Eternal Power möchte grünen Wasserstoff produzieren und verkaufen. / Grafik: Pixabay

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Im Check: Grüner Wasserstoff – Anleihe von Eternal Power mit bis zu 11 % Zins

Die Eternal Power GmbH aus Hamburg entwickelt in Europa mehrere große Wasserstoffprojekte. Darunter sind zwei Vorhaben in Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern, die mit dem Kapital der nachrangigen Anleihe „Eternal Power Wasserstoff Invest“ weiterentwickelt werden sollen. Eine Zeichnung der Anleihe ist ab 250 Euro über die Plattform Wiwin möglich. Die Schuldverschreibungen haben eine Laufzeit von rund 3,5 Jahren und bieten einen Zinssatz von 9,0 Prozent pro Jahr. Zudem sind erfolgsabhängige Bonuszinsen von bis zu 2,0 Prozent pro Jahr möglich. Wie aussichtsreich und riskant ist das Investment?

Die 2022 gegründete Eternal Power GmbH entwickelt und strukturiert großvolumige Projekte zur Erzeugung und Verteilung von grünem Wasserstoff. Dabei arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Flächenbewertung und -sicherung über die Planung der Wasserstoffproduktionsanlage bis hin zum Vertrieb des grünen Wasserstoffs und der mit Wasserstoff erzeugten Derivate (z. B. Ammoniak, Methanol und synthetische Kraftstoffe) an industrielle Abnehmer.

Zusammenarbeit mit ITM Power

Ende Juni 2025 gab Eternal Power eine strategische Zusammenarbeit mit einer Tochter des börsennotierten PEM-Elektrolyseur-Herstellers ITM Power bekannt. Inhalt dieser Zusammenarbeit ist gemäß den Angaben in der Anlagebroschüre vom 22.7.2025, dass die Unternehmen gemeinsam ab Sommer 2025 ein innovatives „Hydrogen-As-A-Service“-Angebot starten und vermarkten.

Dieses Angebot soll laut Eternal Power wesentliche aktuelle Hürden der industriellen Wasserstoff-Projektumsetzung adressieren und lösen. Zu den Hürden zählen nach Angaben des Unternehmens unter anderem eine hohe Komplexität in der Projektentwicklung, hohe Investitionskosten, technische Komplexität, wahrgenommene Risiken und die Finanzierung.

ECOreporter hat sich zahlreiche börsennotierte Wasserstoff-Unternehmen angesehen, darunter auch ITM Power. Welche dieser Wasserstoff-Aktien interessant sind, lesen Sie hier in einem ausführlichen Übersichtsartikel.

Eine Einschätzung der Anleihe „Eternal Power Wasserstoff Invest“ finden Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Projekte in mehreren Ländern Europas 

Eternal Power entwickelt derzeit mehrere großskalige Projekte für grünen Wasserstoff und E-Methanol in Europa. Dazu gehören laut Anlagebroschüre Dummerstorf I & II (380 MW Leistung) in Mecklenburg-Vorpommern und Norbottens län (400 MW) in Schweden. Bei beiden Projekten ist den Angaben nach eine Pre-FEED Studie abgeschlossen und ein Term-Sheet für Offtake unterschrieben. Eine Preliminary Front-End Engineering and Design-Studie (Pre-FEED Studie) dient in der Regel als Vorbereitung für die detaillierte FEED-Studie. Bei einem Term-Sheet für Offtake handelt es sich in der Regel um eine Art vorvertragliche Absichtserklärung zwischen dem Verkäufer und dem Abnehmer von Produkten.

Die weiteren Projekte von Eternal Power, die in der Anlagebroschüre aufgeführt sind, befinden sich noch in früheren Entwicklungsphasen, in denen zunächst die benötigten Flächen gesichert wurden bzw. gesichert werden sollen. Die Projekte befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern (80 MW und 100 MW), Extremadura in Spanien (330 MW) und in der Region Lissabon in Portugal (500 MW). Zudem wird in der Anlagebroschüre ein Frühphase-Großprojekt in Chile (1.500 MW, grünes Ammoniak) genannt, bei dem zunächst die Landrechte in der Klärung sind.

