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Anleihen / AIF, ECOanlagecheck, Solarenergie-Investments
Unabhängige Analyse: Welches Potenzial hat der Solar-ELTIF von Invest in Visions?
Solarprojekte in Afrika südlich der Sahara - darin will der neue Investmentfonds von Invest in Visions investieren. Dabei kann es sich um Photovoltaikanlagen für gewerbliche und industrielle Unternehmen, aber beispielsweise auch um Solarsysteme für abgelegene Gemeinden oder um solarbetriebene Einzelgeräte wie Wasserpumpen handeln. Anlegerinnen und Anleger können den IIV Solar Electrification Debt ELTIF ohne Mindestanlage zeichnen. ECOreporter hat das grüne Fondsangebot analysiert.
Der Fonds hat laut Prospekt das Anlageziel, für die Anlegerinnen und Anleger attraktive risikoadjustierte Renditen aus langfristigen Anlagen im Sinne der ELTIF-Verordnung zu erzielen und gleichzeitig die grüne Transformation der Energieversorgung in der Zielregion zu fördern.
Hohe nachhaltige Wirkung möglich
Die Zielregion umfasst Länder in der Region Subsahara-Afrika. Dort betreiben viele Haushalte und Unternehmen Dieselgeneratoren, weil sie keinen Zugang zu sauberer Energie haben, nicht an das staatliche Stromnetz angeschlossen sind oder der Strom nur unzuverlässig durch das Netz fließt. Dezentrale Solaranlagen sind nicht nur umweltfreundlicher als Dieselgeneratoren, sondern können Energie auch kostengünstiger erzeugen und damit zu einer positiven Wirtschaftsentwicklung beitragen. So können Solaranlagen zusätzlich zum ökologischen Impact positive wirtschaftliche und soziale Auswirkungen in den afrikanischen Ländern haben.
Wie sind Kosten, Kündigungen und Ausschüttungen des Fonds geregelt? In welchen Ländern sollen die ersten Investitionen erfolgen? Welche Erfahrungen hat der Portfoliomanager des Fonds und sein Berater? Wo liegen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Fondsangebots? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie das ECOreporter-Fazit erhalten Sie nachfolgend im Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Fondsinitiatorin
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF wurde im Mai 2025 in Luxemburg aufgelegt. Er richtet sich sowohl an professionelle Investoren als auch an Kleinanlegerinnen und Kleinanleger. Verwaltungsgesellschaft des Fonds ist die Hansainvest Lux S.A. aus Luxemburg, die zur Signal Iduna Gruppe gehört. Die Verwaltungsgesellschaft hat laut Fondsprospekt vom 13.3.2025 das Portfoliomanagement delegiert.
Zum Portfoliomanager des Fonds wurde die Invest in Visions GmbH aus Frankfurt am Main bestellt, die den Fonds auch initiiert hat. Invest in Visions (IIV) wurde 2006 von Edda Schröder (Jahrgang 1964) gegründet, die auch Geschäftsführerin des Unternehmens ist. Seit 2023 ist zudem Lars Siebert (Jahrgang 1978), seit 2019 Chief Operating Officer des Unternehmens, in der Geschäftsführung der Invest in Visions. Die Gründerin Edda Schröder hält inzwischen noch 25,1 Prozent der Anteile am Unternehmen. 74,9 Prozent gehören seit 2022 der FS Invest Holding GmbH. Deren Mehrheitsgesellschafter ist laut Gesellschafterliste Dr. Lutz Mario Helmig (Jahrgang 1946), ein Unternehmer und Investor.
Die Invest in Visions GmbH ist auf die Konzeption (oder Initiation) und die Portfolioverwaltung von wirkungsorientierten Produkten, im Besonderen im Bereich Mikrofinanz, spezialisiert. Ende 2024 beschäftigte das Unternehmen inklusive der Geschäftsführung 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 58 Prozent Teilzeit-Beschäftigte und 65 Prozent Frauen. Bereits 2011 hat das Unternehmen als Pionier einen Mikrofinanzfonds in Deutschland aufgelegt, den ECOreporter im Mai 2025 in einem ECOfondstest analysiert hatund der das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel trägt.
