Die oekostrom AG gibt neue Aktien aus. Eine gute Investment-Idee? / Symbolfoto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

oekostrom AG führt Kapitalerhöhung durch

Die oekostrom AG-Gruppe aus Wien produziert und vertreibt Ökostrom. Um weitere Projekte umzusetzen, bietet das Unternehmen nun in Österreich und Deutschland neue Aktien für je 32 Euro an. Die Mindestzeichnung beträgt eine Aktie. Die bestehenden Aktionäre haben im letzten Monat über Bezugsrechte einen Großteil der Papiere gezeichnet. Der Platzierungsstand, der auf der Vermittlungsplattform Conda angegeben wird, beträgt daher bereits rund 10,2 Millionen Euro (Stand: 9.6.2022, 16:00 Uhr). Somit sind noch rund 2,5 Millionen Euro zu zeichnen.

Die Emittentin mit dem vollständigen Namen oekostrom AG für Energieerzeugung und -handel (kurz: oekostrom AG) ist eine Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht. Sie wurde 1999 gegründet. Der größte Aktionär hält nach den Angaben im EU-Wachstumsprospekt (vom 5.4.2022) rund 4,4 Prozent, sodass kein Anteilseigner eine beherrschende Rolle bei der Emittentin ausüben kann.

Die oekostrom AG-Gruppe ist Produzentin und Anbieterin im Bereich nachhaltige Energie. Sie bietet laut Prospekt Kundinnen und Kunden in Österreich die Möglichkeit, selbst erzeugte Energie zu vermarkten, Teil einer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft zu sein, und unterstützt sie bei der effizienten Energienutzung. Die Gruppe betreibt und besitzt Wind- und Solarkraftwerke. Die Emittentin ist als Muttergesellschaft der oekostrom AG-Gruppe primär für das Beteiligungsmanagement sowie für Investor und Public Relations zuständig und stellt Dienstleistungen wie das Finanzwesen und die IT-Infrastruktur zur Verfügung.

Im Folgenden erfahren Sie unter anderem, welche Pläne die oekostrom AG hat, wie sich ihr Aktienkurs entwickelt hat, welche Dividendenpolitik das Unternehmen verfolgt und welchen neuen Risiken die oekostrom AG-Gruppe ausgesetzt ist.

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Welche Pläne hat die oekostrom AG?

Die Emittentin plant, mit dem neuen Aktienkapital weitere bereits in Entwicklung befindliche Projekte umzusetzen und rasch auf weitere Projektmöglichkeiten reagieren zu können. Das Kraftwerksportfolio insbesondere in den Bereichen Wind- und Solarenergie soll von rund 61 MW (Ende 2021) auf bis zu 100 MW (2030) ausgebaut werden. Im Fokus stehen dabei laut Prospekt insbesondere der österreichische Markt sowie Deutschland, Tschechien und die Slowakei. Der Markteintritt in weitere Länder werde laufend geprüft. Derzeit plant oekostrom, beim österreichischen Projekt Parndorf Repowering 14 bestehende Windkraftanlagen durch sieben neue Vestas-Anlagen zu ersetzen.

Die oekostrom AG verfolgt laut Prospekt für die nächsten Jahre das Ziel, die Kundenbasis im Energievertrieb kontinuierlich von rund 76.000 Zählpunkten (Ende 2021) auf bis zu 150.000 Zählpunkte auszubauen. Im Geschäftsbereich Vertrieb wurde mit der Akquisition des Ökostromanbieters MeinAlpenstrom GmbH Anfang 2022 ein Erweiterungsschritt um weitere 14.000 Kundinnen und Kunden gesetzt. Für das weitere Wachstum soll stark auf die Schärfung der eigenen Marke, das Öffnen neuer Vertriebskanäle und eine weitere Verringerung der Wechselquoten durch Kundenbindungsmaßnahmen gesetzt werden. Der Fokus des Geschäftsbereichs Handel liegt laut Prospekt weiterhin auf der Beschaffung der Energiemengen für den Konzern und die Vermarktung der eigenen Produktionsmengen.

Handel, Aktienpreis und Dividendenpolitik

Die Zulassung der angebotenen Aktien zu einem geregelten Markt oder multilateralen Handelssystem ist laut Prospekt nicht beabsichtigt. Die Emittentin bietet die Internet-Plattform oekostrom AG-Handelsplatz für den Handel mit oekostrom AG-Aktien an. Aktionärinnen und Aktionäre sowie Interessenten können dort den Angaben nach selbstständig und kostenlos ihre Kauf- bzw. Verkaufsabsichten bekannt geben, Aktientransaktionen verbindlich abschließen oder per E-Mail miteinander in Kontakt treten.

Der durchschnittliche Aktienpreis hat sich nach Angaben der oekostrom AG zwischen 2012 und 2017 von rund 8 Euro auf rund 10 Euro erhöht. Danach beschleunigte sich der Anstieg des durchschnittlichen Aktienpreises von rund 11 Euro (2018), rund 13 Euro (2019), rund 20 Euro (2020) auf rund 27 Euro (2021).

Die Emittentin nutzt laut Prospekt das gute Umfeld für die Erneuerbaren Energien und verfolgt einen Wachstumskurs. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ausschüttungen und organischem Wachstum sicherzustellen, soll die Ausschüttung pro Aktie nach Vorstellung des Vorstands und des Aufsichtsrats auf maximal 60 Prozent des Konzernjahresergebnisses nach Steuern ohne Fremdanteile beschränkt werden. Für die Jahre 2019 und 2020 wurde jeweils eine Dividende in Höhe von 0,25 Euro je Aktie ausgeschüttet. Für die Hauptversammlung am 20. Juni 2022, die über die Gewinnausschüttung für das Jahr 2021 beschließt, werden Vorstand und Aufsichtsrat laut Prospekt voraussichtlich eine Dividende in Höhe von 0,30 Euro je Aktie vorschlagen.

Risiken

Neue Unwägbarkeiten ergeben sich laut Prospekt für die oekostrom AG-Gruppe derzeit insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den daraus entstehenden direkten und indirekten Auswirkungen. Zum einen sind nach Angaben des Unternehmens die Großhandelspreise für Strom und Gas massiv gestiegen, was die Gewinnung von Kundinnen und Kunden im Geschäftsbereich Vertrieb vorübergehend erschwere und steigende Forderungswertberichtigungen erwarten lasse. Im Geschäftsbereich Handel führt dies laut Prospekt zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf im Bereich der Besicherung von Strom- und Gaslieferungen von Vorlieferanten.

Die Stromerzeugung der Kraftwerke der oekostrom AG-Gruppe hängt wesentlich von den klimatischen und sonstigen Umweltbedingungen ab, vor allem vom Windaufkommen und der Sonneneinstrahlung. Das für die oekostrom AG-Gruppe wirtschaftlich sehr bedeutende Projekt Parndorf Repowering unterliegt laut Prospekt noch Entwicklungs- und Baurisiken. Der Krieg in der Ukraine kann zu Verzögerungen bzw. Unterbrechungen von Lieferungen an den Rohstoff- und Energiemärkten führen. Die oekostrom AG-Gruppe unterliegt zudem Refinanzierungs- und Zinsänderungsrisiken.

Veränderungen der Großhandelspreise und der Ausgleichsenergiekosten können laut Prospekt negative Auswirkungen auf die Ertragskraft der Geschäftsbereiche Produktion, Vertrieb und Handel haben.

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