In Deutschland werden zukünftig möglicherweise noch weniger Windräder errichtet. / Foto: ABO Wind

15.11.19 Erneuerbare Energie

Wirtschaftsverbände fordern: Abstandsregel für Windräder streichen

Windräder müssen künftig einen Abstand von mindestens 1.000 Metern zu Wohngebieten haben – das sieht ein Gesetzesentwurf vor, mit dem die Bundesregierung ihr Klimapaket umsetzen will. Branchenverbände fürchten, dass dadurch der sowieso schon schwächelnde Ausbau der Windenergie in Deutschland weiter ausgebremst werden könnte.

Die geplante Abstandsregelung werde "alle weiteren Bemühungen zur Stärkung des Windenergieausbaus zunichtemachen und die Windenergie an Land dramatisch schwächen“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben des Gewerkschaftsbunds DGB und der Industrieverbände BDEW, BDI, BWE, VKU und VDMA an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. "Es ist uns unerklärlich, dass an einer Regelung zu bundeseinheitlichen Mindestabständen festgehalten wird, obwohl klar ist, dass damit das Ziel von 65 Prozent Erneuerbare Energien in 2030 nicht gehalten werden kann.“

Die Verbände fordern eine Streichung der 1.000-Meter-Regel. Nach Recherchen des Handelsblatts soll als Wohnsiedlung bereits eine Ansammlung von fünf Häusern gelten – diese müssten noch nicht einmal gebaut sein.

Die Abstandsregel ist Bestandteil eines Gesetzesentwurfs, in dem es eigentlich vorrangig um den Kohleausstieg gehen soll. Das Bundeskabinett will das Gesetz am kommenden Montag verabschieden. Die Abstandsregel ist in den Entwurf aufgenommen worden, um die Akzeptanz der Windkraft in der Bevölkerung zu erhöhen. Laut Handelsblatt versuchen derzeit mehr als 1.000 Bürgerinitiativen, die Errichtung neuer Windräder zu verhindern. Das Bundesumweltamt hatte im März vorgerechnet, dass die geplante Abstandsregel die Flächen für neue Windparks in Deutschland halbieren könnte.

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