Ein Photovoltaik-Kraftwerk wird mit Modulen von First Solar bestückt. Die Aktie des Solarkonzerns aus den USA steckt in vielen Erneuerbare-Energien-Fonds. / Foto: Unternehmen

  Fonds / ETF

Die besten Erneuerbare-Energien-Fonds der letzten 5 Jahre

Aktienfonds, die nur auf Erneuerbare Energien setzen, gibt es nicht viele. Und kerngrün sind sie auch nicht alle. ECOreporter hat sich Wertentwicklung und Aktienlisten von sieben Erneuerbare-Energien-Fonds angesehen.

Die sieben Fonds wollen ausschließlich in Aktien von Unternehmen anlegen, die auf alternative Energien spezialisiert sind. Allerdings finden sich in einigen Aktienbeständen auch Kohlekonzerne wie RWE, die bislang eher nebenbei auch Grünstrom produzieren.

Auf fünf Jahre gesehen konnten alle untersuchten Fonds, die schon so lange am Markt sind, ihren Wert mindestens verdoppeln. Der Beste liegt 172 Prozent im Plus (siehe Tabelle im Premium-Bereich). Vor allem in den letzten zwölf Monaten haben die Erneuerbare-Energien-Fonds stark zugelegt – der erfolgreichste 125 Prozent.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die Wertentwicklung der Erneuerbare-Energien-Fonds (sortiert nach der 5-Jahres-Performance):
FondsnameWKNWertzuwachs 1 Monat (%)Wertzuwachs 1 Jahr (%)Wertzuwachs 5 Jahre (%)Wertzuwachs 10 Jahre (%)Jahreskos- ten (%)Volumen (Mio. €)Start
DNB Renewable EnergyA0MWAL1,6125,6172,2152,71,622352007
KBC ECO Fund Alternative EnergyA0B6LF2,5106,7166,7142,31,81632000
RobecoSAM Smart Energy Equities EA2QBUJ0,978,7166,6*1,7132812014
LSF-Solar & Sustainable Energy FundA0RN3V-0,6109,8111,735,81,90222009
BlackRock Global Funds Sustainable Energy FundA0BL873,671,0107,6149,41,9949822001
Pictet-Clean Energy P EURA0MQNA3,663,5105,8129,52,0138502007
Schroder ISF Global Energy TransitionA2PNKF1,1110,2**1,8910902019

Stand: 21.4.2021; * Fonds ist noch keine 5 bzw. 10 Jahre am Markt

DNB Renewable Energy

Der DNB Renewable Energy hat auf Sicht von fünf Jahren 172 Prozent an Wert gewonnen. Mit 1,62 Prozent weist er auch die niedrigsten Jahreskosten aus (siehe Tabelle).

Aufgelegt hat den DNB Renewable Energy der größte norwegische Finanzdienstleister DNB. Der Fonds legt zu 60 Prozent in europäische Aktien an. Im Bestand finden sich Grünstromunternehmen wie Vestas, Nordex, First Solar, Neoen, Scatec und Sunrun. Fossile Energien und Atomkraft sind allerdings nicht ausgeschlossen: Der Fonds hält auch Aktien des italienischen Konzerns Enel, der fast die Hälfte seiner Energie aus Kohle, Öl, Erdgas und Atomkraft gewinnt. Das ebenfalls in Italien ansässige Unternehmen Erg erzeugt seinen Strom zu 40 Prozent aus Gas.

KBC ECO Fund Alternative Energy

Den KBC ECO Fund Alternative Energy gibt es bereits seit 2000. Er kommt von der KBC Group, einem belgischen Bank- und Versicherungskonzern. Im Fünf-Jahres-Vergleich ist der Fonds knapp 167 Prozent im Plus.

Der KBC ECO Fund Alternative Energy investiert in viele sehr nachhaltige Erneuerbare-Energien-Unternehmen, etwa Vestas, Encavis, Nordex, Meyer Burger, Jinko Solar, Enphase Energy, Maxeon Solar, Canadian Solar. Auch der Elektroautobauer Tesla und Wasserstoffaktien wie Ballard Power, FuelCell und Plug Power sind im Bestand. Nach ECOreporter-Recherchen befinden sich keine kontroversen Unternehmen im Portfolio.

RobecoSAM Smart Energy Equities E

Auch der RobecoSAM Smart Energy Equities hat auf fünf Jahre gesehen fast 167 Prozent an Wert gewonnen. Anbieter des Fonds ist RobecoSAM, eine auf nachhaltige Finanzprodukte spezialisierte Tochter der niederländischen Fondsgesellschaft Robeco, die mittlerweile zum japanischen Mischkonzern Orix gehört.

