Siemens Energy und Air Liquide wollen die Grundlagen für eine Serienfertigung von Wasserstoff-Elektrolyseuren in Europa legen. / Foto: Siemens

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Siemens Energy und Air Liquide kooperieren bei grünem Wasserstoff

Der deutsche Energietechnikspezialist Siemens Energy und der französische Gasekonzern Air Liquide wollen bei der Entwicklung von Elektrolyseuren im industriellen Maßstab für die Produktion nachhaltig erzeugten Wasserstoffs kooperieren. In einer Absichtserklärung vereinbarten beide Seiten jetzt, ihre Kompetenzen bei der Elektrolyse-Technologie PEM zu bündeln.

Bei der Wasserelektrolyse wird Wasserstoff mit Hilfe elektrischen Stroms aus Wasser erzeugt. Wird der Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen, spricht man von grünem Wasserstoff. Der energetische Aufwand ist bislang für eine wirtschaftliche Nutzung allerdings noch zu hoch. Mit einem vermehrten Angebot von Grünstrom könnte sich dies ändern. Wasserstoff gilt im Kampf gegen den Klimawandel als ein Schlüssel zur Dekarbonisierung der Industrie – doch dafür muss seine nachhaltige Herstellung auch wirtschaftlich werden.

Staaten wollen Milliarden investieren

Die Europäische Union, aber auch Frankreich und Deutschland fördern Wasserstoffgroßprojekte, die Konzerne wollen sich auch um Gelder aus diesen Töpfen bemühen. Entsprechende Projektoptionen in Frankreich und Deutschland sowie anderen europäischen Ländern seien identifiziert. Eines sei das H2V-Projekt in der Normandie mit 200 Megawatt Leistung. Es soll künftig chemische Anlagen mit sauberer Energie versorgen. Air Liquide hat sich erst vor kurzem mit 40 Prozent in das Projekt eingekauft.

„Das ehrgeizige Projekt von Air Liquide und Siemens Energy ist nur der Anfang einer industriellen Zusammenarbeit, die sich über eine deutsch-französische Allianz hinaus entwickeln muss“, kommentierte Bruno Le Maire, französischer Minister für Wirtschaft und Finanzen, die Absichtserklärung. Der Aufschwung müsse vor allem ein europäischer Aufschwung sein.

Frankreich werde mit dem Programm „France Relance“ bis 2030 7 Milliarden Euro in Wasserstoff investieren, um seine Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen und zu dekarbonisieren. In Deutschland will die große Koalition mit Investitionen von bis zu 9 Milliarden Euro in eine nationale Wasserstoffstrategie die Bundesrepublik zur weltweiten Nummer eins bei Wasserstoff machen.

Während an den Börsen der Wasserstoff-Hype unvermindert anhält, begegnet ECOreporter der Branche insgesamt weiterhin mit Skepsis. Mehr lesen Sie im Überblick: Von Ballard Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

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