Viele Solaraktien sind sehr schwankungsanfällig und deshalb nur was für Anleger mit starken Nerven. / Foto: Pixabay

04.12.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Aktien-Favoriten

Solaraktien: Weiterhin so hohe Gewinne?

Die Welt braucht Solarenergie, um den Klimawandel zu stoppen. Und sie bekommt Solarenergie. Immer mehr, wie die jüngsten Zahlen zeigen. Aber ein Freibrief für eine Investition in jedwede Solaraktie ist das nicht. Vielmehr ist gründliche Auswahl angesagt. Auf welche Papiere können Sie setzen?

90 mittelgroße Atomkraftwerke müssten 2019 weltweit neu ans Stromnetz gehen. Tun sie aber nicht. Denn die Leistung aller in diesem Jahr neu angeschlossenen Solarstromanlagen liegt bei rund 130 Gigawatt (GW), hat ein britisches Analysehaus errechnet. Und das entspricht eben der Leistung von 90 Atomkraftwerken.

Die meisten neuen Photovoltaik-Anlagen gibt es in Asien; Europa und Nordamerika hinken weit hinterher. Und das verdeutlicht das erste Problem bei Solaraktien: Viele durchaus spannende Unternehmen sind nichts für den durchschnittlichen, nachhaltig orientierten deutschen Anleger. Weil sie entweder gar nicht an der Börse notiert sind oder aber nur in Ländern gehandelt werden, in denen für jeden Kauf oder Verkauf sehr hohe Gebühren anfallen.

Weltweit soll der Solarboom in den nächsten Jahren weitergehen, gibt es also Aussichten darauf, dass es wieder mehr deutsche Solaraktien geben wird? Die Hoffnung ist genauso dünn wie der Wille der Politik, den Klimawandel ernsthaft aufzuhalten. Zwar war Deutschland einmal Solarweltmeister: Nirgendwo wurden mehr Solarmodule produziert und dann auch noch installiert als hierzulande.

Aber die Kohlelobby hatte die Politik so fest im Griff, dass es keine Hilfen für die deutsche Solarindustrie gab, als diese in Turbulenzen geriet. SolarWorld, Phönix Solar und viele, viele andere sind daher vom Kurszettel verschwunden. SMA Solar aus Kassel und wenige andere trotzen dem Trend wie das kleine Dorf der Gallier den Römern. Daher muss man schauen, welche Aktien internationaler Unternehmen es an deutschen Börsen zu kaufen gibt. Wichtig ist zunächst, die unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Solarbereich zu erkennen.

Es gibt, grob gesagt, vier Bereiche:

  1. Modulhersteller produzieren aus Solarzellen die Solarmodule, die man heute auf vielen Dächern sieht.
  2. Wechselrichter-Hersteller liefern das Bauteil, das eine Solaranlage benötigt, um Strom mit der richtigen Spannung ins Netz einspeisen zu können. Denn Solarmodule erzeugen Gleichstrom, das Stromnetz und herkömmliche elektrische Geräte brauchen Wechselstrom.
  3. Solarparkprojektierer und -betreiber sind meist größere Ingenieursbüros, die umfangreiche Solarparks planen, errichten und verkaufen. Ein Geschäft mit oft sehr wechselhaften Jahresergebnissen. Solaranlagen-Betreiber kaufen die Solarkraftwerke und erzielen Einnahmen aus dem Verkauf des grünen Stroms. Ein meist stabiles Geschäft.
  4. Maschinenbau und Zulieferer:  Die Solarindustrie braucht Unternehmen wie PVA TePla, Manz oder Meyer Burger, welche die Produktionsanlagen liefern, auf denen dann die Solaranlagenbauteile hergestellt werden.

ECOreporter betrachtet hier bei den Solaraktien allerdings nur die Unternehmen, die komplett auf Solarenergie ausgerichtet sind. Natürlich gibt es Mischkonzerne, die Solarzellen oder Wechselrichter liefern, aber eben auch Waschmaschinen und vieles anderes. Sie sind hier nicht aufgeführt.

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