Ørsted ist Weltmarktführer bei Offshore-Windenergie, baut aber auch seinen Anlagenbestand an Land konsequent aus. / Foto: Ørsted

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Orsted und Google unterzeichnen ersten Stromabnahmevertrag in den USA

Der Energiekonzern Ørsted hat mit dem US-Technologiekonzern Google einen Stromabnahmevertrag (PPA) über 150 Megawatt (MW) für die nächsten 15 Jahre unterzeichnet. Der Strom soll aus dem Windpark Helena in Texas stammen, der Mitte 2022 in Betrieb genommen wurde.

Der Vertrag ist die erste Vereinbarung zwischen Google und Ørsted in den USA und die zweite Vereinbarung der Konzerne weltweit. Beide Stromabnahmevereinbarungen sollen dazu beitragen, dass Google bis 2030 alle seine Rechenzentren, Büros und Cloud Regions rund um die Uhr mit kohlenstofffreier Energie betreiben kann. Cloud Regions sind alle Regionen weltweit, in denen die verschiedenen Cloud-Angebote des Konzerns zur Verfügung stehen.

Google war nach eigenen Angaben das erste Unternehmen, das sich ein Ziel für kohlenstofffreie Energie rund um die Uhr gesetzt hat. Das bedeutet, dass das Unternehmen bis 2030 in jeder Region, in der es tätig ist, seinen Strombedarf mit kohlenstofffreier Energie decken will. Viele andere Organisationen haben sich inzwischen ähnliche Ziele gesetzt.

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"Als zuverlässiger Partner bei der Bereitstellung sauberer Energielösungen für unsere Kunden sind wir stolz darauf, die Dekarbonisierungsziele von Google sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene zu unterstützen", sagte Monica Testa, Head of Origination bei Ørsted Americas. "Googles führende Rolle bei der Investition in erneuerbare Energien und sein Engagement für eine kohlenstofffreie Energieversorgung rund um die Uhr bis 2030 ist ein starkes Beispiel für Unternehmen auf der ganzen Welt, und wir freuen uns darauf, sie bei der Verwirklichung dieses Ziels zu unterstützen."

Der Windpark Helena ist ein 268-MW-Onshore-Windpark in Pawnee, Texas. Für den Bau und den Betrieb der Anlage wurden fast 300 Arbeitsplätze geschaffen. Die Anlage stellt eine Investition von fast einer halben Milliarde Dollar dar und soll Steuereinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe generieren, die die Dienstleistungen des Bezirks verbessern und die örtlichen Schulbezirke unterstützen, ohne, dass Steuererhöhungen nötig werden.

Kohlekraftwerke müssen wieder hochgefahren werden

Ørsted hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2030 17,5 Gigawatt (GW) an erneuerbarer Onshore-Energie, also Windkraft an Land, zu erreichen. Jährlich will der Konzern etwa 1,5 GW an zusätzlicher Kapazität bereitstellen, während gleichzeitig ein sauberes Energieportfolio aus Wind, Sonne, Speicherung und erneuerbarem Wasserstoff aufgebaut wird.

Der Energiekonzern Ørsted begann vor 15 Jahren seinen Umbau zum Grünstromerzeuger, mittlerweile ist der Konzern Weltmarktführer bei Windparks auf dem Meer (Offshore-Windkraft). 91 Prozent seiner erzeugten Energie stammen aus regenerativen Quellen.

Zuletzt wurde der Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns durch den dänischen Staat ein empfindlicher Dämpfer versetzt: Aufgrund der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise musste Ørsted im letzten Jahr seine wenigen Kohlekraftwerke wieder hochfahren.

Der Anteil der Kohlestromsparte am Gesamtumsatz von Ørsted verdoppelte sich 2022 daraufhin auf 4 Prozent, der geplante endgültige Kohleausstieg 2023 ist abgesagt. Das bedroht auch den Verbleib der Ørsted-Aktie in nachhaltigen Fonds. ECOreporter hat die Situation hier analysiert.

Die Orsted-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell zum Freitag 2,0 Prozent im Minus und kostet 77,10 Euro (Stand: 11.4.2023, 10:08 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 30,3 Prozent an Wert eingebüßt.

Das aktuelle Kohlestromproblem des Problems ist zwar ärgerlich, dürfte den Konzern nach Einschätzung von ECOreporter aber nicht ausbremsen.Die Redaktion schätzt die Aussichten des Konzerns weiterhin als gut ein. Ørsted hat als Weltmarktführer für Offshore-Windparks eine hervorragende Marktposition und stellt sich mit dem Ausbau seiner Onshore-Wind- und Solarsparte noch breiter auf. Lieferengpässe und den zunehmenden Wettbewerb mit großen fossilen Energieunternehmen wie RWE oder BP, die verstärkt auf den Erneuerbare-Energien-Markt drängen, managt Ørsted bislang gut.

Die Aktie ist nach den deutlichen Korrekturen der letzten Jahre mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 34 für 2023 und 27 für 2024 wieder halbwegs akzeptabel bewertet. Hinzu kommt die ordentliche Dividendenrendite von 2,3 Prozent, für 2023 wird eine Dividendenrendite auf ähnlichem Niveau erwartet. In diesem Jahr könnte der Aktienkurs noch weiter sinken, weil vor allem hohe Materialkosten die Gewinnmargen drücken. Auf lange Sicht stehen die Chancen aber gut, dass der Kurs wieder spürbar steigt. Ein Investment für Anlegerinnen und Anleger mit viel Geduld. Wer defensiver ausgerichtet hat, kann über einen Kauf der Ørsted-Anleihen nachdenken.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S:

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