Dieser IIV Mikrofinanzfonds hat laut seinem Monatsbericht zum 30.4.2025 ein Fondsvolumen von rund 680 Millionen Euro (zum 30.4.2022: 890 Millionen Euro). Ein Grund für den Kapitalabfluss in den Jahren 2023 und 2024 war die Attraktivität von Festgeldangeboten aufgrund des hohen Zinsniveaus. Der IIV Mikrofinanzfonds hat seit seiner Auflage eine durchschnittliche Rendite von 1,82 Prozent pro Jahr in der R-Klasse und 2,30 Prozent in der I-Klasse (Mindestanlage 30.000 Euro) erreicht.
Kapitalstruktur des Fonds
Das Mindestkapital des IIV Solar Electrification Debt ELTIF von 1,25 Millionen Euro muss innerhalb von zwölf Monaten nach Fondszulassung erreicht werden. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist grundsätzlich nicht beschränkt.
Gemäß der ELTIF-Verordnung und dem Verwaltungsreglement des Fonds ist es der Verwaltungsgesellschaft gestattet, für den Fonds Kredite von bis zu 50 Prozent des Nettoinventarwerts des Fonds aufzunehmen. Nach Prospektangaben wird eine Kreditaufnahme derzeit gemäß der Anlagestrategie des Fonds nicht beabsichtigt.
Der Fonds plant, besicherte und unbesicherte Kredite an sogenannte Qualifizierte Portfoliounternehmen (gemäß ELTIF-Verordnung) zu vergeben. Es ist möglich, dass diese Portfoliounternehmen neben den Fondskrediten weiteres Kapital aufnehmen.
Anteilsklassen
Der Ausgabepreis der Fondsanteile entspricht dem Nettoinventarwert pro Anteil zuzüglich eines Ausgabeaufschlags zum Bewertungstag. Der Fonds wird laut Prospekt in vier Anteilklassen ausgegeben, bei denen jeweils ein Sparplan möglich ist. Unterschiede gibt es unter anderem bei der Verwendung der Erträge (ausschüttend oder thesaurierend) und bei der Währungsabsicherung der Anteilsklasse gegen Wertveränderungen gegenüber der Basiswährung des Fonds (US-Dollar):
- Anteilsklasse RA EUR-H (ISIN: LU2953736282): Währung Euro, Währungsabsicherung, kein Mindestanlagebetrag, ausschüttend
- Anteilsklasse RT EUR (ISIN: LU2953736365): Währung Euro, keine Währungsabsicherung, kein Mindestanlagebetrag, thesaurierend
- Anteilsklasse IA EUR-H (ISIN: LU2953736019): Währung Euro, Währungsabsicherung, Mindestanlagebetrag 100.000 Euro, ausschüttend
- Anteilsklasse IA USD (ISIN: LU2953736100): Währung US-Dollar, Mindestanlagebetrag 100.000 US-Dollar, ausschüttend
Kosten
Der Ausgabeaufschlag (Agio) zugunsten der Vertriebsstellen beträgt bis zu 3 Prozent des Anteilwertes bei den Anteilsklassen ohne Mindestanlage oder bis zu 1 Prozent bei den Anteilsklassen mit Mindestanlage 100.000 Euro/US-Dollar. Laut Prospekt belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten für die Gründung des Fonds auf etwa 161.000 Euro.
- Verwaltungsgebühr für Verwaltungsgesellschaft (pro Jahr): bis zu 0,15 Prozent (aber mindestens 60.000 Euro pro Jahr ab 2026)
- Verwahrstelle (pro Jahr): bis zu 0,03 Prozent
- Portfoliomanager-Vergütung (inklusive Vertriebsstellengebühr von bis zu 0,5 Prozent, pro Jahr): bis zu 1,00 Prozent

Das Bild zeigt eine Solaranlage in Kenia. / Foto: IIV
Die prozentualen Vergütungen beziehen sich jeweils auf das durchschnittliche Bruttofondsvermögen des Fonds in einem Geschäftsjahr. Bei den Anteilsklassen mit einer Mindestanlage von 100.000 Euro/US-Dollar fällt keine Vertriebsstellengebühr an.
