Beim Batteriehersteller Varta laufen die Geschäfte schlecht. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Varta setzt Prognose aus – Aktie verliert über 30 %

Der Batteriekonzern Varta aus dem baden-württembergischen Ellwangen hat seine bereits gesenkte Jahresprognose am Freitag vorerst vollständig ausgesetzt. Die Aktie ist im freien Fall.

Seit der Prognosesenkung im Juli seien die Kosten für Energie und Rohstoffe noch weiter gestiegen, bei gleichzeitig limitierten Möglichkeiten zur Weitergabe an die Kunden, wie Varta in einer Mitteilung erklärte. Zusätzlich verzögerten sich zwei große Aufträge, die in diesem Jahr nun womöglich gar nicht mehr bedient und somit auch keine Einnahmen generieren könnten.

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Dem Vorstand sei es vor Erhalt der Geschäftszahlen für das dritte Quartal und aufgrund der unsicheren Umsatzentwicklung im vierten Quartal daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, eine verlässliche aktualisierte Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 abzugeben. „Die Varta AG wird eine neue Prognose bezüglich des Geschäftsjahrs 2022 abgeben, sobald dies möglich ist“, heißt es in der Meldung weiter.

Aktie auf tiefstem Stand seit 2019

Ende Juli hatte Varta die Prognose für den Jahresumsatz auf 880 bis 920 Millionen Euro (zuvor: 950 Millionen bis 1 Milliarde Euro / Vorjahr: 902,9 Millionen Euro) gesenkt. Die Erwartungen für den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) waren auf 200 bis 225 Millionen Euro (zuvor: 260 bis 280 Millionen Euro / Vorjahr: 292,8 Millionen Euro) korrigiert worden.

Nach Veröffentlichung der Mitteilung verlor die Varta-Aktie am Freitag knapp 35 Prozent an Wert, am Montag setzten sich die Kursverluste fort. Aktuell ist die Aktie zum Vortag weitere 1,3 Prozent im Minus und kostet 36,52 Euro (Stand: 27.9.2022, 10:54 Uhr). Der Kurs notiert damit auf dem tiefsten Stand seit März 2019. Auf Monatssicht ist die Aktie 48,6 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 68,4 Prozent eingebüßt.

Varta versucht aktuell, in den Markt für Elektroautobatterien einzusteigen. Allerdings soll die Produktion selbst im günstigsten Fall erst in zwei Jahren starten und dann bei bescheidenen zwei Gigawattstunden pro Jahr liegen. Damit sind auch die langfristigen Aussichten von Varta unklar. Aktuell sieht ECOreporter keinen Grund für einen Einstieg in die Aktie.

Varta AG:

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