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Sind ETFs auf den MSCI World Index zu riskant?
ETFs, die den globalen Aktienindex MSCI World abbilden, galten lange als sicherster Weg, in Aktien zu investieren. Doch Risiken können Anlegerinnen und Anlegher beunruhigen: Die USA dominieren den Index, der KI-Boom hat die Bedeutung weniger großer Technologiekonzerne weiter erhöht. Ist der MSCI World trotzdem noch eine gute Basisanlage? Und welche nachhaltigen Alternativen gibt es?
Das Anlagekonzept ist einfach: Einen ETF auf den MSCI World kaufen, mindestens zehn bis 15 Jahre liegen lassen und sich über hohe Renditen freuen. Das alles bei überschaubarem Risiko, denn der MSCI World Index enthält mehr als 1.300 der größten Unternehmen aus 23 Industrieländern und deckt etwa 85 Prozent des Aktienkapitals dieser Staaten ab. Zudem sind die Kosten von ETFs auf den Index niedrig, das erhöht die Renditechancen.
Im Welt-Index dominieren die USA
Allerdings ist der MSCI World sehr stark auf die USA ausgerichtet: Mehr als 70 Prozent der Aktien kommen von dort. Aus Japan, dem zweitwichtigsten Land im Index, stammen nur knapp 6 Prozent, aus Deutschland lediglich 2,5 Prozent.
Zudem sind Technologie-Aktien im MSCI World hoch gewichtet. Das liegt daran, dass der MSCI World seine Aktien nach ihrer Marktkapitalisierung auswählt, und da liegen Tech-Papiere seit Jahren klar vorne. Der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) hat diesen Trend noch einmal verstärkt. Mittlerweile macht der IT-Sektor knapp 29 Prozent des Index aus. Die zehn größten Positionen stehen zusammen für mehr als ein Viertel des Index. Ganz vorne liegen Nvidia, Apple und Microsoft.
Nvidia ist mit einem Indexgewicht von gut 5 Prozent mittlerweile der größte Einzelwert im MSCI World. Auch Microsoft, Amazon, Alphabet, Broadcom und Meta investieren Milliarden in KI-Chips, Rechenzentren und entsprechende Software. Der einzige Top-zehn-Konzern im Index, der nicht aus dem Technologiesektor stammt, ist JP Morgan Chase, die größte Bank der USA.
Anlegerinnen und Anlegern, die frühzeitig eingestiegen sind, hat der KI-Hype zuletzt erhebliche Kursgewinne beschert. Die Erwartungen an das künftige Geschäft mit KI sind allerdings hoch, und die großen Technologiekonzerne investieren enorme Summen. Sollten die erwarteten Gewinne ausbleiben oder deutlich später kommen, dürften die historisch hoch bewerteten Aktien unter Druck geraten. Wegen ihres großen Gewichts im Portfolio würde das auch den MSCI World spürbar belasten.
Flucht ist keine Lösung
Ist das zu viel für ein ausgewogenes Depot? Was passiert, wenn der KI-Boom endet, der Tech-Sektor massiv einbricht oder die US-Wirtschaft in eine schwere Krise gerät?
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