Wie sicher sind Wertpapiere in der Blockchain? / Symbolbild: Pixabay

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Tokenbasierte nachhaltige Wertpapiere: Vorteile und Risiken

Der große Durchbruch von digitalen Wertpapieren lässt noch auf sich warten, aber einige Emittenten bieten schon tokenbasierte Wertpapiere an. Eine Vorreiterin in Deutschland ist die nachhaltige Vermittlerin wiwin, über deren Internet-Plattform schon zahlreiche tokenbasierte Wertpapiere angeboten wurden.

Als Token werden unter anderem Vermögensgegenstände oder Verträge bezeichnet, die auf einer Blockchain gespeichert und dokumentiert werden. Unter "Blockchain" (deutsch: Blockkette) versteht man eine unveränderbare digitale Datenbank, die lediglich Hinzufügungen erlaubt.

Nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin (September 2022) befinden sich die Blockchain-Technologie sowie ihre Anwendungen noch immer in einer frühen Phase, finden aber zunehmend Eingang in den Finanzmarkt. Der BaFin zufolge setzt sich auch verstärkt eine realistische Bewertung der Chancen und Risiken sowie geeigneter Einsatzbereiche für diese Technologie durch. Ihr werde aber weiterhin Potenzial zugesprochen, den Finanzmarkt wie kaum eine andere Technologie zu beeinflussen. Auch der deutsche Gesetzgeber verfolgt die Entwicklung und hat im Juni 2021 das Gesetz über elektronische Wertpapiere verabschiedet.

Vorteile der Blockchain-Technologie

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Wenn die Blockchain als Basistechnologie genutzt würde, wären nach Einschätzung der BaFin zumindest technisch gesehen keine klassischen Finanzintermediäre (z.B. Banken, Versicherungen, Börsen) mehr erforderlich, um Werte oder Rechte zu übertragen. In dem Fall können die Transaktionskosten sinken. Auch könnten sich der BaFin zufolge gänzlich neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen etablieren, die den Bedürfnissen eines digitalisierten Finanzmarktes gerecht werden und der gesamten Finanzindustrie neue Dynamik verleihen könnten.

Risiken von tokenbasierten Wertpapieren

Jeder Eintrag auf der Blockchain enthält unter anderem eine eindeutige Zuordnung zu der Anlegerin oder dem Anleger (den sogenannten Public Key) und den Anlagebetrag. Zur Aufbewahrung der tokenbasierten Wertpapiere auf Basis von Blockchain-Technologie wird eine sogenannte „Wallet“ benötigt, eine Art digitale Geldbörse oder digitales Schließfach.  

Unter anderem in der Anlagebroschüre zum tokenbasierten Genussrechtsangebot der Tomorrow GmbH  (Stand: 3.11.22) wird auf Risiken im Zusammenhang mit Token eingegangen:

Die Token sind für die Anlegerinnen und Anleger nur über deren jeweiligen persönlichen Zugang (den sogenannten Private Key) zu ihrer Wallet zugänglich, etwaige Zahlungen erfolgen an das hinterlegte Bankkonto. Sollte der Private Key in die Hände Dritter gelangen, so kann dieser Dritte die Wallet der Anlegerin oder des Anlegers missbrauchen und unbefugt Vermögenstransaktionen vornehmen.

Die Blockchain-Technologie sowie alle damit in Verbindung stehenden technologischen Komponenten befinden sich laut Anlagebroschüre nach wie vor in einem frühen technischen Entwicklungsstadium. Der Token entsteht, indem die Emittentin die Anzahl der gezeichneten Token auf der Blockchain generiert und dann auf die Wallet Adressen der Anlegerinnen und Anleger überträgt, indem die Token den jeweiligen Adressen zugewiesen werden. Die Blockchain-Technologie kann Fehler enthalten, die derzeit nicht bekannt sind, aus denen sich zukünftig aber unabsehbare Folgen ergeben könnten. Im schlimmsten Fall kann dies laut Anlagebroschüre zum unwiederbringlichen Verlust der Token führen.

Die Blockchain-Technologie und die Wallets der Anlegerinnen und Anleger können Angriffen von Dritten ausgesetzt sein und gehackt werden. Bei sogenannten Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacken könnten Angreifer z.B. ein Netzwerk oder eine Blockchain mit einer hohen Anzahl von Anfragen oder Transaktionen überlasten und das Netzwerk beziehungsweise die entsprechende Blockchain (temporär) unbenutzbar machen. Derartige Angriffe können auch zum Verlust der Token führen.

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