Wissenschaftler haben einige immer noch kursierende Vorurteile gegen Windräder entkräftet. / Foto: Pixabay

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Studie: Windräder verursachen keine Gesundheitsschäden

Wer in der Nähe von Windrädern wohnt, muss keine gesundheitlichen Probleme durch die Anlagen befürchten. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsch-amerikanische wissenschaftliche Studie.

Eine Gruppe aus Forschern der Universitäten Augsburg, Pittsburgh und Columbia hat Daten aus den Jahren 2011 bis 2023 von mehr als 120.000 US-Haushalten in der Umgebung von insgesamt etwa 75.000 Windkraftanlagen ausgewertet. Dabei verglichen die Wissenschaftler Daten vor und nach der Installation der Windräder. Auf den Prüfstand kamen unter anderem selbst berichtete Angaben der Anwohner zu Krankheiten und Informationen zum tatsächlichen Kaufverhalten, etwa von Schmerz- und Schlafmitteln.

Der Schlaf wird nicht schlechter

Das Ergebnis der umfangreichen, in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) erschienenen Längsschnittstudie: Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Wohnen in der Nähe von Windrädern und dem Auftreten von Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen oder Kopfschmerzen. Die Forscher konnten auch keine Veränderungen in der Lebensweise (Schlafstunden, Sport, Zeit im Freien) oder bei Ausgaben für Alkohol und Tabak feststellen. Der Studie zufolge ist das Ergebnis stabil für alle untersuchten Subgruppen: Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsgrad und ethnische Zugehörigkeit.

„Windkraftanlagen stehen immer wieder im Fokus gesundheitlicher Bedenken. Die bisherige Evidenz dazu ist jedoch teils uneinheitlich und häufig durch kleine Stichproben oder rein korrelative Analysen begrenzt. Unsere Analysen unter Verwendung umfangreicher US-Haushaltsdaten zeigen keine messbaren negativen Gesundheitseffekte bei typischen Entfernungen zwischen Windrädern und Wohngebieten“, sagt Niklas Rott, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Gesundheitsökonomik der Universität Augsburg und Mitautor der Studie.

Die Autoren betonen zugleich, dass lokale Belastungen wie Lärm, Schattenwurf oder visuelle Beeinträchtigungen die Lebensqualität beeinflussen und die Akzeptanz von Windkraftprojekten verringern können – auch ohne nachweisbare gesundheitliche Folgen. Sie empfehlen, Debatten über Windkraft stärker auf evidenzbasierte Lärmgrenzwerte, faire Kostenverteilung und transparente Planungsverfahren zu fokussieren anstatt auf nicht belegte Gesundheitsrisiken.

Lesen Sie auch die zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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