Bei Tesla laufen die Geschäfte schlecht – ein Grund dürfte das schlechte Image von Konzernchef Elon Musk sein. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Tesla mit Gewinneinbruch – deutlich weniger Autoverkäufe

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im zweiten Quartal 2025 deutlich weniger Autos verkauft, Umsatz und Gewinn brechen ein. Die Politik von US-Präsident Donald Trump bedroht zudem ein lukratives Geschäftsmodell des Konzerns.

Teslas Umsatz sank in den Monaten April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 22,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn brach um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ein. Damit erlebte der Konzern den zweiten Gewinnrückgang in Folge und den stärksten Einbruch beim Umsatz seit zehn Jahren. Die Zahlen fielen noch schlechter aus als von Analysten erwartet.

Konzernchef Musk als Imageproblem

Ihre Ursache hat die schlechte Entwicklung vor allem im Rückgang der Auslieferungen. Diese sanken im zweiten Quartal um 13,5 Prozent auf 384.122 Fahrzeuge. Auch die neue Variante des bisherigen Bestsellers Model Y konnte den Absatz bisher nicht ankurbeln. Sie wird seit März an die Kunden ausgeliefert.

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Ein Hauptgrund für den Rückgang sind die Kontroversen um die politischen Aktivitäten von Konzernchef Elon Musk. Als zwischenzeitlicher Leiter der Kostensenkungsbehörde Doge hat Musk die US-Entwicklungshilfe de facto abgeschafft, was für Hunderttausende Menschen in armen Ländern den Tod bedeuten könnte. Zudem fällt der Tesla-Chef immer wieder durch menschenverachtende und demokratiefeindliche Statements auf.

Im Streit um das neue US-Haushaltsgesetz hatte sich Musk zuletzt auch mit Präsident Donald Trump überworfen. Seit einem öffentlichen Zerwürfnis im Juni überziehen sich die beiden in sozialen Medien gegenseitig mit Hohn und Spott. Zuletzt hatte Musk die Gründung einer eigenen Partei angekündigt. ECOreporter berichtete hier.

Unterstützer von Musk und einzelne Analysten hatten in den letzten Monaten allerdings immer wieder erklärt, der Grund für Teslas Absatzprobleme sei die Übergangsphase beim Model Y. Dass die Verkäufe nun immer noch nicht anziehen, macht diese These nur noch schwer haltbar.

US-Regierungspläne bedrohen Geschäft

Musk interessiert sich unterdessen immer weniger für das klassische Autogeschäft. Der Manager erklärte in den vergangenen Monaten wiederholt, die Zukunft von Tesla liege im autonomen Fahren und in humanoiden Robotern. Experten bezweifeln aber, ob Teslas "Roboter-Taxis", die im Juni einen ersten Testbetrieb aufnahmen, tatsächlich ein Erfolg werden können. Und für die humanoiden Roboter ist eine Marktreife noch überhaupt nicht in Sicht.

Gleichzeitig wird es für das Unternehmen zum Problem, dass die US-Regierung den Klimaschutz im Verkehrssektor bekämpft. In den vergangenen Jahren hat Tesla viel Geld damit verdient, CO-Verschmutzungsrechte an andere Autobauer zu verkaufen, deren Fahrzeuge nicht die strengen Emissionsvorgaben in den USA erfüllten. Die Trump-Regierung hat angekündigt, diese Strafzahlungen auf Bundesebene abzuschaffen.

Ende September laufen zudem die Elektroautosubventionen in den USA aus. Das könnte die Nachfrage zwar kurzfristig noch einmal steigern, langfristig dürfte es die Verkäufe aber zusätzlich belasten.

Die Tesla-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 6,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 265,40 Euro (24.7.2025, 11:12 Uhr). Im Monatsvergleich sank der Kurs um 5,3 Prozent, auf Jahressicht ist die Aktie 31,1 Prozent im Plus.

Für die Aktie geht es abwärts

Nach dem Wahlsieg von Donald Trump hatte die Tesla-Aktie Ende 2024 deutlich an Wert gewonnen. Anfang 2025 brach der Kurs allerdings wieder ein: Analysten missfiel, dass Musk sich mehr um seine politische Agenda kümmerte als um seine Unternehmen. Zudem zeichnete sich immer deutlicher ab, dass Tesla keine Sonderbehandlung bei Trumps Anti-Nachhaltigkeitspolitik erfahren würde.

Nach Musks Rückzug aus der Politik war die Aktie im April und Mai noch einmal gestiegen. Angesichts des öffentlichen Streits mit Trump und der rückläufigen Verkaufszahlen geht es für den Kurs aber nun seit zwei Monaten wieder abwärts. Im letzten halben Jahr büßte die Aktie rund 33 Prozent an Wert ein.

Der Ausblick für Tesla ist unsicher. Elon Musk dürfte auch weiterhin das Image des Konzerns belasten, und es stellt sich generell die Frage, inwieweit Tesla noch ein nachhaltiges Investment ist. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 241 für 2025 ist die Aktie zudem viel zu teuer. ECOreporter rät sowohl aus finanziellen als auch aus nachhaltigen Gründen von einem Einstieg bei Tesla ab.

Tesla Inc.:  ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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