Arbeiter in einer Goldmine. Nachhaltig in Rohstoffe investieren – geht das? / Foto: Fotolia, chiakto

18.06.20 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Institutionelle / Anlageprofis , Interview

Interview: Rohstoffe und Nachhaltigkeit - ist der Widerspruch lösbar?

Nachhaltigkeit und Rohstoffe, das ist eine schwierige Beziehung. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Korruption und Umweltverschmutzung bei der Förderung von Edel- und Industriemetallen. CO2-Emissionen bei fossilen Brennstoffen wie Erdöl. Und Spekulationen mit Agrarprodukten wird immer wieder vorgeworfen, Lebensmittel zu verteuern und so Hungersnöte auszulösen. Die Liste, warum börsengehandelte Rohstoffe (Commodities) für ein wirklich nachhaltiges Investment nicht in Frage kommen, ist lang.

Reinhard Friesenbichler will das ändern. Als Geschäftsführer der von ihm gegründeten Reinhard Friesenbichler Unternehmensberatung (rfu) hat der Österreicher mit seinem Team ein Modell entwickelt, das ein nachhaltigkeitsorientiertes Investment in Rohstoffe möglich machen soll. Ein erster Fonds des österreichischen Vermögensverwalters Spängler Iqam Invest wendet das Modell bereits an.

Das Prinzip: Pro Rohstoff gibt es vier Ebenen: „E“ (Abbau und Erzeugung), „N“ (Nutzung), „Ö“ (Ökologie) und „S“ (Soziales). Diese Kategorien werden mit einem Scoring-System von -10 bis +10 Punkten bewertet, aus den Punkten ergibt sich eine Note auf einer Skala von A+ (entspräche +10) bis C- (-10). Diese vier Resultate werden dann – mit unterschiedlicher Gewichtung – zu einer Gesamtnote zusammengeführt. Je besser ein Rohstoff abschneidet, desto höher sein Anteil am Investment. Nur Agrarprodukte sind dabei ausgeschlossen.

Allerdings: Letztlich bleibt ein Ranking von schlecht bis sehr schlecht. Ist das rfu-Modell also überflüssig? ECOreporter sprach mit Reinhard Friesenbichler über die Notwendigkeit zu differenzieren, Chancen auf neue Rohstoffkategorien und warum Terminkontrakte auf Agrarprodukte nicht per se verdammt werden sollten.

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