Dummerstorf-Projekte derzeit Schwerpunkt

Bei den Inhaberschuldverschreibungen „Eternal Power Wasserstoff Invest“ handelt es sich um Kryptowertpapiere nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Millionen Euro. Die Emittentin Eternal Power GmbH trägt laut den Verbraucherinformationen Vermittlungsgebühren und Anlegerverwaltungskosten von bis zu ca. 175.000 Euro.

Die Nettoerlöse aus der Emission sollen laut Anlagebroschüre auf Ebene der Eternal Power GmbH verwendet werden, um das operative Tagesgeschäft der Projektentwicklung zu finanzieren – mit besonderem Fokus auf die beiden fortgeschrittenen Projekte in Dummerstorf. Zudem soll der weitere Aufbau der internationalen Projektpipeline im Bereich grüner Wasserstoff und seiner Derivate vorangetrieben werden.

Mit dem Projektcluster Dummerstorf I & II will Eternal Power eines der ersten industriell integrierten Wasserstoffprojekte Norddeutschlands mit direktem Zugang zu Energie-, Wasser- und Pipelineinfrastruktur realisieren. Die Entwicklung erfolge modular in zwei Phasen. Das Projekt Dummerstorf I soll laut Anlagebroschüre auf einer Fläche von ca. 3,5 Hektar im Landkreis Rostock in der Gemeinde Dummerstorf errichtet werden. Der Zeitplan sieht vor, dass nach Abschluss der Studien-/Genehmigungsphase (2026) im ersten Quartal 2027 die endgültige Investitionsentscheidung zu Dummerstorf I getroffen wird. Wenn die Entscheidung positiv ausfällt, soll im dritten Quartal 2027 der Bau beginnen und im dritten Quartal 2029 die Inbetriebnahme erfolgen.

Aktuell ist Eternal Power laut Anlagebroschüre alleiniger Eigentümer der beiden Projektphasen Dummerstorf I & II. Mit Einstieg eines Investors soll sich – gegen entsprechende Finanzierungszusage und Kaufpreiszahlung – der Anteil auf 30 Prozent reduzieren.

Laufzeit und Zins

Die Laufzeit der Schuldverschreibungen hat am 22.7.2025 begonnen und endet am 31.12.2028. Die Emittentin hat aber laut Basisinformationsblatt (BIB, vom 22.7.2025) das Recht, die Schuldverschreibungen ab dem 1.1.2028 mit einer Frist von einer Woche zu einem Quartalsende zu kündigen. In dem Fall beträgt die Vorfälligkeitsentschädigung 30 Prozent der Zinsen, die auf die Anleihe vom Kündigungszeitpunkt bis zum Laufzeitende noch fällig geworden wären. 

Der Zinssatz der Anleihe beträgt 9,0 Prozent pro Jahr. Zudem gibt es laut BIB rückwirkend für die gesamte Laufzeit eine variable Verzinsung von jeweils 1,0 Prozent pro Jahr für den Fall, dass

  • der FID-Meilenstein (Final Investment Decision, endgültige Investitionsentscheidung) für das Projekt „Dummerstorf Phase I“ erreicht wurde; dies bedeutet laut BIB, dass alle wesentlichen Bedingungen erfüllt sind (Finanzierung inklusive Investorenfreigabe, Genehmigung etc.) und das Projekt offiziell in die Umsetzungsphase übergeht
  • die Gesellschaft eine Pre-Money Valuation (Unternehmenswert im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde) von 50 Millionen Euro erreicht hat.

