Nordex hat 2021 mehr Turbinen installiert. Der Verlust fiel aber noch höher aus als im Vorjahr. / Foto: Unternehmen

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Nordex rutscht tiefer in die roten Zahlen – Prognose erneut optimistisch

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex leidet weiter unter den gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Transporte. Während das Unternehmen 2021 mehr Umsatz machte und mehr Turbinen installierte, stieg auch der Verlust deutlich.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen Umsatz und Ergebnis mindestens stabil gehalten werden. Doch die Belastungen bleiben erheblich, wie Nordex zugibt. Mittelfristig rechnet das Management hingegen mit Besserung.

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Nach endgültigen Zahlen erzielte Nordex 2021 einen zum Vorjahr um 17 Prozent höheren Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Dabei erhöhte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten auf über 6 Gigawatt (GW) und steigerte die Installationen um 20 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 52,7 Millionen Euro (2020: 94,0 Millionen Euro) wurde allerdings durch hohe Kosten für Rohstoffe und vor allem Seefrachten belastet, während das Vorjahr vom Verkauf des europäischen Projektentwicklungsgeschäfts positiv beeinflusst war.

Die EBITDA-Marge lag mit 1 Prozent laut Nordex-Mitteilung auf dem erwarteten Niveau, jedoch unter dem Vorjahreswert von 2 Prozent. Demnach konnte die ursprünglich geplante Margenverbesserung 2021 vor allem aufgrund der "zum Jahresende hin explosionsartig gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Transportdienstleistungen" nicht realisiert werden. Unter dem Strich machte das Unternehmen 2021 gut 230 Millionen Euro Verlust und damit noch mal über 100 Millionen Euro mehr als 2020.

Wie aussichtsreich ist die Aktie?

Im laufenden Jahr soll der Umsatz zwischen 5,4 und 6 Milliarden Euro liegen, davon sollen als EBITDA-Marge 1 bis 3,5 Prozent hängen bleiben. In beiden Fällen würde Nordex am unteren Ende der Spanne die Werte des vergangenen Jahres erreichen. Wesentlich für die angestrebte Margenverbesserung seien allerdings ein stabiles Umfeld, um die höheren Kosten weitergeben zu können, und eine Erhöhung des Anteils von Projekten der Delta4000-Plattform.

Mittelfristig will Nordex eine EBITDA-Marge von 8 Prozent erreichen. Der Konzern sieht sich laut Mitteilung angesichts steigender Produktion und höherer Umsätze "auf einem guten Weg".

Die Nordex-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 3,1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 14,60 Euro (Stand: 29.3.2022, 9:16 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 10 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 41 Prozent im Minus.

ECOreporter sieht Nordex weiterhin nicht auf einem guten Weg und rät nach wie vor vom Kauf der Aktie ab. Der Konzern hatte schon vor der Corona-Krise Margenprobleme, und es ist derzeit nicht ersichtlich, wie das Unternehmen hier angesichts des deutlich zugenommenen Kostendrucks zeitnah Verbesserungen erzielen will. Der Aktienkurs schwankte in letzter Zeit stark, zudem steht die Aktie durch Leerverkäufer unter Druck, die auf sinkende Kurse wetten. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Welche Aktien aus dem Windsektor ECOreporter als aussichtsreich einschätzt, lesen Sie in unserem Branchenüberblick Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

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