SFC Energy leidet unter den US-Zöllen. / Foto: SFC Energy

  Nachhaltige Aktien

SFC Energy senkt Jahresziele, Aktie fast 30 % im Minus

Der deutsche Brennstoffzellen-Hersteller SFC Energy erwartet wegen der US-Handelspolitik und der schwierigen Weltwirtschaftslage weniger Umsatz und Gewinn. Das Unternehmen aus Brunnthal bei München leidet besonders unter den US-Zöllen. An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an, die Aktie bricht drastisch ein.

Für 2025 rechnet SFC jetzt nur noch mit einem Umsatz zwischen 146,5 und 161 Millionen Euro. Zuvor war das Unternehmen von 160,6 bis 180,9 Millionen Euro ausgegangen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll nur noch 13 bis 19 Millionen Euro betragen, deutlich weniger als die bisher erwarteten 24,7 bis 28,2 Millionen Euro.

US-Zollpolitik belastet, Aufträge verschieben sich

Auslöser für die Senkung der Ergebnis- und Umsatzprognose sind im Wesentlichen "die anhaltenden makroökonomischen Unsicherheiten und Wechselkursvolatilitäten", wie das Unternehmen erklärte. Weltweit zunehmende protektionistische Tendenzen – insbesondere die US-Zollpolitik – würden die Planungssicherheit erschweren und die Entscheidungs- und Investitionsbereitschaft von Kunden in neuen Regionen und Anwendungsfeldern beeinträchtigen. Das Neukundengeschäft in den Vereinigten Staaten sei im laufenden Geschäftsjahr zwar gewachsen, aber bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

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Im Bereich Defense, also dem Geschäft mit Militär und Sicherheitsbehörden, verschieben sich zudem laut SFC insbesondere in Indien Projekte ins kommende Jahr. Verstärkte Investitionen in die Produktion und die IT- und Cybersicherheitsinfrastruktur erhöhten gleichzeitig im ersten Halbjahr 2025 die Kosten bei SFC. Hinzu kamen Belastungen durch ungünstige Wechselkurseffekte.

Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 4 Prozent zum Vorjahr auf 73,6 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA reduzierte sich hingegen von 12,5 Millionen Euro auf 8,5 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach um 52 Prozent auf 4,6 Millionen Euro ein.

Trotz der Turbulenzen will SFC am eingeschlagenen Wachstumskurs festhalten. Das bestehende Geschäft mit Methanol-Brennstoffzellen für industrielle Kunden in Europa und den USA zeige jährliche Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent. Auch das Segment Clean Power Management lege zu, hieß es.

Im vierten Quartal plant SFC zudem mit einer eigenen Produktion in den USA zu beginnen. Damit will das Unternehmen das Geschäft ankurbeln und die "Auswirkungen von US-Zöllen spürbar kompensieren".

Die Senkung der Prognose kam überraschend. Zuletzt hatte das Unternehmen vor allem neue Aufträge angekündigt und seine Wachstumschancen betont. Analysten sahen bislang besonders im Rüstungssektor großes Potenzial für SFC. Die Brennstoffzellen des Konzerns können kritische Systeme wie Kommunikation, Aufklärung und Radar für das Militär mit Strom versorgen.

Das Unternehmen hatte zudem erklärt, in den Vereinigten Staaten "insbesondere Kunden aus der Öl- und Gasindustrie" gewinnen zu wollen. SFC sieht in dem Bereich durch "abgelegene und häufig herausfordernde Umgebungen" bei Förderanlagen Vorteile bei der Vermarktung seiner Technologie.

Aktie gibt deutlich nach

Die SFC-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 28,6 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 15,74 Euro (Stand: 1.8.2025, 10:44 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie damit 29 Prozent im Minus, auf Jahressicht büßte der Kurs 20,9 Prozent an Wert ein.

ECOreporter hat stets gewarnt, dass die SFC-Aktie ein Investment mit Risiken ist, und defensiven Anlegerinnen und Anlegern zur Zurückhaltung geraten. In dem Kurs steckten zuletzt viele Erwartungen, nun sorgt die Enttäuschung für einen drastischen Einbruch. Dabei überrascht es nicht, dass die Probleme im Welthandel nicht spurlos an einem Wachstumsunternehmen wie SFC vorbeigehen. Shortseller wetten schon länger auf Kursverluste der Aktie.

Das Unternehmen macht allerdings auch weiterhin Gewinn, was ein Novum in der Wasserstoffbranche bleibt. An der Einschätzung der Redaktion hat sich daher nicht viel geändert: Für entsprechend risikobereite Anlegerinnen und Anleger kann die Aktie eine Option sein. Wer einsteigt, muss aber auf weitere Kursschwankungen vorbereitet sein. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025 ist mit 27 auch nach den Rücksetzern nicht niedrig.

SFC Energy AG: ISIN DE0007568578 / WKN 756857

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