Intel hat seine Pläne für die Chipfertigung in Magdeburg gestrichen. / Grafik: Intel

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Intel: Kein deutsches Werk in Magdeburg, zehntausende Entlassungen

Der US-Chiphersteller Intel gibt seine Pläne für ein deutsches Werk in Magdeburg auf. Bis Ende 2025 sollen zudem mehr als 30.000 Mitarbeitende gehen. Statt auf Expansion setzt der Konzern damit nun auf einen drastischen Sparkurs.

Eigentlich hatte Intel geplant, in Magdeburg für 30 Milliarden Euro zwei große Halbleiterwerke zu bauen. Im September 2024 war das Projekt allerdings um zwei Jahre verschoben worden, zuletzt hatte es vermehrt Zweifel gegeben, ob es tatsächlich realisiert wird.

Hoher Verlust im zweiten Quartal

Nun erklärte Intel-Chef Lip-Bu Tan das endgültige Aus für die Pläne. Auch ein Werk in Polen wird nicht gebaut; dort hätte das sogenannte Packaging für die Magdeburger Chips stattfinden sollen, also das Einpassen in ein Gehäuse.

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Gleichzeitig verkündete Tan einen drastischen Stellenabbau. Bis zum Jahresende will Intel die Zahl seiner Angestellten von aktuell fast 110.000 auf nur noch 75.000 drücken. Die Personalkosten sollen so auf 17 Milliarden US-Dollar sinken. Ein Großteil der Kündigungen ist laut Tan bereits Anfang Juli erfolgt.

Auch wegen der hohen Restrukturierungskosten meldete Intel einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar für das zweite Quartal. Ein Jahr zuvor hatte das Minus noch 1,6 Milliarden Dollar betragen. Der Umsatz lag bei 12,9 Milliarden Dollar.

Tan macht mit seinen Ankündigungen die Strategie seines Vorgängers Pat Gelsinger rückgängig. Gelsinger wollte Intel mit dem Ausbau der Werkskapazitäten zum ernsthaften Konkurrenten für den weltgrößten Chip-Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan machen. Tan setzt statt auf Expansion nun "auf Effizienz". Es sei zu viel in neue Fabriken investiert worden, bevor eine ausreichende Nachfrage gesichert gewesen sei, sagte er.

Strategische Fehler und rote Zahlen

Weiter kündigte Tan an, ein Werk in Costa Rica zu schließen. Die modernste Fabrik von Intel in Ohio soll außerdem langsamer gebaut werden, bis der Konzern finanziell wieder auf die Beine gekommen ist.

Intel hat in den vergangenen Jahren durch strategische Fehler technologisch den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Im wichtigen Markt für Smartphone-Chips konnte der Konzern sich nicht etablieren, und im derzeitigen Boomsektor Künstliche Intelligenz (KI) spielt Intel praktisch keine Rolle. Der Konzern schreibt rote Zahlen und wird voraussichtlich auch 2025 einen Verlust verbuchen müssen.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 4,5 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 18,41 Euro (Stand 25.7.2025, 9:07 Uhr). Im Monatsvergleich gab die Aktie um 5,3 Prozent nach, auf ein Jahr gesehen hat der Kurs 35,7 Prozent eingebüßt. Für die Intel-Aktie geht es – unterbrochen von einer kurzen Erholung Anfang 2024 – schon seit fünf Jahren abwärts. Seit 2020 verlor sie rund 60 Prozent an Wert.

ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern schon länger vom Kauf der Intel-Aktie ab. Wohin der Konzern strategisch steuert, ist aktuell schwer zu beurteilen. Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, dass Intel unter Tans Führung seine Fertigung im Stil anderer Chipentwickler vollständig abspalten könnte. Gespräche über eine Kooperation mit anderen Herstellern wie TSMC führten aber bislang offenbar zu keinem Ergebnis.

Intel Corp.:  ISIN US4581401001 / WKN 855681

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