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Molina HealthCare senkt wegen Trump-Gesetz Jahresprognose
Der US-Versicherer Molina HealthCare erwartet höhere Kostenbelastungen und korrigiert seine Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten. Langfristig sollen Einschnitte durch das neue Steuer- und Ausgabengesetz die Geschäfte aber nicht negativ beeinflussen.
Molina sieht aktuell eine stärkere Nachfrage nach Leistungen aus dem sogenannten Affordable Care Act (ACA). Das Gesetz ist international vor allem unter dem Begriff Obamacare bekannt und regelt die Pflicht für eine Krankenversicherung in den USA.
Staatliche Unterstützung für Versicherte läuft aus
Allerdings laufen zum Ende des Jahres hohe staatliche Zuschüsse für Versicherte in ACA-Programmen aus. Und die Trump-Regierung wird die Subventionen nach der Verabschiedung ihres umstrittenen Steuer- und Abgabengesetzes nicht mehr verlängern. Die staatliche Unterstützung hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass viele Menschen eine Krankenversicherung mit mehr Leistungen abschließen oder sich überhaupt eine Versicherung leisten konnten.
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Die Zahl der Menschen mit chronischen Erkrankungen oder hohem Behandlungsbedarf unter den Versicherten ist in den letzten Jahren bereits stärker gestiegen, als von Molina erwartet. Diese Menschen dürften vielfach versichert bleiben, schlicht weil sie keine Wahl haben. Gleichzeitig dürften Menschen, die nicht chronisch krank sind, aufgrund der steigenden Eigenanteile vermehrt aus dem System aussteigen.
Molina steuert durch das Ende der Subventionen also darauf zu, dass es weniger Versicherte mit gleichzeitig höherem Behandlungsbedarf gibt. Der Versicherer erklärte, dass er auch in den Geschäftsbereichen Medicaid und Medicare – die öffentlichen Krankenversicherungen für Bedürftige und für Senioren – mit höheren Kosten rechnet. Hier wird das neue Trump-Gesetz dafür sorgen, dass viele Menschen ihren Versicherungsschutz verlieren.
Molina senkte seine Prognose für den diesjährigen Gewinn je Aktie auf 21,50 bis 22,50 US-Dollar. Bislang hatte der Konzern mit mindestens 24,50 Dollar je Aktie gerechnet.
Es gebe eine "vorübergehende Diskrepanz zwischen den Prämien und der Entwicklung der medizinischen Kosten", so Molina-Chef Joseph Zubretsky. Diese übe Druck auf die Gewinne aus. "Da wir weiterhin nahe unseren langfristigen Zielbereichen liegen, hat nichts, einschließlich der potenziellen Auswirkungen des Haushaltsgesetzes, unsere Prognose für die langfristige Geschäftsentwicklung verändert", so Zubretsky weiter.
Aktie unter Druck
Bereits vor Molina hatte der US-Versicherer Centene, ebenfalls mit starkem Fokus auf ACA-Programme, seine Prognose gesenkt. Das hatte auch die Molina-Aktie belastet. Auf Monatssicht hat der Kurs 23 Prozent nachgegeben. Aktuell ist die Molina-Aktie im Tradegate-Handel 0,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 199,40 Euro (Stand: 8.7.2025, 11:12 Uhr). Im Jahresvergleich verlor die Aktie 26 Prozent an Wert.
Das neue US-Haushaltsgesetz dürfte gerade bedürftige Menschen empfindlich treffen: Schätzungen zufolge werden Millionen ihre Krankenversicherung verlieren. Wie sehr das Geschäft von Molina dadurch beeinflusst wird, ist vorerst noch offen. Die politische Entwicklung hat die Aktie seit März auf Talfahrt geschickt.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 ist mit 10 zwar niedrig. ECOreporter rät aber zur Vorsicht bei der Aktie. Auch wenn Molina seine langfristigen Ziele nicht gefährdet sieht: Unter Trump und generell unter einer republikanischen Regierung dürfte das Umfeld für einen Versicherer, der sich auf Leistungen für einkommensschwache Menschen konzentriert und dabei auch auf staatliche Programme setzt, herausfordernd bleiben.
Molina Healthcare Inc.: ISIN US60855R1005 / WKN 157781
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