Norwegen recycelt Pfandflaschen künftig selber in einer Veolia-Anlage. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Veolia eröffnet Norwegens erste PET-Recyclinganlage

Der französische Konzern Veolia hat in Norwegen eine Anlage zum Recycling von PET-Pfandflaschen am Standort Fetsund eröffnet. Die Anlage ist die erste ihrer Art im Land, dabei sind die Norweger keineswegs Pfand-Verweigerer – bislang hatte Norwegen seine gesammelten Plastikflaschen zum Recyceln exportiert.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Anlage mit einer Kapazität von bis zu 25.000 Tonnen pro Jahr werde fortan über 80 Prozent des gesamten Pfand-Einwegflaschenaufkommens des Landes stofflich verwerten, teilte Veolia mit. In Norwegen werden heute bereits 92 Prozent der verkauften 585 Millionen PET-Getränkeflaschen gesammelt. Bisher wurden jährlich etwa 22.000 Tonnen Pfandflaschen zum Recycling nach Deutschland, Schweden und in die Niederlande exportiert.

Für die Veolia-Konzerntochter Veolia PET Deutschland GmbH ist die Anlage in Fetsund neben den Anlagen in Rostock, in Frauenfeld in der Schweiz und im schwedischen Norrköping bereits die vierte Recyclinganlage, die lebensmitteltaugliche PET-Pellets herstellt. Partner ist Infinitum AS, der Betreiber des norwegischen Pfand-Einwegsystems. Er sortiert am Standort Fetsund, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Oslo, die Flaschen vor.

Durch den in den vergangenen beiden Jahren erfolgten Bau der Recyclinganlage am gleichen Standort wie die Sortierung wurden die Logistikwege drastisch verkürzt. Dies und der künftig gesteigerte Einsatz von Rezyklat bei der Herstellung neuer Flaschen trage zur Reduktion von klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen bei und unterstütze die Kreislaufführung des Kunststoffes PET, so Veolia.

Die Veolia-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 25,63 Euro und notiert damit 0,4 Prozent zum Vortag im Minus (Stand: 10.6.2021, 10:01 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 20 Prozent zugelegt.

Nach einem starken ersten Quartal hatte das Veolia-Management im Mai erklärt, man erwarte ein "sehr gutes Jahr". Am wichtigsten für die Aktie bleibt aber, dass der zähe Übernahmestreit mit dem französischen Konkurrenten Suez beendet scheint.

Risikobereite Anlegerinnen und Anleger könnten bei der Veolia-Aktie, die mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2021 von 20 relativ günstig bewertet ist, Einstiegschancen sehen. Defensivere Akteure sollten sich zurückhalten und die weiteren (Kurs-)Entwicklungen abwarten.

Veolia Environnement S. A.:  ISIN FR0000124141 / WKN 501451

Verwandte Artikel

06.05.21
 >
13.04.21
 >
24.03.21
 >
22.03.21
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x