Profi-Investoren halten grüne Geldanlage für wichtig – trauen den Angaben von Unternehmen aber nur bedingt. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Institutionelle / Anlageprofis

Studie: Neun von zehn Investoren rechnen mit Greenwashing

Die Mehrheit der professionellen Anleger glaubt, dass Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen nur bedingt zu trauen ist. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC (früher Price Waterhouse Coopers) unter institutionellen Investoren, Vermögensverwaltern und Analysten. Aus der Befragung geht auch hervor: Den Profi-Anlegern ist der Klimaschutz wichtig.

Insgesamt glauben 87 Prozent der Profi-Anleger, dass Unternehmen zumindest in einem gewissen Ausmaß Greenwashing betreiben. Gut drei Viertel der Anleger (78 Prozent) vermuten, dass "unbestätigte Behauptungen" sogar in hohem Maße im Reporting vorkommen.

Investoren gewichten ESG-Aspekte unterschiedlich

Dass die Berichterstattung von Unternehmen ausschließlich bestätigte Angaben zu Nachhaltigkeit enthält, glauben dagegen nur 2 Prozent der Befragten. "Der Mangel an Vertrauen ist beunruhigend, da Nachhaltigkeitsangaben ständig an Bedeutung gewinnen", so PwC-Österreich-Vorstandsmitglied Agatha Kalandra.

Den Investoren ist wichtig, dass die Firmen etwas gegen die Erderwärmung tun: 44 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel zu den fünf Top-Prioritäten von Unternehmen zählen sollten. Andere ESG-Aspekte, etwa der Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (27 Prozent) oder die Verbesserung von Diversität, Inklusion und Gleichstellung (25 Prozent), werden hingegen als weniger wichtig erachtet.

ESG steht für die Kriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G wie Governance). Eine allgemein verbindliche Definition für gute ESG-Kriterien gibt es allerdings nicht.

Der Grund für nachhaltige Investments ist dabei vor allem die Hoffnung auf wirtschaftliche Vorteile: Jeweils rund zwei Drittel der Befragten sehen darin das Potenzial, die Anlageergebnisse zu erhöhen (64 Prozent) oder vor Risiken zu schützen (68 Prozent). Mit 82 Prozent tätigt die klare Mehrheit allerdings ESG-Anlagen, um den Anforderungen ihrer Kundinnen und Kunden nachzukommen.

Einen Leitfaden für erfolgreiches nachhaltiges Anlegen bietet Ihnen der ECOreporter-Ratgeber Grünes Geld: Die 10 besten Tipps für nachhaltige Investments

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