Zusätzlich zur vom Bruttofondsvermögen abhängigen Portfoliomanager-Vergütung erhält der Portfoliomanager für die Auswahl, laufende Betreuung und Verwaltung der vom Fonds vergebenen Kredite eine jährliche Vergütung aus dem Vermögen des Fonds von bis zu 1,0 Prozent pro Jahr, bezogen auf den durchschnittlichen Inventarwert der unverbrieften Darlehensforderungen. Die Verwaltungsgesellschaft erhebt für jede Kreditvergabe eine einmalige Transaktionsgebühr von 2.500 Euro.
Der Portfoliomanager ist berechtigt, externe Berater zu beauftragen, um spezifische Risikoanalysen und -bewertungen im Zusammenhang mit der Verwaltung und der Vergabe von Krediten durch den Fonds durchzuführen. Eine Beauftragung externer Berater erfolgt nach freiem Ermessen des Portfoliomanagers in Einzelfällen und muss nicht für jede Investition des Fonds erfolgen. Die hierbei entstehenden Kosten können laut Prospekt durch den Portfoliomanager dem Fonds in Rechnung gestellt werden, sofern sie angemessen und marktüblich sind.
Im Zusammenhang mit der Absicherung des Währungsrisikos können bei Krediten, die in einer anderen Währung als der Basiswährung US-Dollar vergeben werden, Kosten anfallen. Der Fonds hat laut Prospekt keine Obergrenzen für die Erstattung von Aufwendungen und Transaktionskosten festgelegt.
Über die Gesamtlaufzeit des Fonds wird laut Prospekt insgesamt eine durchschnittliche Gesamtkostenquote von bis zu 2,5 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts angestrebt.
Laufzeit
Der Fonds hat eine Grundlaufzeit von 99 Jahren, bis zum 3. Februar 2124. Die Mindesthaltedauer der Fondsanteile beträgt zwei Jahre nach der Ausgabe der betreffenden Anteile.
Anlegerinnen und Anleger können – auch schon vor Ablauf der Mindesthaltedauer – einen Antrag auf Rücknahme ihrer Fondsanteile stellen. Der unwiderrufliche Antrag muss mindestens zwölf Monate vor dem jeweiligen Rücknahmetag erfolgen. Der Rücknahmepreis entspricht dem Anteilwert an dem jeweiligen Rücknahmetag abzüglich der mit der Rückgabe verbundenen Kosten.
Laut Prospekt wird der Gesamtbetrag der Rücknahmen zum Quartalsende auf 50 Prozent der frei verfügbaren liquiden Anlagen des Fonds begrenzt. Die Verwaltungsgesellschaft hat laut Prospekt die Möglichkeit, die Rücknahme von Anteilen auszusetzen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine solche Aussetzung im Interesse der Anlegerinnen und Anleger erforderlich machen.
Zudem darf die Verwaltungsgesellschaft den Fonds in ihrem alleinigen Ermessen auflösen. Diese Entscheidung kann unter anderem getroffen werden, wenn folgende Umstände vorliegen:
- Eine aktuelle oder vorhersehbare und nachhaltige Verschlechterung der Marktbedingungen, die zu einer erheblichen Senkung des Nettovermögenswerts des Fonds führen könnte
- Die Höhe des Gesamtvermögens des Fonds erlaubt es der Verwaltungsgesellschaft nicht, den Fonds in einer wirtschaftlich effizienten Weise zu verwalten
- Eine Änderung der wirtschaftlichen oder politischen Situation hat wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Anlagen des Fonds.
Die Verwaltungsgesellschaft hat die Anteile des Fonds nicht zum Handel an einer Börse zugelassen. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Anteile an einer Börse beziehungsweise einem organisierten Markt gehandelt werden. Die Verwaltungsgesellschaft übernimmt für einen solchen Handel laut Prospekt keine Verantwortung. Der Preis an einer Börse wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt und kann daher deutlich vom Nettoinventarwert des Fonds abweichen.
Ausschüttungen
Die Ausschüttungen erfolgen laut Prospekt im Ermessen der Verwaltungsgesellschaft jährlich unmittelbar nach Bekanntmachung des Jahresberichts. Bei der thesaurierenden Anteilsklasse RT EUR (kein Mindestanlagebetrag) werden Erträge nicht ausgeschüttet, sondern wiederangelegt (Thesaurierung).
