Aktien von Unternehmen wie Plug Power könnten von der neuen US-Strategie beim Wasserstoffausbau profitieren. / Foto: Unternehmen

  Erneuerbare Energie, Meldungen

US-Energieministerium will „Mondprogramm“ für Wasserstoff

Die USA wollen mit einer umfangreichen Initiative erneuerbare Energien und die heimische Wasserstoffwirtschaft stärken. Energieministerin Jennifer M. Granholm bezeichnet die Pläne als „Energy Earthshot“ – eine Anspielung auf das US-Programm, das die erste Mondlandung vorbereitete.

Das Mondprogramm des später ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, der die Mondlandung selbst nicht mehr erlebte, reagierte damals auf den Sputnik-Schock und sollte das Raumfahrtprogramm der UdSSR ein- und überholen. Und auch diesmal befürchten die USA, Europa und Asien beim Thema „grüner Wasserstoff“ hinterherzuhinken.

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Das nun formulierte ehrgeizige Ziel der Regierung Biden: Innerhalb von zehn Jahren soll in den USA der Preis für grünen Wasserstoff nur noch einen Dollar pro Kilogramm betragen. Erreicht werden soll dies etwa über die Förderung von Leuchtturmprojekten und Demonstrationsanlagen – konkretere Vorhaben wurden aber noch nicht angekündigt.

Profitieren sollen vor allem Unternehmen, die in den USA Arbeitsplätze schaffen, etwa Plug Power, Ballard Power oder Bloom Energy. Aber auch die aus den Vereinigten Staaten gelenkten Gaseriesen Linde und Air Liquide haben gute Karten.

Aktuell zeigen sich insbesondere die Aktien der schwankungsanfälligen Wasserstoffunternehmen nicht stark bewegt, notieren aber nach langen Verlustphasen im Plus (Stand: 8.6.2021, 11:53 Uhr):

  • Ballard Power: +0,3%
  • Bloom Energy: +2,5%
  • Plug Power: +1,5%

ECOreporter rät immer wieder zur Vorsicht beim Thema Wasserstoff: Anlegerinnen und Anlegern muss klar sein, dass Investitionen hier die Spekulation auf ein Geschäft bedeuten, für das ein möglicher profitabler Markt noch deutlich in der Zukunft liegt. Zehn Jahre stellen dabei einen realistischen Mindest-Anlagehorizont dar.

Eine aktuelle Studie der Fraunhofer-Institute geht davon aus, dass grüner Wasserstoff ab 2030 konkurrenzfähig sein könnte. Erst dann dürfte auch die Nachfrage nach dem Energieträger realistisch steigen.

Anders sieht es bei den Industriegase-Schwergewichten Air Liquide und Linde aus. Beide sind hochprofitabel und haben sich zwar frühzeitig auf Wasserstoff als mögliches lukratives Geschäftsfeld vorbereitet. Sie sind aber nicht von diesem abhängig. Die Linde-Aktie verzeichnet aktuell leichte Zugewinne zum Vortag, Air Liquide liegt im Minus (Stand: 8.6.2021, 11:53 Uhr):

  • Air Liquide: -0,7%
  • Linde: +0,5%

Linde ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Dividendenkönige. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2021 von 30 ist die Linde-Aktie nach einem Kursrücksetzer zum Wochenstart nicht günstig, aber moderat bewertet. Die Air Liquide-Aktie ist mit einem erwarteten KGV für 2021 von 25 noch etwas günstiger.

Für eine grundsätzliche Einschätzung von Unternehmen aus dem Wasserstoffsektor und deren Perspektiven lesen Sie auch die ECOreporter-Analyse: Von Bloom bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Air Liquide SA: ISIN: FR0000120073 / WKN: 850133 
Ballard Power Systems: ISIN CA0585861085 / WKN A0RENB
Bloom Energy Corp.: ISIN: US0937121079 / WKN A2JQTG
Plug Power Inc.: ISIN US72919P2020 / WKN A1JA81
Linde plc.: ISIN IE00BZ12WP82 / WKN A2DSYC

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