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Gibt es bald mehr große Anleihen für Privatanleger?
Bislang sind die meisten Anleihen großer Konzerne nur für professionelle Investoren handelbar. Das könnte sich absehbar ändern.
Die EU will es Unternehmen erleichtern, auch privaten Anlegerinnen und Anlegern Anleihen mit „Make Whole“-Klausel anzubieten. Diese Klausel bedeutet, dass Firmen Anleihen schon vor ihrer Fälligkeit zum vollen Nennwert zurückkaufen können, dann aber auch noch alle bis zum Ende der eigentlichen Laufzeit anfallenden Zinsen zahlen müssen. Bislang ist für solche Anleihen ein Basisinformationsblatt (Key Information Document, KID) zu erstellen, das regelmäßig aktualisiert werden muss und die Unternehmen haftbar macht. Um diesen Aufwand und die entsprechenden Kosten zu vermeiden, schließen viele Konzerne bei Anleihen mit „Make Whole“-Klausel private Investoren aus.
Das 100.000-Euro-Problem dürfte bleiben
Die KID-Pflicht für „Make Whole“-Anleihen soll nun entfallen. Ein entsprechendes, bereits ausgehandeltes Gesetz will die EU im Sommer verabschieden. Dann können Privatanleger möglicherweise mehr Anleihen großer Konzerne kaufen, insbesondere aus den USA. Allerdings wird es wahrscheinlich weiterhin viele Papiere geben, die nur mit einer Stückelung von 100.000 Euro angeboten werden und damit für die meisten privaten Investoren nicht interessant sind. Denn wer in der EU Anleihen für Privatanleger auf den Markt bringen will, muss aufwendigere Wertpapierprospekte erstellen als bei Profi-Anleihen. Weil das vielen großen Unternehmen zu mühsam und teuer ist, gibt es bei den meisten ihrer Anleihen nur 100.000-Euro-Tranchen.
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04.05.26
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