Nvidia ist Weltmarktführer bei Grafikprozessoren, sogenannten GPUs. Der Vorstoß in ein anderes Geschäftsfeld scheiterte. / Foto: Unternehmen

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Nvidia meldet siebtes Rekordquartal in Folge – warum verliert die Aktie?

Der US-Chip-Entwickler Nvidia profitiert weiter stark vom weltweiten Chipbedarf. Das Ende Januar abgeschlossene vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2021/22 schloss der Konzern mit dem siebten Rekordgewinn in Folge ab, auch das Gesamtjahr stößt beim Ergebnis in neue Dimensionen vor.

Gleichzeitig muss Nvidia allerdings das Scheitern seiner geplanten Übernahme des britischen Chip-Entwicklers Arm verdauen. Zusammen mit den Rekordzahlen präsentierte der Konzern den Analysten daher eine neue Strategie – und scheint dabei Probleme zu haben, zu überzeugen.

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Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 53 Prozent auf gut 7,6 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 3 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dabei wurde das Quartalsergebnis sogar noch vom Scheitern des Arm-Deals belastet: Einen Vorschuss von 1,3 Milliarden Dollar darf Arms Besitzer, der japanische Technologieinvestor Softbank, behalten.

Noch besser fielen die Zahlen für das Gesamtjahr 2021/22 aus: Ein Umsatz von 26,9 Milliarden Dollar bedeutet ein Plus von 61 Prozent, der Nettogewinn wuchs gar um 125 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar.

Zukunftvision "Omniverse" – weiter kein CPU-Geschäft

Für die Zukunft setzt Nvidia jetzt ganz auf sein sogenanntes „Omniverse“. Auf dieser hauseigenen Plattform sollen Kreative, Designer, Forscher und Ingenieure virtuell zusammenarbeiten, mit physikalisch korrekten Simulationen in Echtzeit. Damit soll das "heutige 2D-Internet" mit "der realen Welt verknüpft" werden, so Nvidia-Chef Jensen Huang. 3D-Anwendungen gehöre die Zukunft, und das nicht nur bei Videospielen oder Filmen.

Über das Omniverse sollen Unternehmen einmal digitale Fabriken aufbauen, Flotten autonomer Autos steuern und Industrieroboter bedienen können. Huang gab aber zu, man stehe bei solchen Plänen "noch ganz am Anfang".

Das Kerngeschäft von Nvidia sind weiterhin Grafikkarten. Diese sind heute allerdings nicht mehr nur bei Videospielen gefragt, die GPU genannten Prozessoren sind längst auch essenziell für Datenzentren und KI-Anwendungen. Dort werden sie etwa für Berechnungen bei Fahrassistenzsystemen benötigt, vor allem aber bei den Plänen für autonomes Fahren.

Nvidia ist zwar klar marktbeherrschend bei GPUs, hat aber kein Geschäft mit Hauptprozessoren (CPUs). Das hätte die Übernahme von Arm ändern sollen. Die Übernahme hätte Nvidia zudem zum wichtigsten Zulieferer für Apple gemacht: Der M1 Chip des iPhone-Konzerns, der künftig in Laptops und Mac-Rechnern stecken wird, nutzt in Lizenz Arm-Technologie. Nun bleibt Nvidia vorerst ganz ohne CPU-Kompetenz.

Die Enttäuschung darüber an der Börse konnten die Rekordzahlen offenbar nur unzureichend lindern: Die Aktie notierte am Donnerstagabend (17.2.2022) im Tradegate-Handel 7,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostete 216,15 Euro. Auf Monatssicht ist die Aktie 1,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 84 Prozent an Wert gewonnen.

Nvidia erzielt seit 2017 Nettorenditen von mehr als 20 Prozent, die Zukunftsaussichten im GPU-Geschäft sind exzellent. Allerdings muss der Konzern nun überlegen, wie er sein Geschäft erweitern kann. Und: Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 46 weiterhin zu teuer für einen Neueinstieg.

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Nvidia Corp.: 

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