PNE baut derzeit ein großes Anlagen-Portfolio auf, das 2020 fertiggestellt werden soll. Das könnte dem Aktienkurs neuen Auftrieb geben. / Bild: Unternehmen

11.01.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien

PNE AG: Welche Chancen hat die Aktie des Windprojektierers 2019?

Welche Kurschancen bietet die Aktie des Windprojektierers PNE AG im neuen Jahr? Welche Geschäftsbereiche können langfristig zum Gewinn beitragen, und wie hoch ist das Risiko für Investoren?

Die PNE AG (ehemals PNE Wind AG) ist ein deutscher Windpark-Projektentwickler mit Sitz in Cuxhaven. 2020 soll ein großes Windpark-Portfolio fertiggestellt und verkauft werden. Zurzeit sind rund 360 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

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Seit unserer letzten Analyse hat sich der Aktienkurs kaum bewegt: Ende Juli 2018 (24.7., Xetra-Kurs) lag er bei 2,45 Euro, aktuell sind es 2,44 Euro (10.01., 12:00 Uhr). Allerdings hatte die Aktie am 10. September 2018 mit 3,05 Euro einen deutlich höheren Jahresspitzenkurs erreicht.

PNE baut auch für den eigenen Bestand

PNE entwickelt und baut Windparks für Kunden, aber auch für den eigenen Bestand. Bei der Projektierung der Windparks fallen viele Zahlungen erst nach Abschluss aller Arbeiten an, daraus können sich Umsatzverschiebungen auch über die Jahresgrenzen hinweg ergeben. Deshalb weist PNE Umsatzschwankungen auf. Das Unternehmen hält teilweise auch Windparks einige Zeit in eigener Hand, bevor es sie veräußert.

Derzeit baut PNE ein großes Anlagen-Portfolio auf ("Windparkportfolio 2020"), hat aber auch finanzielle Rücklagen. Die liquiden Mittel lagen Mitte 2018 bei 144 Millionen Euro. Darüber hinaus hat PNE eine 100-Millionen-Euro-Anleihe abgelöst und durch eine 50-Millionen-Euro-Anleihe zu günstigeren Konditionen ersetzt. Das Finanzergebnis hat sich 2017 um 6 Millionen Euro verbessert.

Die Konzerntochter WKN ist ein erfolgreicher Projektentwickler. Erst vor wenigen Wochen hat WKN den Zuschlag für zwei neue große Windparkprojekte in Polen ("Barwice" mit 34 Megawatt und "Jasna" mit 132 Megawatt) erhalten. Ende 2019 sollen die Windparks in Betrieb gehen und kurze Zeit später an einen Investor verkauft werden.

Windparkprojekte sind in Europa gesucht. PNE ist auch nach dem Verkauf oftmals für den Betrieb und die Wartung der Anlagen zuständig. Das generiert dauerhafte Erlöse. Sie gleichen die stark schwankenden Ergebnisse aus dem Projektverkauf teilweise aus.  

PNE mit weiteren Standbeinen

PNE will auch in angrenzenden Geschäftsfeldern investieren, die zwar weniger Gewinn abwerfen, dafür aber stetige Einnahmen generieren. So möchte sich das Unternehmen zu einem "Clean Energy Solution Provider" weiterentwickeln, also einem Anbieter von Lösungen für saubere Energie. Mit dieser neuen Ausrichtung positioniert sich PNE künftig neben dem Windbereich auch bei Photovoltaik, Speichertechnologien und Power-to-Gas. Erst Anfang Dezember meldete PNE die erfolgreiche Übernahme der MEB Safety Services GmbH, einem führenden Unternehmen für Sicherheitstechnik für Windenergie- und Industrieanlagen. Neben speziellen Services an Befahranlagen, Kränen, Aufstiegshilfen und Serviceliften bietet MEB Schulungen zur persönlichen Arbeitssicherheit an. Weitere Übernahmen dürften folgen.

Tochter WKN nun vollständig im Besitz

Positive Auswirkungen auf den Aktienkurs sollte auch die Übernahme der restlichen Anteile der Tochter WKN haben: Die Besitzverhältnisse sind von 83,1 auf 100 Prozent angestiegen. Zudem hat PNE im Rahmen eines freiwilligen Rückkaufangebots an seine Aktionäre 2,19 Millionen Aktien für 2,65 Euro je Anteil zurückgekauft. Das dürfte positive Auswirkungen auf den Gewinn je Aktie haben.

Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 28 hoch

Das 2018er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist mit 28 recht hoch (erwartetes KGV für 2019: 19). Gewinne aus dem Verkauf des "Windparkportfolio 2020" könnten das KGV auf einen attraktiveren Wert senken. Bis Ende des dritten Quartals 2018 waren Gewinne (vor Steuern) von knapp 20,9 Millionen Euro aufgelaufen, die bei der Darstellung des Konzernergebnisses ausgelassen wurden.

2017 zahlte PNE seinen Aktionären eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie (Ausschüttungsquote 2017: 18 Prozent des erzielten Unternehmensgewinns).

Fazit: Position aufbauen

Das Chance-Risiko-Profil der PNE-Aktie ist attraktiv. Die Möglichkeit, dass der Kurs in einem halben, spätestens in einem Jahr höher steht als heute, ist gegeben. Anleger, die Risiken eingehen können, sollten die PNE-Aktie ins Auge fassen und beispielsweise zum aktuellen Kurs von 2,40 Euro je Anteilsschein eine kleine Position aufbauen oder ihre bereits bestehende Position etwas aufstocken.

PNE AG: ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG

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