Die Windkraft war im ersten Halbjahr 2020 der wichtigste Energieträger Deutschlands. / Foto: Encavis

15.09.20 Erneuerbare Energie , Meldungen

Statistisches Bundesamt: Mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien

Im ersten Halbjahr 2020 wurden in Deutschland 248,2 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Mit 128,4 Milliarden Kilowattstunden kam der Strom zu 51,8 Prozent aus erneuerbaren Energien, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Windkraft war dabei der insgesamt wichtigste Energieträger in Deutschland.

Damit stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um 8,3 Prozent. Den höchsten Anstieg verzeichnete mit einem Plus von 12,9 Prozent die Windkraft. Mit 29 Prozent Anteil war die Windkraft demnach zugleich der wichtigste Energieträger in den ersten sechs Monaten 2020. Sie löste die Kohlekraftwerke ab. Ursache war vor allem das sehr windreiche erste Quartal 2020.

Auch die Stromerzeugung aus Photovoltaik stieg stark: Die eingespeiste Solarstrommenge stieg im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,9 Prozent, begünstigt durch ein besonders sonniges Frühjahr. Insgesamt lag ihr Anteil mit 24,7 Milliarden Kilowattstunden bei 10 Prozent der Gesamtstromerzeugung.

Stromimporte steigen

Um 22,6 Prozent gesunken ist dagegen die eingespeiste Strommenge aus konventionellen Energieträgern. Besonders deutlich sank dabei die Menge des eingespeisten Kohlestroms um 37,8 Prozent. Auch die durch Atomkraftwerke erzeugte Strommenge ging leicht zurück, während Gaskraftwerke gegenüber dem Vorjahreszeitraum etwas mehr zur Stromerzeugung beitrugen.

Aufgrund des abnehmenden Anteils der Einspeisung durch die grundlastfähigen konventionellen Kraftwerke (Kohle, Kernenergie und Erdgas) stiegen die Stromimporte im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um 43,3 Prozent auf 25,7 Milliarden Kilowattstunden. Insbesondere bei Windstille oder Dunkelheit wurde zur Deckung des Energiebedarfs Strom importiert. Hauptimportland für Strom war Frankreich mit 8,7 Milliarden Kilowattstunden.

Die exportierte Strommenge sank im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent auf 33,6 Milliarden Kilowattstunden. Insgesamt wurde damit weiterhin mehr Strom aus Deutschland exportiert als nach Deutschland importiert.

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