Bus mit Brennstoffzellenantrieb von FuelCell Energy. Bekommt Wasserstoff doch noch eine Chance am Pkw-Markt? / Foto: Unternehmen

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FuelCell Energy gewinnt 11 % – deutsche Autobauer als Kursmotor

Die Aktie des US-Brennstoffzellenherstellers FuelCell Energy hat im gestrigen Handel an der Heimatbörse Nasdaq einen Sprung von 11 Prozent gemacht. Auch andere Wasserstoffaktien legten zu. Grund dürften die Pläne deutscher Autobauer sein.

So wollen gleich zwei deutsche Autoriesen über batterieelektrische Fahrzeuge hinaus auch in Wasserstoff investieren, in einem Fall durchaus überraschend. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Das Interesse an Wasserstoff-Brennstoffzellen-Aktien legte in der Folge deutlich zu.

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Der Münchener Autobauer BMW etwa will bis 2030 demnach einen Wasserstoff-Pkw für den Massenmarkt herausbringen. Einen Wasserstoffauto-Prototyp auf der Basis seines X5-SUV habe das Unternehmen bereits gebaut. Der für BMWs Wasserstoffprojekte zuständige Manager Jürgen Guldner sagte außerdem, dass das Unternehmen bis 2022 eine "Testflotte" von fast 100 Fahrzeugen aufbauen wolle.

Auch die Volkswagen-Tochter Audi erklärte in einer Stellungnahme gegenüber Reuters, sie habe bereits einige Prototypen gebaut und ein Team von mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Erforschung der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie für den gesamten Volkswagen-Konzern zusammengestellt.

Weitere Aktien profitieren

Der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess hatte die Idee von Wasserstoffautos noch vor wenigen Monaten öffentlich zurückgewiesen. Diess erklärte damals auf Twitter, die Verwendung von Wasserstoff in Autos sei erwiesenermaßen nicht sinnvoll und keine Klimalösung. Man solle "bitte auf die Wissenschaft hören".

Es scheint, als vollziehe sich in Wolfsburg nun doch ein Umdenken – womöglich fürchtet man, einen Trend am Markt zu verpassen. Erst Anfang des Monats kündigte die Hyundai Motor Group aus Südkorea ehrgeizige Wasserstoffpläne an, darunter die Elektrifizierung aller ihrer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen bis 2028 und die Erprobung der Technologie in Drohnen und Sportwagen.

Neben FuelCell profitierten im gestrigen Handel weitere Brennstoffzellen-Aktien, wenn auch in bescheidenerem Ausmaß: Plug Power gewann an der Nasdaq 3,2 Prozent, Bloom Energy stieg an der New Yorker Börse um 4 Prozent, und Ballard Power schloss ebenfalls an der Nasdaq 3 Prozent im Plus. 

Investoren setzen darauf, dass durch weitere Forschung und Investitionen in die Branche die Kosten im Laufe der Zeit sinken und die Brennstoffzellentechnologie damit konkurrenzfähiger wird. Die Wette ist also, dass der Brennstoffzellensektor grundsätzlich profitiert und das Unternehmen attraktiver macht – selbst wenn die aktuellen Neuigkeiten die Unternehmen direkt gar nicht betreffen.

Momentan ist die FuelCell Energy-Aktie im Tradegate-Handel 1,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 5,80 Euro (Stand: 23.9.2021, 9:54 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 15,9 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 164 Prozent an Wert gewonnen.

Anlegerinnen und Anlegern muss bewusst sein, dass Investitionen in Wasserstoffunternehmen ein hohes Risiko darstellen – ein konkurrenzfähiges Geschäft muss hier erst noch entstehen. Grundsätzlich ist für die Wasserstoffbranche ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren angebracht. Für eine ausführliche Einschätzung des Sektors und seiner Unternehmen lesen Sie auch das aktuelle ECOreporter-Dossier Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

FuelCell Energy Inc.:   ISIN US35952H6018 / WKN A2PKHA

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