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Union Pacific wächst – Fortschritt bei Milliardenübernahme
Der US-Eisenbahnkonzern Union Pacific hat trotz höherer Treibstoffkosten im dritten Quartal 2025 ein solides Wachstum mit Rekordeinnahmen im Frachtgeschäft erzielt. Auch beim derzeit wichtigsten Thema, der milliardenschweren Übernahme des Konkurrenten Norfolk Southern, gibt es Neuigkeiten.
In den Monaten Juli bis September steigerte Union Pacific seinen Umsatz um 3 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 6,2 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch Preiserhöhungen im Kerngeschäft. Die Frachtumsätze ohne Treibstoffzuschläge stiegen um 4 Prozent und waren laut Konzern die höchsten der Unternehmensgeschichte.
Unterlagen für Milliardenfusion werden früher eingereicht
Ein Treibstoffzuschlag ist eine zusätzliche Gebühr, die Union Pacific seinen Kunden berechnet, um steigende Treibstoffkosten zu kompensieren. Laut Konzern sanken diese Gebühren zuletzt – ein Ausdruck der generellen Produktivitätssteigerung im Quartal: Demnach wurden neue Rekordwerte für die Verkürzung der Verweildauer im Terminal, die Zuglänge, die Produktivität der Belegschaft und die Senkung des Kraftstoffverbrauchs erreicht.
Lesen Sie auch das zweiteilige ECOreporter-Dossier zu nachhaltigen Eisenbahn-Aktien.
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Der Nettogewinn betrug im dritten Quartal 1,8 Milliarden Dollar und lag damit etwa auf Vorjahresniveau. Im Ergebnis enthalten sind auch Fusionskosten in Höhe von 41 Millionen Dollar.
Die Fusion, um die es dabei geht, ist aktuell das wichtigste Projekt des Konzerns: die 85 Milliarden Dollar teure Übernahme des Konkurrenten Norfolk Southern. ECOreporter berichtete hier. Mit dem Zukauf will Union Pacific zum ersten Eisenbahnkonzern werden, der die gesamten USA von der Ost- bis zur Westküste abdeckt.
Union Pacific plant, die für die Fusion nötigen Unterlagen bis Ende November bei den Aufsichtsbehörden einzureichen. Das Unternehmen kommt schneller voran als geplant: Ursprünglich war die Einreichung erst für Ende Januar angekündigt.
Die Prüfung könnte etwa 12 bis 18 Monate dauern. Das Surface Transportation Board hat laut US-Medien aber bereits signalisiert, dass es die Übernahme vermutlich erlauben wird. US-Präsident Donald Trump hat sich auch persönlich wohlwollend geäußert (was allerdings nichts bedeuten muss). Das Geschäft wäre eine der größten Fusionen in der Geschichte der USA.
Ein wesentlicher Grund für den geplanten Zusammenschluss: Kohletransporte. Nordamerikanische Eisenbahnkonzerne und auch Analysten setzen stark auf steigende Frachtvolumina bei Kohle, da Trump aus ideologischen Gründen fossile Energien fördert.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat Trump die aktuell laufenden Handelsgespräche mit Kanada über die Senkung oder Abschaffung gegenseitiger Zölle abgebrochen. Der US-Präsident ist beleidigt, weil in einem kanadischen Fernsehspot der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan mit kritischen Aussagen über Zölle zitiert wird. Es wäre möglich, dass wegen dieses erneuten Rückschlags in einem Handelsstreit auch die Union Pacific-Aktie unter Druck gerät.
Solider Konzern mit guter Perspektive
Die Aktie liegt im Tradegate-Handel aktuell 0,2 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 189,84 Euro (Stand: 24.10.2025, 9:31 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 5 Prozent im Minus, im Jahresvergleich büßte sie 10,9 Prozent ein.
Die Union Pacific-Aktie schwankte in diesem Jahr besonders unter dem Einfluss der wirren US-Handelspolitik stark, zusätzlich beeinflussen auch die Übernahmepläne den Kursverlauf. Insgesamt hat sich die Aktie ordentlich entwickelt und in den letzten fünf Jahren 20 Prozent an Wert gewonnen.
Die wichtige Rolle des Kohlegeschäfts ist bedauerlich, aber für ECOreporter kein K.o.-Kriterium für die Aktie. Eisenbahnen sind immer noch das klimafreundlichste Transportmittel und erhöhte Frachtvolumina auf der Schiene ein wichtiger Baustein für einen emissionsärmeren Verkehr. Zudem transportieren alle großen Güterzuggesellschaften auch Kohle.
Wirtschaftlich ist Union Pacific gut aufgestellt, das Unternehmen erzielt solide Gewinne, kann seine Umsätze steigern und die Effektivität verbessern. Zwar dürfte der Kauf von Norfolk Southern absehbar ein bestimmendes Thema bleiben und Neuigkeiten zu der Transaktion den Kurs beeinflussen. Aktuell scheint es aber unwahrscheinlich, dass der Deal platzt.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 für 2025 ist die Aktie nicht zu hoch bewertet. Die erwartete Dividendenrendite liegt derzeit bei guten 2,5 Prozent. Anlegerinnen und Anleger können nach wie vor mit einer kleinen Position einsteigen, sollten allerdings einen langen Atem mitbringen.
Union Pacific Corp.: ISIN US9078181081 / WKN 858144
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