Optimistische Analysen eines Bankhauses verleihen der Nordex-Rallye weiter Schub. / Foto: Nordex

17.11.20 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Bankanalyse lässt Nordex-Aktie weiter steigen – eine Chance für Anleger?

Beflügelt von optimistischen Aussagen der Privatbank Metzler aus Frankfurt hat die Aktie des Windanlagenherstellers Nordex am Montag neuen Schub erhalten. In der vergangenen Woche hatte der Kurs des Hamburger Unternehmens nach der Veröffentlichung optimistischer Mittelfristziele bereits deutliche Zugewinne verzeichnet. Sollten Anlegerinnen und Anleger jetzt einsteigen?

Das Bankhaus Metzler sieht für die Aktie noch Luft bis 22 Euro. Damit zählt die Bank zu den größten Optimisten für den Windkraftanlagenbauer. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Montag. Auch die Commerzbank erhöhte demnach ihr Kursziel auf 20 Euro. Vor den beiden Kurszieländerungen galt Jefferies mit 19,50 Euro als größter Optimist.

Der Metzler-Analyst Guido Hoymann bezeichnete den Nordex-Ausblick für das Jahr 2022 am Montag als "plausibel und zielorientiert". Das Unternehmen hatte in der Vorwoche mitgeteilt, dass die operative Marge 2022 bei einem Umsatz von 5 Milliarden Euro auf 8 Prozent steigen soll. Abgesehen von Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss hatte dies der Aktie in der Vorwoche viel neuen Schwung gegeben.

Weiter große Unsicherheiten

Am Montag gewann die Nordex-Aktie nun in der Spitze noch einmal bis zu 7,6 Prozent und stieg kurzzeitig sogar über 18 Euro. Am Montagabend lag sie im Xetra-Handel bei 17,66 Euro und damit noch 6,5 Prozent im Plus zum Freitag (Stand: 16.11.2020, 19:05 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 30 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 35,7 Prozent an Wert gewonnen.

ECOreporter gibt zu bedenken: Die optimistischen Prognosen mögen schön klingen, die Realität ist aber, dass Nordex stark unter der Corona-Krise leidet und der Vorstand für 2020 erwartet, dass lediglich 2 Prozent des Umsatzes als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beim Unternehmen hängen bleiben. 2019 war die EBITDA-Marge mit 3,8 Prozent noch fast doppelt so hoch – und galt schon als sehr niedrig.

Zudem unterliegt die aktuelle Prognose Unternehmensangaben zufolge einer größeren Unsicherheit als unter normalen Umständen. Auch klingen die Gewinne der Nordex-Aktie attraktiv – vor fünf Jahren aber lag der Kurs in der Spitze noch bei 34 Euro. Davon ist die Aktie weit entfernt – von Preisen jenseits der 100 Euro um die Jahrtausendwende ganz zu schweigen. ECOreporter rät von einem Einstieg in die Aktie daher weiter ab.

Welche Windaktien die Redaktion derzeit empfiehlt, lesen Sie hier.

Nordex SE:   ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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