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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Orsted: US-Regierung stoppt Bau von fast fertigem Windpark
Das US-Innenministerium hat die Bauarbeiten am beinahe fertiggestellten Offshore-Windpark Revolution Wind des dänischen Energiekonzerns Ørsted gestoppt. Als Begründung nennt die verantwortliche Behörde "Sorgen um die nationale Sicherheit".
Der Windpark Revolution Wind, der vor der Küste des US-Bundesstaats Rhode Island entsteht, ist laut Ørsted bereits zu 80 Prozent fertiggestellt und sollte eigentlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Dem Konzern zufolge stehen bereits 45 der 65 geplanten Windräder, für alle Anlagen seien die Fundamente im Nordatlantik gelegt.
Massive Kapitalerhöhung belastet Aktienkurs
Der Park sollte mit 704 Megawatt Kapazität genug Strom erzeugen, um 350.000 Haushalte in Rhode Island und Connecticut zu versorgen. Revolution Wind hat bereits 20-jährige Stromabnahmeverträge mit den Bundesstaaten Rhode Island und Connecticut abgeschlossen.
Für einen Überblick zur Windenergiebranche lesen Sie unseren zweiteiligen Überblick zu Windaktien.
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"Ørsted prüft alle Optionen, um die Angelegenheit zügig zu lösen", erklärte das Unternehmen. Man bewerte die finanziellen Folgen der Anweisung und erwäge rechtliche Schritte. Wie der Konzern betonte, verfüge er über alle erforderlichen Genehmigungen auf Bundes- und Landesebene.
Verfügt wurde der Stopp durch das Bureau of Ocean Energy Management (BOEM), das zum Innenministerium gehört. Als Begründung nannte die Behörde in ihrer öffentlich einsehbaren Verfügung "Sorgen um die nationale Sicherheit der USA", ohne dies näher auszuführen.
Die Nachricht über den Baustopp war am Wochenende erfolgt, während die Börsen geschlossen waren. Aktuell ist Ørsted-Aktie im Tradegate-Handel 14,1 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 24,60 Euro (Stand: 25.8.2025, 8:58 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 42,8 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 51,7 Prozent im Minus.
Der Aktienkurs von Ørsted, der zuvor eine leichte Erholung verzeichnet hatte, war nach Ankündigung der Kapitalmaßnahme zweistellig eingebrochen. Seit 2020 geht es für die Aktie nahezu beständig abwärts, auf fünf Jahre gesehen hat sie 76 Prozent an Wert verloren.
Offshore-Branche kämpft mit Problemen
Die Offshore-Windkraftbranche kämpft mit steigenden Kosten und Verzögerungen von Bauprojekten – und mit Donald Trump, der versucht, Erneuerbare Energien und insbesondere Windkraft in den USA politisch zu behindern, wo er nur kann. Mitte August hatte Ørsted eine Kapitalerhöhung von umgerechnet rund 8 Milliarden Euro angekündigt, um laufende Bauprojekte finanzieren zu können. Der Konzern erklärte am heutigen Montag, an diesem Plan festzuhalten.
ECOreporter sieht Ørsted trotz der Probleme nicht schlecht aufgestellt. Das Unternehmen schaffte 2024 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, verfügt weltweit über eine gute Marktposition und dürfte langfristig vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 15 für 2025 vertretbar. Mit dem dänischen Staat hat der Konzern zudem einen wichtigen Unterstützer hinter sich – Dänemark hält 50,1 Prozent der Ørsted-Aktien und wird sich auch an der Kapitalerhöhung beteiligen, um seine Mehrheit zu behalten.
Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger können den Einstieg in die Aktie nach wie vor wagen. Sie sollten allerdings mindestens für die nächsten dreieinhalb Trump-Jahre starke Nerven und viel Geduld mitbringen.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
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