Kohleförderung: Immer mehr institutionelle Investoren üben Druck auf Konzerne aus, ihre Kohlgeschäfte zu beenden. / Foto: Pixabay

02.05.19 Meldungen

urgewald und Europe Beyond Coal wollen RWE zum Kohleausstieg bewegen

Die Nicht-Regierungsorganisationen urgewald und Europe Beyond Coal wollen Druck auf den Stromkonzern RWE ausüben. Auf der morgigen RWE-Hauptversammlung planen Vertreter beider Organisationen, Forderungen für mehr Klimaschutz an den Vorstand und die Aktionäre des Konzerns zu richten. 

Anfang April empfahl die norwegische Regierung dem Staats- und Pensionsfonds des Landes, seine Kohleinvestments abzustoßen. Der norwegische Staats- und Pensionsfonds ist einer der größten institutionellen Investoren von RWE. Laut Angaben von urgewald will sich der Staatsfonds von seinen RWE-Anteilen trennen.

Katrin Ganswindt, Klima-Campaignerin bei urgewald, sagt: "Die neuen Kohleausschlusskriterien in Norwegen zeigen, dass das Vertrauen der Investoren weiter schwindet. Wenn der Konzern nicht weiter an Boden verlieren will, muss das Management beweisen, dass es die Notwendigkeiten der Klimakrise erkannt hat, und entsprechend handeln. RWE muss seinen Widerstand gegen einen schnellen Kohleausstieg aufgeben."

Das Festhalten an Kohle wird auch zunehmend unrentabler. Steigende Preise für CO2-Zertifikate in der EU und die Einführung eines CO2-Grundpreises in den Niederlanden werden die Kosten für den Betrieb von Kohlekraftwerken erhöhen.

Auch nach der bevorstehenden Übernahme von Erneuerbare-Energien-Kraftwerken von E.ON wird RWE der größte Betreiber von Kohlekraftwerken in Europa bleiben. Nach Abschluss des E.ON-Deals soll der Anteil Erneuerbarer Energien an der Energieerzeugung immer noch bei nur 14 Prozent liegen, verglichen mit rund 40 Prozent bundesweit.

"RWE-Konzernchef Schmitz hat sich als ungeeignet erwiesen, das Unternehmen aus der derzeitigen Situation herauszulenken. Während Deutschland seinen Kohleausstieg plant, hat die Konzernführung gegen Klima-Fortschritte lobbyiert und den Ruf von RWE weiter beschädigt. Ein glaubwürdigeres Führungsteam sollte das neue Geschäftsmodell umsetzen“, sagt Kaarina Kolle, Koordinatorin für Finanz- und Energiethemen beim Netzwerk Europe Beyond Coal.

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