Im Fondsprospekt sind keine Planungen bzw. Prognosen hinsichtlich der Höhe von Ausschüttungen und Renditen enthalten. In einer Pressemeldung vom 5.5.2025 nennt der Portfoliomanager Invest in Visions eine Zielrendite nach Abzug der Kosten von 7 bis 8 Prozent in US-Dollar. Rendite in US-Dollar bedeutet, dass Wechselkursänderungen bzw. die Währungsabsicherungskosten nicht berücksichtigt sind. Die Berechnung basiert nach Angaben des Portfoliomanagers auf folgender Annahme: Investitionsquote bei 90 Prozent, durchschnittlicher Darlehenszins der vergebenen Kredite von 11 Prozent, durchschnittliche Verzinsung der Liquidität von 1,8 Prozent pro Jahr, kontinuierliche Zahlungsausfälle von 2,5 Prozent pro Jahr auf das investierte Kapital, Fondsvolumen von 50 Millionen US-Dollar.
Der IIV Mikrofinanzfonds ist laut Factsheet (Stand: 30.4.2025) in Südamerika (16,8 Prozent), Zentralasien (16,0 Prozent), Ostasien (15,7 Prozent), Kaukasus (12,9 Prozent), Zentralamerika und Karibik (11,7 Prozent), Südasien (10,0 Prozent), Osteuropa (9,5 Prozent), Südostasien (5,0 Prozent) und nur zu 2,4 Prozent in Subsahara-Afrika investiert.
Auch weil die Zielregion beim vorliegenden IIV Solar Electrification Debt ELTIF nur Länder in Subsahara-Afrika umfasst, unterscheidet sich der ELTIF vom Mikrofinanzfonds. Insbesondere bei einem geringeren Fondsvolumen (und damit geringerer Diversifizierung) sind beim ELTIF voraussichtlich Wertschwankungen möglich, die deutlich stärker als beim IIV Mikrofinanzfonds (680 Millionen Euro Fondsvolumen, Ende April 2025) ausfallen können.
Der Erfolg des ELTIF hängt unter anderem von den Qualifikationen, der Erfahrung, der Marktexpertise und den Geschäftsverbindungen der Verwaltungsgesellschaft, des Portfoliomanagers sowie der Beratung durch gegebenenfalls mandatierte Berater oder weitere Dienstleister ab. Der Portfoliomanager wird laut seiner Pressemeldung vom Africa Enterprise Challenge Fund (AECF) als Advisor unterstützt. Im Fondsprospekt wird AECF nicht erwähnt. Nach Angaben von AECF wird die Fondsinitiative im Rahmen von AECF Capital umgesetzt, der geschäftlichen AECF-Investmentsparte. AECF Capital soll Unternehmen über die Förderphase hinaus Zugang zu Kapital verschaffen.
AECF ist eine 2008 gegründete Non-Profit-Entwicklungsorganisation, die in Subsahara-Afrika Unternehmen in ländlichen Regionen in den Bereichen Landwirtschaft und Erneuerbare Energien unterstützt. Der AECF mit Hauptsitz in Kenia hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 450 Millionen US-Dollar für Unternehmen in 26 Ländern in Subsahara-Afrika bereitgestellt. Laut AECF-Grafiken beträgt das AECF-Portfolio im Bereich Erneuerbare Energien insgesamt über 90 Millionen US-Dollar mit einem Impact-Schwerpunkt auf Kenia, Tansania und Uganda. Die auf der AECF-Internetseite (Abruf: 16.5.2025) veröffentlichte Grafik berücksichtigt aber nur die früheren Jahre bis einschließlich 2021. Insbesondere 2019 bis 2021 wurde das Impact-Portfolio von AECF um mehrere Länder aus Subsahara-Afrika erweitert.
Investitionen
Der Portfoliomanager hat nach eigenen Angaben für die ersten Investitionen des Fonds nach Analyse des länderspezifischen Marktpotenzials sowie des jeweiligen Länderrisikos Botswana, Ghana, Ruanda und Uganda ausgewählt (Stand: 2.7.2025).
