Nel soll einen Elektrolyseur an die deutsche Ostseeküste liefern. / Foto: Nel

  Nachhaltige Aktien

Nel erhält Auftrag von Wasserstoffhersteller aus Deutschland

Das norwegische Wasserstoffunternehmen Nel hat einen Auftrag des Berliner Wasserstoffproduzenten HH2E erhalten. Nel soll einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 120 Megawatt nach Lubmin an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns liefern. Allerdings gibt es bei dem Projekt noch Unsicherheiten.

Der erwartete Auftrag hat einen Gesamtwert von mehr als 30 Millionen Euro, der jedoch erst mit der Unterzeichnung des endgültigen Kaufvertrags verbindlich wird. Voraussetzung dafür ist der Abschluss einer Machbarkeitsstudie, für die beide Unternehmen ebenfalls einen Vertrag unterzeichnet haben.

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Ein positives Ergebnis der Untersuchung vorausgesetzt, soll der endgültige Kaufvertrag in der ersten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen werden. Der Strom aus Erneuerbaren Energien, den HH2E für die Produktion des grünen Wasserstoffs verwenden will, soll aus Offshore- und Onshore-Windkraftwerken stammen.

Hinter der HH2E AG stehen der frühere Uniper-Chef Andreas Schierenbeck und der Gründer Alexander Voigt. Voigt hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten mehrere Unternehmen gegründet, darunter etwa in den 1990ern den mittlerweile insolventen Solarmodulhersteller Solon, den er an die Börse brachte.

Grüner Wasserstoff für die Industrie

HH2E will aus überschüssigem Windstrom per Elektrolyse Wasserstoff herstellen und Wärme erzeugen, die dann in einem Hochtemperaturspeicher gelagert wird. Wärme und Wasserstoff sollen an Industriekunden verkauft werden. Ein Teil des Wasserstoffs soll außerdem in einer Turbine zur Stromproduktion eingesetzt werden.

Der Bau der ersten Stufe der HH2E-Anlage in Lubmin soll noch in diesem Jahr beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2025 geplant. Das Unternehmen kalkuliert mit einer Produktionskapazität von rund 6.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Eine zweite Ausbaustufe ist vorgesehen, um die Kapazität auf über 1 Gigawatt zu erhöhen. Diese zweite Stufe soll 2030 fertiggestellt sein.

Im Tradegate-Handel gewann die Nel-Aktie nach Bekanntwerden des Auftrags zum Wochenstart zunächst 6 Prozent. Aktuell ist sie zum Vortag 3,9 Prozent im Minus und notiert bei 1,51 Euro (Stand: 10.1.2023, 10:48 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 11,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 8 Prozent an Wert gewonnen.

ECOreporter rät bei der Aktie weiterhin zur Vorsicht. Nel gehört zu den bekanntesten Wasserstoffunternehmen, der Konzern erlebte in den letzten zwei Jahren aber immer wieder Rückschläge, auch weil erhoffte Großaufträge ausblieben und angestrebte Kooperationen nicht zustande kamen. Mittlerweile sieht die Auftragslage bei den Norwegern wieder besser aus, von der Gewinnzone ist man aber noch weit entfernt. Die Aktie bleibt ein spekulatives Investment.

Einen Überblick über die Wasserstoff-Branche finden Sie im ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Nel ASA: 

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