Durch die Ostseepipeline Nord Steam 1 fließt aktuell deutlich weniger Gas. / Foto: Pixabay

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Weniger Gas für Deutschland – ist Siemens schuld?

Die Gasversorgung aus Russland durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird aufgrund von Wartungsarbeiten aktuell um 40 Prozent reduziert. Schuld daran sollen nach einer Mitteilung des russischen Gazprom-Konzerns vorzeitige Reparaturen und eine "Serviceverzögerung" durch den Münchner Energietechnikkonzern Siemens Energy sein, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax mitteilte.

Siemens Energy bestätigte die Reparaturen von Bauteilen der Pipeline. Demnach werde derzeit eine Gasturbine in Kanada überholt. Diese kann aktuell nicht zurückgeliefert werden – Grund dafür sind laut Siemens die Sanktionen Kanadas gegen Russland.

Fragwürdige Darstellung durch Russland

Für Deutschland ist Nord Stream 1 die Hauptversorgungsleitung mit russischem Gas. Sie verläuft vom russischen Wyborg nordwestlich von St. Petersburg bis nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte, die Versorgungssicherheit bei Gas sei trotz der Einschränkung weiter gewährleistet. Allerdings beobachte man die Lage.

Russland versucht immer wieder, für Verunsicherung auf den Gasmärkten zu sorgen. So hieß es etwa, das Land habe Lieferungen nach Polen, Bulgarien, Finnland und zuletzt in die Niederlande gestoppt, weil die Länder sich weigerten, Gas in Rubel zu bezahlen. Tatsächlich hatten alle diese Länder ihre Gasverträge mit Russland schon längst gekündigt beziehungsweise haben die Gaslieferverträge auslaufen lassen und nicht verlängert.

Die nicht gelieferten russischen Erdgasmengen nach Europa kann Russland nicht einfach nach China umleiten. Wegen der im Norden Sibiriens gelegenen Gasfelder sowie der europäischen Ost-Westausrichtung der Gas-Pipelines fehlen die nötigen Kapazitäten für Lieferungen in den Süden nach China. Die Russland und China verbindende und noch nicht vollständig fertiggestellte, 2.200 Kilometer lange Erdgaspipeline "Power of Siberia" erschließt ein eigenes Gasfeld, das weit im Südosten Russlands gelegen ist.

Siemens Energy, die mittlerweile eigenständige Energiesparte des Münchner Industriekonzerns und ECOreporter-Aktien-Favoriten Siemens, ist aufgrund ihrer Investitionen in Kohle und Gas nach Ansicht der Redaktion kein nachhaltiges Investment. Siemens Energy ist auch Mutterkonzern des Windkraftunternehmens Siemens Gamesa.

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