Der Fonds ist nicht nur ein ELTIF, sondern laut Prospekt ein sogenannter kreditvergebender Alternativer Investmentfonds (AIF) im Sinne des Artikel 1 Nr. 1 at) der AIFMD II. Die Kreditvergabe ist zweckgebunden. Die Kreditmittel dürfen laut Prospekt ausschließlich für die Finanzierung der Zieltechnologien im Rahmen spezifischer Projekte verwendet werden. Zu den spezifischen Projekten zählen laut Prospekt beispielsweise die Errichtung, die Installation, der Betrieb, die Erweiterung, die Entwicklung und der Vertrieb oder das Verleasen von Photovoltaikanlagen oder solarbetriebenen Geräten mit dazugehörigen Speichersystemen.
Es sollen laut Prospekt insbesondere die folgenden Zieltechnologien unterstützt werden:
- Commercial and Industrial Solar PV (C&I): Photovoltaikanlagen für Unternehmen und Institutionen, die unter einer unzuverlässigen staatlichen Stromversorgung leiden und in Ermangelung besserer Alternativen Generatoren mit fossilen Brennstoffen betreiben müssen
- „Mini-Grids“: Unabhängige, aber anschlussfähige Inselnetze für Gemeinden, Häusergruppen und Haushalte in vorwiegend ländlichen Regionen, die über keinen Anschluss an die nationalen Stromnetze verfügen
- Productive Use of Energy (PUE): Solarbetriebene Einzelgeräte und Systeme wie z.B. Wasserpumpen, Kühlsysteme, Getreidemühlen oder E-Mobilität, welche die Nutzer bei der Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit unterstützen.

Mann mit Wasserpumpe in Kenia. / Foto: IIV
Es ist geplant, einen wesentlichen Teil des Fondskapitals gemäß der ELTIF-Verordnung in die Gewährung oder den Erwerb von „Zulässigen Krediten“ (kurz: Kredite) an „Qualifizierte Portfoliounternehmen“ (kurz: Unternehmen) zu investieren. Dies sind laut Prospekt in der Regel kleine und mittlere, privat geführte Unternehmen, die meist nur über begrenzte finanzielle Ressourcen verfügen und lediglich begrenzten Zugang zu Kapital haben. Der Fonds wird nach Angaben des Portfoliomanagers schwerpunktmäßig lokale Unternehmen refinanzieren, die ihren Hauptsitz in den Ländern der Zielregion haben oder dort primär tätig sind. AECF stellt nach Angaben des Portfoliomanagers den Kontakt zu den Unternehmen her und macht die erste Due Diligence-Prüfung. Die Unternehmen und/oder deren Muttergesellschaften können ihren Sitz aber auch außerhalb der Zielregion haben.
„Zulässige Kredite“ sind Kredite, die – verbrieft oder unverbrieft – an die Unternehmen mit Zweckbindung vergeben werden. Die Kredite können in Euro, US-Dollar oder in der jeweiligen lokalen Währung der Zielregion vergeben werden. Die Entscheidung über eine Besicherung der Kredite trifft laut Prospekt der Portfoliomanager unter Berücksichtigung der Anlagestrategie und der Abwägung des Rendite-Risiko-Profils des jeweiligen Kredits. Der Fonds kann auch über Tochtergesellschaften investieren.
Mindestens 55 Prozent des Nettoinventarwertes des Fonds sollen in Kredite investiert werden. Die Fondsliquidität kann bis zu 45 Prozent betragen, wobei als Mindestliquiditätsreserve 5 Prozent vorgesehen sind. Als liquide Anlagen gelten auch grüne Anleihen, die an einem geregelten Markt notiert oder gehandelt werden.
Ökologische und soziale Wirkung
Der für den Fonds angestrebte Mindestanteil der nachhaltigen Investitionen beträgt 80 Prozent des Marktwerts aller Investitionen des Fonds. Zu diesen nachhaltigen Investitionen können gemäß den Vorgaben des Prospekts Kredite und grüne Anleihen zählen, sofern diese den Nachhaltigkeitskriterien des Fonds entsprechen. Während der Portfolioaufbauphase, welche die ersten fünf Jahre nach Zulassung des Fonds umfasst, kann der Schwellenwert von 80 Prozent unterschritten werden.
