Windräder von Siemens Gamesa. / Foto: Unternehmen

06.11.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Aktien-Favoriten

Trump hasst sie: Windaktien

Donald Trump leugnet den Klimawandel, und er mag die Energiewende nicht. Über Windräder fabuliert er: "Sie sagen, der Lärm verursacht Krebs." Vielleicht ärgert ihn auch nur, dass er einen Rechtsstreit gegen Windkraftanlagen in der Nähe seines Golfplatzes verloren hat. Hätte er nur auf Windaktien gesetzt – einige würde er mögen. Hier finden Sie eine Übersicht über die gängigen Werte.

Trump hat das Pariser Klimaabkommen gekündigt. Ein Tiefschlag gegen die Windenergie? Davon ist nichts zu spüren. Selbst in den USA ist die Windkraft mit dort 100.000 Arbeitsplätzen ein Wirtschaftsfaktor. Und zwar einer, der wächst.

Die Commerzbank-Analysten (die Bank ist einer der größten deutschen Erneuerbare-Energie-Finanzierer) haben im Sommer 2019 für die Windenergie einen Boom vorausgesagt. Bei Anlagen an Land rechnen sie zwar eher mit gleichbleibend viel Interesse. Aber bei Offshore-Anlagen, also Windrädern auf See, erwarten sie binnen weniger Jahre fünf Mal so viel Verkäufe.

Windenergie immer günstiger

Warum Windenergie so attraktiv ist, kann jeder erkennen, der sich zwei Zahlen ansieht: Die eine steht auf der Stromrechnung. Und da erkennt man, dass eine Kilowattstunde Strom für jeden Otto-Normalverbraucher mittlerweile über 30 Eurocent kostet. Die andere Zahl wird in den Medien nicht oft erwähnt, weil sie so beschämend ist für die die Kohle- und Atomindustrie und auch für die allerorten blockierenden Politiker. Sie ergibt sich aus Stromauktionen und internen Berechnungen, und es ist eine Spannweite: In der Erzeugung kostet Windstrom heute zwischen 2 und 6 Eurocent. Kohle- und Atomstrom sind, rechnet man die Umweltschäden ein, ein Vielfaches teurer.

Dass Deutschland sich vom Windmarkt abgekoppelt hat und beispielsweise 2019 nur ein Drittel so viel neue Windanlagen installieren wird wie 2017, dass hierzulande seit 2000 nicht mehr so wenig neue Windanlagen aufgebaut wurden wie 2019: Im weltweiten Maßstab spielt das für die Windenergie nur die Rolle einer Fußnote. Dass die deutsche Bundesregierung sich noch vor einigen Jahren rühmen konnte, bei der Windenergie Weltmeister zu sein, ist ihr heute nicht einmal peinlich, wie es scheint.

Welche Aktien lohnen sich?

Mit welchen Aktien profitieren Anleger nun vom weltweiten Aufwind der Branche, die Trump hasst? Zunächst einmal muss man wissen, dass sich die Windbranche grob gesehen in drei Bereiche aufteilen lässt. Das sind zunächst einmal die Hersteller von Windkraftanlagen. Das ist ausgewachsener Maschinenbau, hohe Ingenieurskunst, es geht um mittlerweile riesige, komplett abgasfreie Kraftwerke.

Dann gibt es die sogenannten Windpark-Projektierer. Das sind die Unternehmen, die Standorte aussuchen, die Genehmigungsverfahren durchziehen, Anlagen kaufen, aufstellen lassen. Und danach oft das gesamte Projekt an einen Investor verkaufen. Ein Geschäft, das dem Wasser an den Meeresküsten ähnelt: Manchmal herrscht Ebbe in der Kasse, weil ein Projekt nicht vorangeht, dann gibt es wieder große Geldwellen, weil ein Verkauf eine Flut an Millionen Euro hereinspült. Bereich Nummer drei ist das komplette Gegenteil, nämlich ein Fluss, der träge, aber stetig fließt:  – es geht um die Betreiber von Windkraftwerken. Sie kaufen die fertigen Parks und leben von der Erzeugung und dem Verkauf des Stroms. Nicht so aufregend, aber lohnend.

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