniger als 2024. Während die Besucherzahlen des Baumwipfelpfads in Kanada 2025 um 23 Prozent gestiegen sind, verzeichneten die Standorte in Frankreich und Irland Rückgänge um jeweils rund 20 Prozent. Als einen der Gründe dafür nennt die Erlebnis Akademie nasskaltes Wetter in den Sommermonaten.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdreifachte sich im letzten Jahr fast auf 0,89 Millionen Euro, lag damit allerdings am unteren Ende der Prognosespanne von 0,8 bis 2,6 Millionen Euro. Der Nettoverlust reduzierte sich von knapp 2,1 auf 0,9 Millionen Euro.
Neue Standorte in Kroatien und Nordirland
„Durch sehr gezielte Maßnahmen an unseren Kostenstrukturen ist es uns gelungen, das operative Ergebnis weiter zu steigern“, erläutert Christoph Blaß, Finanzchef der Erlebnis Akademie. „Gleichzeitig konnten wir unser Unternehmen 2025 auch operativ weiterentwickeln: Mit neuen zusätzlichen Attraktionen für unsere Gäste, ausgeweiteten Winterilluminationen, einem Bärengehege und einem in diesem Jahr gestarteten Abenteuergolfplatz haben wir gute Voraussetzungen für weiteres Besucher- und Umsatzwachstum geschaffen.“
2026 sollen die bestehenden Baumwipfelpfade durch zusätzliche Attraktionen wie Tiergehege, Minigolfanlagen und Hochseilparcours aufgewertet werden. Zudem will das Unternehmen 2027 und 2028 neue Baumwipfelpfade in Kroatien und Nordirland eröffnen und als Minderheitsbeteiligungen führen.
„Wir haben von Anfang an nach dem Motto ‚die begehrtesten Standorte sind rar‘ gehandelt und konzentrieren uns daher bei der Suche nach möglichen Optionen auf sehr ausgewählte, attraktive Regionen, in denen wir die besten Wachstumspotenziale sehen“, sagt Bernd Bayerköhler, Vorstandssprecher der Erlebnis Akademie. „Mit den beiden fortschreitenden Projekten werden wir zwei zusätzliche Länder in unser Portfolio aufnehmen, in denen wir vorher noch nicht tätig waren und mit bewährten Joint-Venture-Partnern arbeiten.“
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Für 2026 kalkuliert die Erlebnis Akademie mit einem Umsatzanstieg auf 25,7 bis 27,6 Millionen Euro und einem EBIT zwischen 1,0 und 2,2 Millionen Euro. Finanziell steht der Konzern weiterhin solide da: Der Finanzmittelbestand erhöhte sich 2025 von 1,9 auf 3,0 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lag Ende des Jahres bei robusten 44 Prozent. Die Bankverbindlichkeiten reduzierten sich von 24,2 auf 19,9 Millionen Euro.
Für die Aktie braucht es Geduld
Die Aktie der Erlebnis Akademie gewann gestern 1,5 Prozent an Wert. Aktuell notiert sie im gettex-Handel unverändert zum Vortag bei 3,94 Euro (Stand 2.7.2026, 8:43 Uhr). Zwischen Sommer 2022 und Herbst 2024 hatte die Aktie stark an Wert verloren. Danach konnte sie sich leicht erholen, seit September 2025 geht es allerdings mit einigen Ausschlägen überwiegend wieder abwärts. In den letzten drei Monaten sank der Kurs um 2 Prozent, im Jahresvergleich gab er um 1,5 Prozent nach. Auf drei Jahre gesehen notiert die Aktie 57 Prozent im Minus.
Die Erlebnis Akademie hat nach Einschätzung von ECOreporter ein grundsätzlich spannendes, nachhaltiges Geschäftsmodell und wirtschaftet bislang mit Außenmaß. Die Aktie ist mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,4 niedrig bewertet. Allerdings werden die Margen des Unternehmens wahrscheinlich vorerst weiter niedrig bleiben. Und ob dauerhaft robuste Gewinne möglich sind, ist unklar, da der Klimawandel künftig zu mehr Extremwetterereignissen an den Standorten des Konzerns führen könnte.
Wer hier einsteigt, sollte Risikofreude und einen langen Investitionshorizont mitbringen.
Erlebnis Akademie AG: ISIN DE0001644565 / WKN 164456
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