Grüner Wasserstoff wird voraussichtlich ein Schlüssel für das Erreichen der EU-Klimaziele sein. / Foto: Enapter

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Studie: Grüne Wasserstoffwirtschaft braucht Starthilfe in Milliardenhöhe

Bis 2030 müssen für einen Markthochlauf von grünem Wasserstoff jährlich 10 bis 24 Milliarden Euro EU-Förderung in die Branche fließen. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame aktuelle Studie des Thinktanks Agora Energiewende und der US-Unternehmensberatung Guidehouse.

Die Fördermittel sollten laut Studie dabei zunächst in die Bereiche fließen, wo künftig unumstritten und unerlässlich Bedarf an erneuerbarem Wasserstoff entsteht – etwa in der Industrie als Ersatz für Erdgas oder für Flugzeugtreibstoffe. Dies sei „ökonomisch sinnvoll“.

340 Terawattstunden fossiler Wasserstoff

Als geeignete Politikinstrumente für die erfolgreiche Einführung von erneuerbarem Wasserstoff sehen Agora Energiewende und Guidehouse für diese Bereiche unter anderem Klimaschutzverträge, sogenannte Carbon Contracts for Difference, eine Quote für strombasierte synthetische Kraftstoffe im Luftverkehr, Ausschreibungen zur Förderung von mit Wasserstoff betriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, gezielte Marktanreize für CO₂-freie Materialien sowie Lieferverträge für erneuerbaren Wasserstoff.

„Die Unterstützung für den Hochlauf von erneuerbarem Wasserstoff wird in der Anfangsphase nicht billig werden. Denn selbst bei einem CO₂-Preis von 100 bis 200 Euro pro Tonne ist grüner Wasserstoff noch nicht wettbewerbsfähig“, erklärt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Daher sei es unerlässlich, bei der Förderung Prioritäten zu setzen.

Entscheidend sei aber vor allem, die Kosten für grünen Wasserstoff deutlich zu senken. Der Studie zufolge werden in der EU schon heute jährlich 340 Terawattstunden Wasserstoff verbraucht, die Herstellung erfolgt bislang aber nahezu komplett aus fossilen Brennstoffen. Damit sei Wasserstoff aktuell ein bedeutender Verursacher von Treibhausgasen – eine klimaneutrale Alternative wäre nur durch die Umstellung auf die bislang nicht rentable Erzeugung aus erneuerbaren Energien möglich.

Mitte Juli wird die EU-Kommission ihr Paket „Fit for 55“ vorstellen. Dieses umfasst elf Gesetzesvorschläge, die dazu beitragen sollen, bis 2030 die Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Grüner Wasserstoff wird für diese Emissionsziele eine zentrale Rolle spielen – die Studie von Agora Energiewende und Guidehouse will hier eine Unterstützung bieten.

Ein Durchbruch bei grünem Wasserstoff wäre auch für die Unternehmen der Branche von entscheidender Bedeutung. Für einen aktuellen Überblick über den Sektor lesen Sie unser Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien!

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