Nordex stellt seine Rotorblatt-Fertigung in Rostock ein – diese sei nicht mehr wettbewerbsfähig. / Foto: Unternehmen

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Nordex schließt Rotorblatt-Fabrik in Rostock – Aktie legt zu

Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller Nordex wird seine Rotorblatt-Fertigung am Standort Rostock Ende Juni einstellen. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Als Gründe nannte Nordex ein schwieriges Wettbewerbsumfeld und eine Verschiebung der Nachfrage hin zu größeren Rotorblättern. Diese könnten am Standort Rostock nicht hergestellt werden. Mit dem Betriebsrat soll ein Sozialplan verhandelt werden. Rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien betroffen.

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Nordex müsse als internationaler Wettbewerber bei den Preisen mithalten können, sagte Unternehmenssprecher Felix Losada. Bei den hohen Kosten in Deutschland sei dies nicht möglich. "Wir können uns diesem Trend nicht entziehen. Wir haben keine Alternative", so Losada gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der zweite Nordex-Standort in der Rostocker Südstadt zur Fertigung von Maschinenhäusern ist von den Maßnahmen der Unternehmensspitze vorerst nicht betroffen. Das primäre Ziel sei nun, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an anderen Stellen im Konzern weiterbeschäftigt werden, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Thomas Theuer.

Wirtschaftliche Probleme bleiben

Im Tradegate-Handel ist die Nordex-Aktie aktuell 2,4 Prozent zum Vortag im Plus und kostet 16,10 Euro (Stand: 1.3.2022, 9:01 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 17,4 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 24,7 Prozent im Minus.

Die Nordex-Aktie hat auf Wochensicht rund 32 Prozent zugelegt, generell ging es für Grünstrom-Papiere in den letzten Tagen deutlich nach oben. Der Grund: Analysten rechnen aufgrund des Ukraine-Kriegs damit, dass westliche Staaten nun stärker auf den Ausbau erneuerbarer Energie setzen, um unabhängiger von russischem Öl und Gas zu werden.

Das ändert allerdings nichts an den grundsätzlichen Aussichten der Nordex-Aktie – und die sind weiterhin nicht gut. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit niedrigen Margen, im vergangenen Jahr belasteten zudem gestiegene Kosten für Rohstoffe und Transporte die Geschäfte. Die Werksschließung in Rostock unterstreicht, dass dieses Problem bei Nordex kein vorübergehendes ist.

Nach den ersten neun Monaten stand 2021 ein Verlust von fast 104 Millionen Euro zu Buche, im November hat der Konzern seine ohnehin bescheidenen Jahresziele noch einmal gesenkt. ECOreporter rät bereits seit einiger Zeit von einem Einstieg in die Nordex-Aktie ab.

Welche Aktien aus dem Windsektor die Redaktion aktuell für aussichtsreich hält, lesen Sie in unserem Branchenüberblick Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

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