Der Kartonhersteller Mayr-Melnhof macht weniger Gewinn – hat aber gute Aussichten. / Foto: Unternehmen

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Mayr-Melnhof: Umsatz in den ersten neun Monaten stabil, Gewinn bricht ein

Der österreichische Kartonhersteller Mayr-Melnhof Karton hat in den ersten drei Quartalen 2020 etwas weniger Umsatz und deutlich weniger Gewinn erzielt als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag mit.

Grund für den Gewinneinbruch sind laut Mayr-Melnhof vor allem Einmaleffekte. Das operative Geschäft hat sich unterdessen weitgehend normalisiert.

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Während der Umsatz nur minimal um 1,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro sank, ging das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 Prozent auf 169, 3 Millionen Euro zurück. Der Gewinn je Aktie brach von 7,29 auf 5,78 Euro ein. Neben markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen belastet laut Mayr-Melnhof auch die Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen CEO das Ergebnis.

Insgesamt habe der Konzern im dritten Quartal eine solide Mengen- und Cashflow-Entwicklung verzeichnet. Die Konzentration auf die systemrelevanten Produkte – Karton und Kartonverpackung für Güter des täglichen Bedarfs – zeige trotz herausfordernder Rahmenbedingungen eine gewisse Krisenfestigkeit, so Mayr-Melnhof in einer Mitteilung. Dem starken Auftragsanstieg zu Beginn der Pandemie Anfang des zweiten Quartals folgte im Jahresverlauf aber eine weitgehende Normalisierung der Nachfrage.

Im dritten Quartal habe sich der Auftragseingang erwartungsgemäß wegen einer gut bevorrateten Lieferkette bei MM Karton abgeschwächt. Die Kapazitätsauslastung der Kartondivision lag jedoch vor allem aufgrund eines geplanten Umbaus im Kartonwerk im baden-württembergischen Gernsbach mit 95 Prozent unter dem Wert des Vorquartals und Vorjahres (zweites Quartal 2020: 99 Prozent; drittes Quartal 2019: 98 Prozent).

Demgegenüber habe sich die Auftragslage des Faltschachtelherstellers MM Packaging insgesamt stabil gezeigt, wobei einem Zuwachs bei Produkten des täglichen Bedarfs niedrigere Mengen in hochwertigen Segmenten wie Duty-free, Premium und Kosmetikartikeln gegenüberstünden.

Die konsolidierten Umsatzerlöse im dritten Quartal lagen mit 637 Millionen Euro etwas über dem Vorquartal und leicht unter dem Vorjahreswert (zweites Quartal 2020: 619,9 Millionen Euro; drittes Quartal 2019: 648,8 Millionen Euro). Das betriebliche Ergebnis ging auch hier deutlich auf 46,8 Millionen Euro zurück, gegenüber 71,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Aussicht bleibt stabil

Auch im dritten Quartal war das Ergebnis durch Einmalaufwendungen in Höhe von 28 Millionen Euro belastet. Allein rund 21 Millionen Euro davon entfielen hier auf die Kartondivision infolge der Stilllegung der Kartonmaschine in Hirschwang.

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des damit verbundenen starken Konjunkturabschwungs bleiben für Mayr-Melnhof weiter schwer einschätzbar, heißt es im Ausblick des Unternehmens. Dank des Fokus auf systemrelevante Verpackungsprodukte sollte aber weiter eine gewisse Krisenfestigkeit gegeben sein. Für den strategischen Rohstoff Altpapier sei Corona-bedingt mit größeren Preisschwankungen zu rechnen.

Die Aktie von Mayr-Melnhof liegt im Tradegate-Handel aktuell bei 147,00 Euro und damit 1,2 Prozent im Minus zum Vortag (Stand: 12.11.2020, 9:24 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,7 Prozent im Minus, auf ein Jahr gesehen hat sie 31,7 Prozent an Wert gewonnen.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2020 von 16 ist die Aktie nicht zu hoch bewertet, die langfristigen Aussichten des Unternehmens sind gut – unter anderem dürfte Mayr-Melnhof vom weiteren Wachstum des Onlinehandels profitieren. Anlegerinnen und Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen.

Mayr-Melnhof ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie nachhaltige Mittelklasse-Aktien. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Mayr-Melnhof Karton AG: ISIN AT0000938204 / WKN 890447

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