Der RobecoSAM Smart Energy Equities setzt fast zur Hälfte auf Halbleiterunternehmen, etwa Infineon und On Semiconductor. Halbleiter sind elektrische Basiskomponenten, die unter anderem für Computerchips und Solaranlagen benötigt werden. Der Fonds enthält zudem Aktien von Eisenbahnunternehmen und Spezialchemiekonzernen wie Wacker Chemie. Erneuerbare-Energien-Firmen wie Energiekontor, Encavis, SMA Solar, Nel oder First Solar sind in der Minderheit.


Der chinesische Konzern Goldwind gehört zu den größten Windradbauern der Welt. / Foto: Unternehmen

Luxembourg Selection Fund - Solar & Sustainable Energy Fund

Mit einem Volumen von aktuell 22 Millionen Euro gehört der LSF Solar & Sustainable Energy Fund zu den kleineren nachhaltigen Fonds. Initiiert hat ihn der Finanzdienstleister FiNet Asset Management aus dem hessischen Marburg. FiNet betreibt auch den nachhaltigen Robo Advisor vividam.

Der LSF Solar & Sustainable Energy Fund ist zu zwei Dritteln in Wind- und Solaraktien investiert, beispielsweise Canadian Solar, SMA Solar, First Solar, Jinko Solar und den Windradbauer Goldwind. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen kommen aus China. Der Fonds hat seit April letzten Jahres 110 Prozent zugelegt. Davor war er zehn Jahre im Minus gewesen. Nach den hohen Zuwächsen 2020 liegt er aktuell im Zehn-Jahres-Vergleich immerhin 36 Prozent im Plus.

BlackRock Global Funds Sustainable Energy Fund

Der GBF Sustainable Energy Fund hat ein Volumen von fast 5 Milliarden Euro und zählt damit zu den Schwergewichten im nachhaltigen Fondsbereich. Wobei „nachhaltig“ hier relativ ist: Zu den größten Positionen des Fonds gehören eben dem alles andere als grünen italienischen Energieunternehmen Enel der Essener Kohlegigant RWE und der US-Großkonzern NextEra, der zwei Drittel seines Umsatzes mit Atomkraft und fossilen Energien erzielt. Problematisch ist auch der spanische Energieerzeuger Iberdrola, der an mehreren Gas- und Atomkraftwerken beteiligt ist. Deutlich grüner: die Solarunternehmen Canadian Solar, SolarEdge, First Solar und Sunrun. Verantwortlich für den Fonds ist BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt und alles andere als ein Vorbild, wenn es um klimafreundliche Investments geht.

Pictet-Clean Energy P

Der Pictet-Clean Energy ist mit einem Volumen von 3,8 Milliarden Euro ebenfalls ein Fonds-Dickschiff. Und auch hier steckt Geld in nicht nachhaltigen Konzernen wie RWE, Enel, NextEra und Iberdrola. Dazu kommen einige Grünstromunternehmen, etwa Orsted, Vestas, Algonquin, Siemens Gamesa, SolarEdge. Außerdem im Bestand: Tesla, der Edelmetall- und Recycling-Konzern Umicore, der Wärmepumpenspezialist Nibe. Der Fonds investiert zu 60 Prozent in US-Aktien.

Schroder ISF Global Energy Transition

Der Schroder ISF Global Energy Transition ist der jüngste Fonds in unserem Vergleich. Der Londoner Vermögensverwalter Schroders hat ihn 2019 auf den Markt gebracht. Auf Jahressicht ist der Fonds 110 Prozent im Plus.

Im Aktienbestand findet sich der französische Konzern Engie, der etwa 20 Prozent seines Umsatzes mit Gas, Kohle und Atomkraft macht. Dazu viele Erneuerbare-Energien-Firmen, unter anderem Vestas, Goldwind, Nordex, Daqo, Jinko Solar, Ormat, Neoen. Der Fonds investiert auch in den Stromnetzspezialisten Alfen sowie die Solarzulieferer Wacker Chemie und LG Chem,  


Fazit: Gut gelaufen sind alle sieben Erneuerbare-Energien-Fonds. Bei der Nachhaltigkeit gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Wer nicht genau hinschaut, investiert auch in Kohle, Öl, Gas und Atomkraft.


ECOreporter hat in den letzten Jahren über 50 nachhaltige Fonds analysiert. Die Tests finden Sie hier.

Wie sich die getesteten Fonds in den letzten Jahren entwickelt haben, erfahren Sie hier.

Verwandte Artikel

22.04.21
 >
08.04.21
 >
07.04.21
 >
04.05.21
 >
15.03.21
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x