Über alle technologischen Bereiche (C&I, Mini-Grids und PUE) hinweg wird ein ökologisches Ziel durch die Produktion von Solarstrom angestrebt. Da Photovoltaikanlagen Strom erzeugen, ohne dabei CO2-Emissionen zu verursachen, können sie einen Beitrag zur Abschwächung des Treibhausgaseffekts und des Klimawandels haben. Zudem setzen Photovoltaikanlagen und solarbetriebene Geräte, die voraussichtlich oftmals Dieselgeneratoren ersetzen werden, bei ihrem Betrieb keine Schadstoffe wie Schwefeldioxid oder Stickoxide frei und reduzieren dadurch auch die Luftverschmutzung durch gesundheitsschädlichen Feinstaub.
Mini-Grids und Geräte aus dem Bereich PUE werden zudem meist in strukturell benachteiligten ländlichen Gebieten eingesetzt, die über keinen Zugang zum staatlichen Stromnetz verfügen. Insbesondere in solchen Gebieten kann die Finanzierung nachhaltiger Energieerzeugung zusätzlich positive soziale Wirkungen haben. Sie kann beispielsweise einen positiven Impact in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsmarkt erzeugen, wodurch die Lebensqualität verbessert und soziale Ungleichheiten verringert werden können.
Risiko
Der ELTIF hat noch keine Investitionen getätigt (Stand: 2.7.2025). Es besteht das Risiko, dass der Portfoliomanager und/oder seine Berater Anlagemöglichkeiten des Fonds fehlerhaft einschätzen oder sich bestimmte Risiken erst nach einer Investition durch den Fonds zeigen.
Es kann zu Interessenkonflikten kommen. Der Portfoliomanager und/oder seine Anlageberater können jeweils Dienstleistungen auch gegenüber anderen Anlagevehikeln erbringen, mit denen der Fonds daher um geeignete Projekte konkurrieren könnte. Die Verwahrstelle ist ein verbundenes Unternehmen der Verwaltungsgesellschaft.
Der Fonds kann Währungsschwankungen durch den Einsatz von Derivaten absichern, die aber auch zusätzliche Risiken bergen. Grüne Anleihen, die an einem geregelten Markt notiert oder gehandelt werden, gelten beim Fonds als liquide Anlagen. Die Anlage von Liquidität in Anleihen kann ein deutlich höheres Wertminderungsrisiko beinhalten als beispielsweise die Liquiditätsanlage in Festgeldanlagen bei Banken.
Der Wert der vom Fonds vergebenen Kredite kann sich verringern, insbesondere bei Verschlechterung der Marktlage oder der Bonität des jeweiligen Kreditnehmers. Es besteht das Risiko, dass ein Kreditnehmer zahlungsunfähig wird. Ein Kreditnehmer kann beispielsweise dann in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wenn er die Nachfrage nach Strom (Mini-Grids) oder Geräten (PUE) durch einen Endabnehmer falsch einschätzt oder der Endabnehmer selbst wirtschaftliche Probleme hat. Das könnte beispielsweise Landwirte bei langen Trockenperioden betreffen. Die Standortwahl und der Betrieb der Solar- und Off-Grid-Anlagen können ebenfalls Risiken bergen.
Rechtssysteme in vielen Ländern Subsahara-Afrikas weisen laut Prospekt strukturelle Schwächen auf. Selbst bei vorliegendem Gerichtsurteil oder besichertem Kredit kann die Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Kreditnehmern erschwert werden. Dieses Risiko wird laut Prospekt durch potenziell ineffiziente Justizsysteme, Korruption und die gegebenenfalls mangelnde Achtung ausländischer rechtlicher Entscheidungen in einigen Ländern der Region weiter verstärkt.
In der Zielregion besteht laut Prospekt das Risiko ungünstiger politischer Entwicklungen wie Verstaatlichungen oder Beschlagnahmungen ohne angemessene Entschädigung sowie Gefahren durch Terrorismus oder Krieg. Zusätzlich können Länder Restriktionen einführen, um Kapitalabflüsse zu verhindern, was den Zugang zu den Märkten bzw. die Rückzahlung von Krediten sowie Zinszahlungen an den Fonds einschränken kann. Auch Naturkatastrophen können die wirtschaftliche Lage in der Zielregion beeinträchtigen und die Wertentwicklung von Fonds-Investitionen negativ beeinflussen.
