Cybertruck von Tesla. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Tesla will Produktion in China ausweiten – lohnt sich der Einstieg?

In Deutschland wächst der Protest gegen die geplante Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla im brandenburgischen Grünheide. Zu schaffen macht Tesla außerdem der Ölpreisabsturz und die lahmgelegte Produktion in seiner Fabrik in Shanghai. In China will der Elektroautor-Pionier angeblich seine Produktionskapazitäten trotzdem massiv ausweiten. Bietet sich aktuell ein Einstieg an?

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361 Menschen haben bei den brandenburgischen Behörden offiziell Einspruch gegen den Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide eingelegt. Dabei gehe es vor allem um die Themen Wasser, Wald, Verkehr und Naturschutz, heißt es vom Umweltministerium Brandenburg.

Proteste vor allem aus Brandenburg

Die Einwendungen sollen am 18. März öffentlich erörtert werden. Danach werden sie laut Ministerium noch einmal von der zuständigen Genehmigungsbehörde geprüft. Mehr als die Hälfte der Proteste kämen aus Grünheide und Umgebung, fast ein Drittel aus dem übrigen Brandenburg und Berlin, meldet das Ministerium.

Wann Tesla mit dem Bau der Fabrik beginnt, ist noch offen. Die endgültigen Genehmigungen sollen im Sommer vorliegen. Mit der Rodung des Waldgrundstücks für die Fabrik hat Tesla bereits begonnen. Beschwerden von Umweltvereinen gegen die Abholzung hatte ein Gericht in Brandenburg Ende Februar abgewiesen (mehr können Sie hier lesen).

Niedrige Ölpreise – weniger Elektroautos?

Der Ölpreis ist gestern um 30 Prozent eingebrochen. Einen so starken Einbruch hat der Ölmarkt seit der Golfkrise nicht mehr erlebt. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet nun nur noch gut 31 US-Dollar. Letzte Woche lag der Preis noch bei 45 US-Dollar je Barrel.

Unter dem aktuellen Ölpreisverfall könnte auch Tesla leiden. Denn günstige Preise für fossile Energien führten in der Vergangenheit zu einem Rückgang der Verkäufe von Elektroautos und Solaranlagen.

Tesla will Produktion steigern

Das Coronavirus hat die Produktion in der Tesla-Fabrik in Shanghai lahmgelegt. Auch die Autoverkäufe sind in China aufgrund der Corona-Epidemie im Februar um 80 Prozent im Vergleich zum Vormonat eingebrochen. Dennoch will Tesla angeblich seine Produktion in China massiv ausweiten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat Tesla bei den zuständigen Behörden in Shanghai den Bau von zusätzlichen Fertigungslinien für Batterien, Elektromotoren und anderen Teilen für Elektroautos beantragt.

Laut Angaben von Reuters will Tesla seine Produktion von Kühlrohren in Shanghai von derzeit 150.000 auf 260.000 steigern. Kühlrohre werden vor allem für Heizungs- und Klimasysteme in Autos benötigt. Tesla teilte bereits im letzten Jahr mit, dass man unabhängiger von Zulieferern werden wolle.

Tesla will in dem chinesischen Werk jährlich bis zu 150.000 Fahrzeuge des Typs Model 3 produzieren. Langfristig soll die Produktion auf 250.000 Fahrzeuge gesteigert werden. 2020 will Tesla weltweit 500.000 Fahrzeuge ausliefern. 2019 kam der Elektroautobauer auf 367.000 E-Auto-Auslieferungen.

Aktie holt Verluste auf

Aktuell steht die Tesla-Aktie an der Börse Stuttgart bei 593,00 Euro (10.3.2020, 12:02 Uhr). Den Wertverlust im gestrigen Handel von gut 13 Prozent hat die Aktie heute wieder aufgeholt. Auf Jahressicht ist die Aktie immer noch 130 Prozent im Plus.

Die Tesla-Aktie ist nach den starken Wertzuwächsen im vergangenen Jahr immer noch hoch bewertet. Das für 2020 erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei über 150.

Das mittlere Analysten-Kursziel für die Tesla-Aktie auf Sicht von einem Jahr liegt bei knapp 553 US-Dollar – 18 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Anleger, die vom Unternehmen überzeugt sind, sollten noch auf weitere Kursrücksetzer warten, bevor sie einsteigen.

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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