Es ist vertraglich vorgesehen, dass ein Teil des Anleihekapitals bereits vor dem Laufzeitende getilgt wird. Vorbehaltlich der vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre und des Rangrücktritts sollen am 1.4.2027 sowie am 2.1.2028 jeweils 14,2857 Prozent des Nennbetrags zurückgezahlt werden.

Nachrang erhöht Risiko

Die Schuldverschreibungen enthalten einen qualifizierten Rangrücktritt einschließlich vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre. Die Zahlungsansprüche aus den nachrangigen Schuldverschreibungen können aufgrund der vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre bereits vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens dauerhaft nicht durchsetzbar sein, und der Ausschluss dieser Ansprüche kann dauerhaft und für unbegrenzte Zeit wirken. Mit dem digitalen Wertpapier selbst sind ebenfalls Risiken verbunden, beispielsweise das Risiko von Hackerangriffen.

Die Emittentin kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten, bis hin zur Insolvenz der Emittentin. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, ihr eingesetztes Kapital zu verlieren.

Erhebliche Risiken der Projekte Dummerstorf

Die Umsetzung der Projekte, insbesondere der derzeitigen Hauptprojekte Dummerstorf I & II, ist laut Anlagebroschüre mit vielfältigen Risiken verbunden, die auf Projektentwicklungs-, Genehmigungs- und Infrastrukturabhängigkeiten beruhen. Trotz fortgeschrittener Planungsstände besteht nach Angaben der Emittentin insbesondere in den folgenden Bereichen ein erhebliches Projektrisiko:

Für beide Projektphasen ist ein umfangreiches Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) mit Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich. Für Dummerstorf I wurde das Verfahren bereits vorbereitet, für Dummerstorf II steht es noch aus.

Die physische Wasserstoffabnahme für beide Projekte basiert auf dem Anschluss an das geplante deutsche Wasserstoffkernnetz. Dieses Netz befindet sich derzeit noch in Planung und wird nach Angaben der Emittentin voraussichtlich 2028 am Standort in Betrieb genommen. Ein verspäteter Ausbau oder regulatorische Verzögerungen bei der Netzinfrastruktur können zu erheblichen Einschränkungen bei der Vermarktung und Abnahme des produzierten Wasserstoffs führen und somit die Wirtschaftlichkeit des Projekts unmittelbar beeinflussen.

Es bestehen laut Anlagebroschüre Term Sheets mit Erzeugern von erneuerbarem Strom (u. a. Offshore-Wind), und eine langfristige PPA-Versorgung ist vorgesehen. Es wurden jedoch noch keine finalen und rechtsverbindlichen Lieferverträge (Power Purchase Agreements; PPA) abgeschlossen. Marktveränderungen, regulatorische Eingriffe oder unvorhersehbare Preisdynamiken können die Versorgungssicherheit und Kostenstruktur des Projekts negativ beeinflussen.

Die Pre-FEED Studien liefern nach Einschätzung der Emittentin belastbare Grundlagen, jedoch unterliegt die finale Projektplanung Risiken durch Inflation, Materialkosten, Fachkräftemangel und geopolitische Unsicherheiten. Insbesondere für die Wasser- und Netzversorgung bestehen externe Abhängigkeiten von Versorgern und Behörden.

ECOreporter-Fazit

Die Entwicklung des Marktes für grünen Wasserstoff birgt viele Unwägbarkeiten – weltweit und auch in Deutschland. Noch ist unsicher, ob sich ein wirtschaftlich funktionierender Markt für grünen Wasserstoff in Deutschland etablieren kann. Das hängt auch von ungewissen politischen Entscheidungen ab.

Für Eternal Power und ihre Gesellschafter bestehen im Erfolgsfall Aussichten auf (sehr) hohe Gewinne und Ausschüttungen. Für die Gläubigerinnen und Gläubiger der Anleihe ist die mögliche Rendite dagegen auf 11 Prozent pro Jahr begrenzt. Nach Einschätzung von ECOreporter sind 9 bis 11 Prozent Renditechance angesichts der hohen Risiken zu wenig.

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