Es besteht das Risiko, dass die Platzierung des Fondskapitals schleppend verläuft. Das kann zur Folge haben, dass der Fonds weniger Investitionen tätigen kann, die Risikostreuung geringer ausfällt als geplant und bereits einzelne ausgefallene Kredite einen größeren negativen Einfluss auf die Wertentwicklung der Fondsanteile haben können. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass zahlreiche oder der Großteil der künftigen Investitionen des Fonds sich negativ entwickeln werden. Das könnte dazu führen, dass die Anlegerinnen und Anleger ihr eingesetztes Kapital nur teilweise oder gar nicht zurückerhalten.
Stärken
- Breite Streuung der Fonds-Investitionen über zahlreiche Kredite an unterschiedliche Unternehmen geplant
- Diversifizierung über mehrere Solar-Technologien und Länder vorgesehen
- Berater des Portfoliomanagers mit Marktzugang in Subsahara-Afrika
- Portfoliomanager mit umfangreichen Erfahrungen im Mikrofinanzbereich und in Entwicklungs- und Schwellenländern
- Sehr hoher ökologischer und sozialer Impact möglich
Schwächen
- Investitionen stehen noch nicht fest
- Portfoliomanager mit geringeren eigenen Erfahrungswerten in der Zielregion
Chancen
- Zielregion mit großem Wachstumspotenzial
Risiken
- Politische und rechtliche Instabilitäten in der Zielregion
- Strukturelle und wirtschaftliche Unsicherheiten in der Zielregion
- Platzierungsrisiko des Fonds
- Kreditausfälle höher als kalkuliert
Fazit
Finanziell
Der Fonds plant hauptsächlich, Kredite an Unternehmen zu vergeben, die in Ländern in Subsahara-Afrika ansässig sind und vor Ort in Photovoltaik investieren. Dabei kann es sich beispielsweise um Freiflächenanlagen, Inselnetze für abgelegene Gemeinden oder solarbetriebene Einzelgeräte (beispielsweise Kühlsysteme und Getreidemühlen) handeln. Die Investitionsvorhaben des Fonds sind mit erheblichen Risiken verbunden. Ein Erfolg ist auch davon abhängig, ob der Fonds so viel Kapital einwerben kann, dass er eine breite Risikostreuung über zahlreiche Kredite, Projekte und Länder erreichen kann. Die mögliche Anlage von Fondsliquidität in grüne Anleihen kann das Risiko erhöhen, aber auch ein Renditepotenzial bieten. Da der Fonds nach Angaben des Portfoliomanagers der erste in Deutschland zum Vertrieb zugelassene ELTIF für Infrastruktur in Subsahara-Afrika ist, gibt es wenig Erfahrungs- und Vergleichswerte. Nach Einschätzung von ECOreporter ist aufgrund der erheblichen Unsicherheiten eine Renditeprognose derzeit in der Anfangsphase des Fonds noch nicht sinnvoll.
Nachhaltigkeit
Der Fonds investiert mittelbar in Solarprojekte in afrikanischen Länder, die insbesondere in abgelegenen Regionen in der Regel unterentwickelt sind, Energie umweltschädlich erzeugen und einen Kapitalmangel haben. Aufgrund dieser Ausgangsanlage kann das Fondskapital eine sehr hohe positive ökologische und soziale Wirkung haben.
ECOreporter-Empfehlung
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF bietet Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, bereits mit kleinen Beträgen einen hohen Nachhaltigkeits-Impact zu erzielen. Unter finanziellen Gesichtspunkten bestehen beim Fondsangebot aber erhöhte Risiken.
Basisdaten
Verwaltungsgesellschaft und alternativer Investmentfondsmanager (AIFM): Hansainvest Lux S.A., Luxemburg
Fonds: IIV Solar Electrification Debt ELTIF, Luxemburg
Produktart: ELTIF (europäischer langfristiger Investmentfonds)
Initiatorin und Portfoliomanager: Invest in Visions GmbH, Frankfurt am Main
Verwahrstelle: Donner & Reuschel Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Luxemburg
Laufzeit: 99 Jahre
Fondsgenehmigung: CSSF (luxemburgische Finanzaufsichtsbehörde)